Die Nacht im Comfort Inn Hotel am Flughafen von Sao Paulo war aufgrund des Straßen- und Fluglärms nicht wirklich angenehm gewesen. Wir standen daher im Morgengrauen auf und begaben uns gegen 07:30 Uhr zum Frühstück. Die Auswahl war gut und neben den leckeren Käsebällchen Pão de Queijo mit Schinkenkruste gab es Brot, Brötchen, Toast, Käse und Schinken, Obst und süße Leckereien.
Wir begaben uns nach dem Frühstück aufs Zimmer, packten zusammen und checkten gegen 08:30 Uhr aus.
Das bestellte Uber kam bereits nach 2 Minuten und brachte uns zur Außenstation vom Mietwagenverleiher Localiza, bei dem wir den Mietwagen für unsere Fahrt nach Paraty gebucht hatten.
Im Gegensatz zu Brasilia war an der Verleihstation am Flughafen von Sao Paulo mehr los. Marcel zog daher ein Ticket und wir warteten etwa 15-20 Minuten, bis die Nummer auf dem Fernseher angezeigt wurde.
Die Dame am Schalter sprach gutes Englisch und Marcel bekam alle Details zum Verleih und der zu zahlenden Maut erklärt. Wir konnten entweder die Maut direkt selbst zahlen oder diese über Localiza abrechnen lassen. Dafür mussten wir nur die elektronische Kennzeichenerkennung fahren. Wir entschieden uns daher für Variante zwei.
Außerdem riet sie uns auch ab in Randgebiete von Sao Paulo zu fahren. Zu gefährlich. Das hatten wir sowieso nicht vor und wollten schnellstmöglich die Großstadt hinter uns lassen.
Unser Renault Kwid war diesmal wirklich nur mit dem aller nötigsten ausgestattet. Das Auto hatte sogar noch ein Einbau-Autoradio. Marcel machte sich mit dem Wagen vertraut und gegen 09:30 Uhr konnten wir losfahren.
Das Gewusel auf der 3-spurigen Autobahn war zum Glück noch recht human. Bis zu unserer Unterkunft in der Nähe von Paraty lagen etwa 4 Stunden Fahrt vor uns.
Auf der 116 kamen wir gut voran und es herrschte kein Stau. Generell fuhren die Brasilianer auch entspannter und defensiver als wir erwartet hatten.
Wir durchquerten die Städte São José dos Campos und Caçapava. Auf der Weiterfahrt wurde uns auf der Strecke voraus ein Unfall angezeigt, der unsere Fahrzeit mal eben um 50 Minuten verlängerte.
Daher beschlossen wir die alternativ angezeigte Route über die Berge und entlang der Küste zu nehmen. Die Fahrzeit war 4 Minuten länger, dafür ohne Stau.
Vor Taubaté verließen wir daher die 116 und fuhren auf die 383 Richtung Ubatuba.
In vielen Kurven gelangten wir höher und höher. Wir wussten manchmal nicht so recht, wie schnell wir fahren durften und wurden daher ständig überholt. Aber generell war auf der Straße nicht allzu viel los.
Wir spulten Kilometer um Kilometer ab. Ganz schön anstrengend für Marcel diese Kurvenfahrerei.
An einem Aussichtspunkt mitten im Nirgendwo legten wir daher eine kurze Rast ein, vertraten uns die Beine und genossen mit Kaffee und Törtchen die wunderschöne Aussicht.
Die Temperaturen waren heute wirklich angenehm. Um die 21° Celsius. Der vorausgesagte Regen war hier noch nicht in Sicht aber wir waren auch noch vor dem Pass.
Der schraubte sich nämlich in zahlreichen Serpentinen zunächst nach oben. Die Sichtweite betrug aufgrund des dichten Nebels teilweise keine 10 Meter.
Wir waren daher froh als wir oben ankamen aber sahen, dass es noch steiler wieder bergab ging. Zwischendurch regnete es immer wieder.
Entlang der gesamten Abwärtspassage herrschte eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h. Viel schneller konnte man in den steilen Kurven aber auch nicht fahren.
