Brasilien 2026: Das Abenteuer Jaguarsafari im Pantanal beginnt

Ein weiteres Highlight unseres Brasilienurlaubs hatten wir uns für das Ende der Reise aufgehoben. Eine viertägige Jaguarsafari in Porto Jofre – mitten im Pantanal. Monatelang hatten wir hin und her überlegt, ob wir ins Pantanal fahren wollten, denn Jaguar-Touren in das Gebiet sind sehr hochpreisig. Wir hatten verschiedene Anbieter angefragt und uns am Ende für das Jaguar Camp von Ailton Lara entschieden, der auch schon für zahlreiche Dokumentationen im Fernsehen als Anlaufstelle galt. 2.500 USD / Person kostete die Vier-Tagestour. Inkludiert waren alle Ausflüge sowie Frühstück, Mittagessen, Abendessen und stilles Wasser. Jaguarsichtungen werden nicht garantiert aber man kann zu 99% davon ausgehen, mehr als einen zu sehen.

Auch das Hotel Pantanal Norte hatten wir zunächst in Betracht gezogen aber zum einen war es teurer und zum anderen gefiel uns das kleine Camp mit nur 7 Zimmern besser. Schließlich hatten wir keine Ahnung, wie voll es zu dieser Jahreszeit in Porto Jofre war.

Wir hatten auch erst mit einer Lodge entlang der Transpanateira geliebäugelt aber hier sind die Chancen für Jaguarsichtungen geringer und günstiger war es dort auch nicht.

Man könnte natürlich auch mit einem passenden Mietwagen die 180 Kilometer lange Schotter-Sandpiste selbst fahren aber die meisten Unterkünfte boten Übernachtungen nur im Rahmen einer komplett organisierten Tour an.

Der beste Zeitpunkt für den Besuch des Pantanals ist von Juni bis August, daher legten wir die Tour ans Ende unseres Urlaubs und hofften, dass Anfang Juni die Chancen ebenfalls gut standen, Jaguare zu sehen.

Nach unserem gestrigen Ausflug in den Nationalpark Chapada dos Guimaraes, wurden wir daher heute nach dem Frühstück um 7 Uhr im Hits Pantanal Hotel von unserem Guide Roger und unserem Fahrer Natal mit einem chinesischen Pick-up abgeholt.

Bereit zur Abfahrt ins Pantanal
Bereit zur Abfahrt ins Pantanal

Wir bekamen ein kurzes Briefing über die Dauer der Fahrt und konnten Cuiaba dann auch schon den Rücken kehren.

Rund eine Stunde Fahrt lag bis Poconé vor uns – dem Tor ins Pantanal.

Im Supermarkt kauften wir noch etwas zu trinken und stoppten bei einem Café für ein paar Snacks. Danach ging es weiter in Richtung Porto Jofre.

Kurzer Zwischenstopp in Poconé
Kurzer Zwischenstopp in Poconé

Abrupt endete die asphaltierte Straße hinter Poconé und ging in eine breite Piste aus roten Sand und Gestein über.

Ein paar Capybaras standen am Ufer des Flusslaufs. Unsere erste Tiersichtung des heutigen Tages.

Capybaras
Capybaras

Natal bretterte mit dem Pick-up über die gut zu fahrende Piste. Das Abenteuer Pantanal konnte beginnen. Wir waren sehr gespannt, ob und wie viele Jaguare wir sehen würden.

Der offizielle Beginn der Transpanateira lag ein paar Kilometer weiter. Wir stiegen für ein Foto kurz aus und beobachten einen Schopfkarakara (Crested caracara, Caracara plancus) und den gelben Schwefelmaskentyrann (Great kiskadee, Pitangus sulphuratus), die beide eigentlich überall in Brasilien zu finden waren.

Start der Transpanateira ins Pantanal
Start der Transpanateira ins Pantanal
Schopfkarakara (Crested caracara, Caracara plancus)
Schopfkarakara (Crested caracara, Caracara plancus)
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Schwefelmaskentyrann (Great kiskadee, Pitangus sulphuratus)

Auf einer Brücke hielten wir erneut an und sahen zahlreiche Kaimane faul am Flussufer liegen. Beeindruckend.

