Nachdem das Wetter uns gestern für jegliche Aktivität einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte, ließ der Blick aus dem Fenster heute hoffen. Der Himmel war blau und die Sonne schien. Was lag da also näher als direkt zu den beiden Traumstränden Praia de Meio und Praia do Cachadaço in Trindade zu fahren. Nach dem Frühstück machten wir uns daher gegen 09:30 Uhr auf den Weg.
Allerdings mussten wir uns vorher noch einigen ob wir mit einer orangefarbenen Motorkontrolllampe wirklich fahren wollten. Wo kam das jetzt auf einmal her? Gestern hatte da noch nichts geleuchtet und diesmal waren wir auch keine unpassende Straße gefahren.
Das Auto machte jedoch keine komischen Geräusche und wir wollten erstmal ein paar Meter fahren und gucken, wie sich das entwickelte. Die Meldung am Auto „verif anti-pol“ war auch nicht wirklich einleuchtend. Konnte alles sein. Die KI sagte aber erstmal nicht dramatisch. In diesem Urlaub war auch irgendwie der Wurm drin.

Eine halbe Stunde später fuhren wir los. Anscheinend schon zu spät, denn der Himmel bezog sich schneller als wir fahren konnten. Rund 30 Minuten Fahrt lagen bis Trindade vor uns. Das Auto machte keinerlei komische Geräusche und auch die Kühltemperatur blieb auf Normalniveau.
Nach 20 Minuten bogen wir von der Hauptstraße ab in Richtung Praia de Meio. Rund 5 km Serpentinen galt es zu bewältigen. Die Straße war aber bereit genug.
In Trindade angekommen mussten wir nun einen Parkplatz suchen. Die ganze Ortschaft besteht aus Privatparkplätzen für die man in der Regel so um die 20 BRL bezahlt.
Marcel konnte sich nicht vorstellen, dass es keinen offiziellen Parkplatz gab und fuhr bis zum Eingang des Strands, wo er von einem geschäftstüchtigen Restaurantbesitzer bis zu seinem Geschäft geleitet wurde. Ganz am Ende der Straße. Das Einparken war schon ne Qual, ich war gespannt, wie wir da nachher wieder rauskamen.
Für den Parkplatz wurde erstmal nichts fällig, dafür sollten wir aber später was bei denen essen. Für mich klang das ganz klar nach Tourinepp aber Marcel wollte jetzt nicht wieder zurückfahren. Ganz wie er meinte. Ich hielt mich da raus. Sollte er halt machen.
Wir liefen daher die Straße zurück bis zum Eingang des Nationalparks und den Stränden. Eintritt war keiner zu zahlen.
Ein sandiger Weg brachte uns direkt zum traumhaften Praia do Meio, der von grünen Bäumen und braunen Felsen eingerahmt war.
Direkt neben dem Strand Praia do Meio lag der Praia do Cachadaço.
Die ruhige Badebucht hätte zum Baden eingeladen, nur das Wetter spielte nicht mehr mit. Es war grau und die Landschaft wirkte düster. Und da es auch nicht richtig warm war, würde das Bad im Wasser ausfallen.
Wir spazierten am Strand entlang und folgten der Beschilderung zum Praia do Caixa de Aço.
Durch dichten Regenwald führte uns der angelegte über hohe Stufen aufwärts. Zwischendurch konnten wir auf den Praia do Cachadaço blicken.
Wir stiegen über einen matschigen, ausgetretenen Weg abwärts zum Praia do Caixa de Aço.
Der lange Sandstrand war nicht stark besucht. Hier jetzt ein wenig in der Sonne liegen und chillen wäre was gewesen aber der Himmel sah eher nach Regen als nach Sonne aus.
Wir schlenderten daher nur durch den feinen Sand und wollten eigentlich noch zu dem Naturpool gehen.
Letztendlich beschlossen wir aber zurück zu gehen, denn ins Wasser würde bei der Temperatur heute keiner von uns gehen.
Wirklich schade aber vielleicht ergab sich den nächsten Tagen noch einmal Gelegenheit. Und ich hatte mich auf die Bilderbuchfotos vom türkisfarbenen Meer und dem feinen Strand, der eingerahmt von braunen Felsen ist, schon so gefreut.
Wir liefen daher am Strand zurück, stiegen durch den dichten Wald hinauf und wieder hinab zur Praia do Cachadaço und Praia do Meio und liefen zum Auto.
Eigentlich hätten wir jetzt direkt fahren sollen aber nett wie wir sind, kehrten wir in der Bar, die direkt an der Praia dos Ranchos lag, ein und hielten Wort. Außer uns war sonst niemand da. Wir nahmen an einen Tisch am Wasser Platz und bekamen die Karte.
Die Essenspreise waren echt übertrieben teuer, so dass wir nur was tranken und gespannt waren, wie teuer der Spaß am Ende nun werden würde.
Wir genossen die Atmosphäre und beobachteten das Treiben bei einer alkoholfreien Caipirinha.
Nach 45 Minuten bezahlten wir und bekamen jetzt natürlich mitgeteilt, dass sie uns den Parkplatz berechnen, da wir nix gegessen hatten. 60 BRL wurden fällig. Was sollten wir jetzt sagen? Die ganze Kommunikation fand eh schon nur per Google Translator statt. Also zahlten wir insgesamt 170 BRL anstelle von 20. Immerhin war der Caipi gut gewesen.
Aber beide Getränke waren nicht so teuer wie der Parkplatz und dann kam noch ne Servicegebühr von 12% drauf. Bedient suchten wir schnell das Weite.
Doch das Ausparken war wie erwartet schwierig, da direkt vor unseren Auto ein weiteres geparkt worden war.
In zig Zügen schaffte Marcel es aus die Minilücke und wir fuhren zurück zur Unterkunft. Also wer den Strand besucht, dem sei empfohlen irgendwo auf einem der Parkplätze in der Nähe der Stadt zu parken. Die an den Restaurants am Ende der Straße sind echte Touristenabzocke. Zumindest der letzte Laden. Fahrt da nicht hin!
Da es auf dem Rückweg zur Unterkunft wieder zu regnen angefangen hatte, verbrachten wir den restlichen Tag mit Lesen, Schlafen und Entspannen. Das Wetter war echt anstrengend.