Unten angekommen erreichten wir die Ausläufer der Stadt Ubatuba.
Auf den Straßen herrschte reger Verkehr. Außerdem waren viele Radfahrer und Fußgänger unterwegs.
Von hier lagen noch ungefähr 73 Kilometer und 1,5 Stunden Fahrt vor uns.
Als wir die Stadt endlich hinter uns gelassen hatten, wurde es ruhiger auf der Straße, die direkt an der Küste entlang führte und immer wieder tolle Ausblicke bot. Der Himmel war allerdings so wolkenverhangen, dass wir von Zwischenstopps absahen. Bei dem Wetter machte das heute echt keinen Spaß.
Immer wieder begann es zu regnen und wir waren froh als wir Paraty näher kamen.
Wir fuhren an einigen Strände vorbei. Hoffentlich würde das Wetter in den nächsten Tagen besser werden. Den Prognosen zufolge war allerdings nicht viel Sonne in Sicht. Da fährt man in eine Region, die von Stränden lebt und hat dann so ein Wetter. Mal ist man Hund, mal ist man Baum…
Gegen 14 Uhr erreichten wir unsere Unterkunft Casa Happiness Paraty etwa 4 Kilometer außerhalb von Paraty, die wir bei AirBnb gefunden hatten. Wir fuhren allerdings erst in die falsche Wohngegend, die links und nicht rechts von der Straße lag und waren drauf und dran uns eine andere Unterkunft zu suchen, denn die Gegend, durch die wir hier fuhren, war wirklich so gar nicht einladend.
Mit Glück entdeckte ich gegenüber von der Einfahrt die Bezeichnung des Wohnkomplexes, wo sich unsere Unterkunft befand.
Wir fuhren hinab zum Haus Nummer 18 und konnten die große, luxuriöse Wohnung mit zwei Schlafzimmern, Whirlpool, Küche mit Kamingrill und einem kleinen Pool direkt beziehen. Der Vermieter hatte die Schlüssel schon in der Tür stecken lassen.
Marcel schrieb ihm kurz, dass wir angekommen waren und bekamen auch prompt Rückmeldung.
Wir entspannten uns erstmal, checkten die Küchenutensilien. Wir hatten eine Waschmaschine, weshalb ich auf den Einkaufszettel auch Waschpulver setzte. So langsam gingen meine sauberen Klamotten zur Neige.
Bevor es daher dunkel wurde, fuhren wir zum Supermarkt in der Stadt, der zum Glück ein Parkhaus hatte. In Paraty selbst einen Parkplatz zu finden, war nicht einfach bzw. kostete Parkgebühr.
Es regnete mittlerweile richtig stark.
Der riesige Einkaufsladen überforderte uns ein wenig. Man muss sich diesen wie Kaufland oder Globus vorstellen. Alles gibt es in zahlreichen Varianten.
Wir gingen daher systematisch vor, kauften Grillfleisch und Grillkohle, Getränke und was zum Frühstücken, sowie Obst, Chips und Süßkram. Bis wir durch waren, war eine gute Stunde vergangen.
Um 16:30 Uhr waren wir zurück an der Unterkunft und um 17:00 Uhr warf Marcel den Grill an.
Da er allerdings wohl zu wenig Kohle hineingetan hatte, dauerte der Grillprozess rund 2 Stunden. Und so richtig dunkel waren Wurst und Fleisch immer noch nicht. Aber da alles gar war, aßen wir trotzdem. Schmeckte alles sehr gut. Lecker waren vor allem auch die frischen Brötchen, die uns an deutsche Brötchen erinnerten. Knusprig von außen, fluffig von innen.
Den verbleibenden Abend ließen wir gemütlich bei einer Ladung Wäsche ausklingen. Den Frontlader hatte ich beim ersten Versuch leider viel zu voll gepackt, so dass die oberen Teile gar nicht nass bzw. gewaschen worden waren.
In der ruhigen Gegend fielen wir gegen 21:30 Uhr in den Schlaf und hofften auf besseres Wetter am morgigen Tag.