Ein Kaiman
Ein Kaiman
Viele Kaimane
Viele Kaimane

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Auch Vögel wie den Stirnbandibis (Plumbeous ibis, Theristicus caerulescens) und Witwenpfeifgänse (White-faced whistling duck, Dendrocygna viduata) entdeckten wir.

Stirnbandibis (Plumbeous ibis, Theristicus caerulescens)
Stirnbandibis (Plumbeous ibis, Theristicus caerulescens)
Witwenpfeifgänse (White-faced whistling duck, Dendrocygna viduata)
Witwenpfeifgänse (White-faced whistling duck, Dendrocygna viduata)

Nach dem kurzen Stopp ging es ohne weitere Tiersichtungen dem Jaguar Camp entgegen.

Unser Fahrer musste zwischendurch immer wieder anhalten beziehungsweise ausweichen da der aufgewirbelte Staub der vor uns fahrenden Autos so groß war, dass man mit bloßen Auge keinen Meter weit sehen konnte.

Wir passierten insgesamt 118 Holzbrücken. Im Internet hatten wir vorher gelesen, dass man eigentlich einen 4×4 für die Strecke benötigte aber die Piste hätte man gut mit einem normalen SUV fahren können. Einige davon überholten wir unterwegs auch.

Die Frage wäre nur, wie die Mietwagenfirma am Ende der Mietzeit reagiert hätte, wenn der Wagen vollkommen eingestaubt und evtl. mit Steinschlag zurückgebracht worden wäre. Also wer selbst fahren möchte – in der Trockenzeit kein Problem.

Ein Jabiru (Jabiru, Jabiru mycteria) suchte im seichten Wasser nach Fressen und wir hielten kurz für ein Foto an. Der Storchenvogel ist nach dem Andenkondor und dem fast ausgestorbenen Kalifornienkondor die drittgrößte fliegende Vogelart Süd- und Mittelamerikas.

Jabiru (Jabiru, Jabiru mycteria) im Pantanal
Jabiru (Jabiru, Jabiru mycteria) im Pantanal

Wir hielten Ausschau nach weiteren Tieren und blickten auf die tolle Landschaft eines der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Erde.

Im Nordpantanal
Im Nordpantanal

Im Nordpantanal

Nach etwa 4 Stunden Fahrt erreichten wir gegen 11 Uhr das Jaguar Camp und hatten bis zum Start unserer Tour um 14 Uhr Freizeit. Außer uns war niemand hier. Ob wir die einzigen Gäste waren?

Ankunft im Jaguar Camp in Porto Jofre
Ankunft im Jaguar Camp in Porto Jofre
Jaguar Camp in Porto Jofre
Jaguar Camp in Porto Jofre

Jaguar Camp in Porto Jofre

Unser Zimmer
Unser Zimmer

Ich hielt Ausschau nach den Hyazintharas, die im Pantanal beheimatet sind, sah aber nur weitere Schopfkarakaras (Crested caracara, Caracara plancus), die auf dem Gelände der Pousada herumliefen.

Jaguar Camp in Porto Jofre

Schopfkarakara (Crested caracara, Caracara plancus)
Schopfkarakara (Crested caracara, Caracara plancus)

Das Mittagessen wurde um 12 Uhr im kleinen Restaurant serviert und war wirklich top. Alle Speisen waren heiß und lecker. Es gab Fisch, Fleisch, Gemüse und lokale Spezialitäten. Außerdem Salat und Nachtisch.

Zusammen mit Guide Roger besprachen wir den Nachmittag und legten uns erstmal aufs Ohr. Die letzte Nacht im Hits Pantanal Hotel hatten wir nicht wirklich gut geschlafen.

Andere Gäste waren übrigens tatsächlich nicht vor Ort, so dass wir das Boot für uns alleine hatten. Schon wieder eine Privattour – ziemlich cool.

Pünktlich um 14 Uhr konnte es dann los gehen. Wir liefen gemeinsam zum Bootsanleger des Jaguar Camps, der sich ganz am Ende des Hafengebiets befand.

Auf dem Weg zum Hafen
Auf dem Weg zum Hafen

Auf dem Weg zum Hafen

Unser Kapitän Gabriel würde uns die nächsten vier Tage entlang der Flüsse fahren und Ausschau nach Jaguaren, Kaimanen und anderen Tieren halten.

Wir nahmen vorne Platz und fuhren los.

Die Suche nach dem Jaguar kann losgehen
Die Suche nach dem Jaguar kann losgehen

Auf einer Stromleitung saß ein Rotbrustfischer (Ringed kingfisher, Megaceryle torquata), den wir auch schon im Amazonas gesehen hatten.

Rotbrustfischer (Ringed kingfisher, Megaceryle torquata)
Rotbrustfischer (Ringed kingfisher, Megaceryle torquata)

Mit Vollspeed bretterten wir über den breiten Rio São Lourenço und hielten das Ufer auf der Suche nach Tieren im Blick.

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Zahlreiche Wasservögel wie Silberreiher (Great egret, Ardea alba), Amerika-Schlangenhalsvögel (Anhinga, Anhinga anhinga) oder Cocoireiher (Cocoi heron, Ardea cocoi) nennen das Pantanal ihr zu Hause. Ich hab noch nie so viele Reiher an einem Ort gesehen. Fantastisch.

Silberreiher (Great egret, Ardea alba)
Silberreiher (Great egret, Ardea alba) im Pantanal
Amerika-Schlangenhalsvogel (Anhinga, Anhinga anhinga) im Pantanal
Amerika-Schlangenhalsvogel (Anhinga, Anhinga anhinga) im Pantanal
Amerika-Schlangenhalsvogel (Anhinga, Anhinga anhinga) im Pantanal
Amerika-Schlangenhalsvogel (Anhinga, Anhinga anhinga) im Pantanal
Cocoireiher (Cocoi heron, Ardea cocoi)
Cocoireiher (Cocoi heron, Ardea cocoi)

Wir fuhren in einen überfluteten Nebenarm des Flusses und sahen direkt vor uns einen Kaiman. 

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Kaiman voraus im Pantanal
Kaiman voraus

Gabriel fuhr dichter an die Wasserlilien heran, wo wir noch mehr Kaimane entdeckten. Im Amazonas war die Beobachtung schwerer gewesen und wir hatten eigentlich nur nachts welche gesehen.

Kaiman im Pantanal
Kaiman im Pantanal

Erneut sahen wir einen Rotbrustfischer (Ringed kingfisher, Megaceryle torquata).

Rotbrustfischer (Ringed kingfisher, Megaceryle torquata) im Pantanal
Rotbrustfischer (Ringed kingfisher, Megaceryle torquata) im Pantanal

Auch zahlreiche andere Boote waren in den Nebenarmen unterwegs, denn Jaguare haben ein festes Gebiet, in dem sie sich immer wieder aufhalten.

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Aufgeregt zeigte Roger uns den ersten Jaguar des Tages. Allerdings nicht an Land, sondern im Wasser. Jaguare sind nicht nur ausgezeichnete Schwimmer, sondern gehören zu den wenigen Raubkatzen, die das Wasser und das Baden wirklich lieben. Wie cool war das denn bitte?

Da ist er - unser erster Jaguar
Da ist er – unser erster Jaguar

Das majestätische Tier kannte überhaupt keine Scheu und interessierte sich nicht für die Boote, die ihn begleiteten.

Jaguar im Nordpantanal

Jaguar im Nordpantanal

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Da waren Rotstirn-Blatthühnchen (Wattled jacana, Jacana jacana) und Cocoireiher nur Nebendarsteller. Alle Augen waren auf den Jaguar gerichtet.

Rotstirn-Blatthühnchen (Wattled jacana, Jacana jacana)
Rotstirn-Blatthühnchen (Wattled jacana, Jacana jacana)
Cocoireiher
Cocoireiher

Unbeeindruckt schwamm das Tier am Ufer des Flusses her und die Touristenboote inkl. uns folgten mit gebührenden Abstand.

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Roger vermutete, dass er gleich aus dem Wasser gehen würde und wir unsere Kamera in Anschlag bringen sollten.

Er sollte Recht behalten. Am anderen Ufer stieg der Jaguar aus dem Fluss und lief grazil durch das hohe Gras auf einen Totholzstamm.

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Das wunderschöne Tier gab uns zahlreiche Fotomöglichkeiten und präsentierte sich den Touristen. Als ob er das genoss, von allen Seiten bestaunt zu werden.

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Als der Jaguar genug hatte, verschwand er im dichten Unterholz und die Boote verteilten sich wieder auf der Suche nach dem nächsten Tier.

Auch wir hielten Ausschau und entdeckten einen Rosttöpfer (Rufous hornero, Furnarius rufus) und einen Grünfischer (Green kingfisher, Chloroceryle americana).

Rosttöpfer (Rufous hornero, Furnarius rufus)
Rosttöpfer (Rufous hornero, Furnarius rufus)
Grünfischer (Green kingfisher, Chloroceryle americana)
Grünfischer (Green kingfisher, Chloroceryle americana)

Gabriels Funkgerät schlug Jaguaralarm und mit Höchstgeschwindigkeit fuhren wir zu einem weiteren Spot, an dem ein anderes Boot zu sehen war.

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Nach und nach kamen weitere Boote hinzu.

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Da alle Leute auf den Booten in eine Richtung guckten und ihre Handys und Kameras gezückt hatten, war klar, dass gleich ein weiterer Jaguar zu sehen war.

Im Schatten hatte es sich das Tier gemütlich gemacht. Das GPS-Halsband wurde dem Jaguar laut Roger vor ein paar Jahren angelegt als es einen der schlimmsten Brände im Pantanal gab. Mittlerweile hatte der Sender aber den Geist aufgegeben. Wäre ja schön fürs Tier gewesen, wenn der Sender dann abgefallen wäre.

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Ein weiblicher Jaguar näherte sich dem Spot und die beiden stritten oder liebten sich im dichten Gebüsch. Zu sehen war nichts aber zu hören.

Das Weibchen verschwand und das Männchen begab sich hinab zum Wasser, um seinen Durst zu stillen. Ein magischer Moment, wie uns der Jaguar fixierte.

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Als er verschwand zogen wir ebenfalls weiter. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir schon zwei Jaguare gesichtet.

Bevor die Sonne unterging fuhr Gabriel durch die überfluteten Kanäle und hielt Ausschau nach weiteren Jaguaren. Die Landschaft um uns herum war traumhaft.

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Erneut sahen wir Kaimane und zahlreiche Reiher. Allerdings keinen Jaguar mehr.

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Die Abendsonne tauchte das Sumpfgebiet in ein goldenes Licht und wir genossen den Ausblick.

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Mit Highspeed fuhren wir dem Camp entgegen und konnten einen traumhaften Sonnenuntergang genießen. Keine einzelne Wolke war heute am Himmel und kein Regen in Sicht.

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Nur die vielen kleinen Tiere, die uns mitten ins Gesicht flogen, störten etwas.

Im Vorbeifahren entdeckte ich einen Riesentukan (Toko tucan, Ramphastos toco). Das Licht hätte besser nicht sein können aber als Gabriel näher heranfuhr, haute der Vogel natürlich direkt ab. Vielleicht ergab sich noch einmal die Möglichkeit, weitere Tukane zu sichten. Im Amazonas hatten wir so viele gesehen.

Riesentukan (Toko tucan, Ramphastos toco) hoch oben im Baum
Riesentukan (Toko tucan, Ramphastos toco) hoch oben im Baum

Mit dem letzten Büchsenlicht erreichten wir um 18 Uhr den Hafen, verabschiedeten uns von Gabriel und liefen mit Roger zurück zum Camp. Überall sahen wir Glühwürmchen leuchten. Ein erster perfekter Tag neigte sich dem Ende. 

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Im Dunkeln und nur mit der Handytaschenlampe bewaffnet durch den Wald zu laufen war schon etwas unheimlich, zumal Roger erzählte, dass manchmal auch Jaguare bis ins Camp kamen. Wir sahen zum Glück (oder zu Marcels Leid) nur eine kleine Schlange, die mitten auf dem Weg lag.

Das Abendessen wurde um 19 Uhr serviert, so dass wir jetzt noch etwas Zeit zum Duschen und Relaxen hatten.

Wir trafen uns mit Roger im Restaurant und tauschten uns über den tollen Tag aus. Er fragte, ob wir morgen Lunch auf dem Wasser einnehmen wollten, damit wir den ganzen Tag Zeit hatten nach Jaguaren zu suchen und nicht immer den langen Weg zurück zum Camp ansteuern mussten. Da sagten wir nicht nein. Wir tranken noch einen Caipirinha am Lagerfeuer und gingen nach dem langen Tag mit eindrücklichen Momenten ins Bett.