Bei Buchung der Unterkunft in Paraty über AirBnb war im Buchungspreis auch eine Bootstour (Passeio de Barco) inbegriffen. Den Zeitpunkt der Tour hatten wir vorab mit Junio – dem Vermieter des Ferienhauses – vereinbart. Heute ging es daher mit dem Schonerboot „Estrela da Manha“ raus in die Bucht von Paraty. Start der Bootsfahrt war um 11:00 Uhr am Schiffsanleger Cais de Paraty, zu dem wir nach dem Frühstück fuhren. Vorher wollten wir noch ein wenig durch die malerische Kolonialstadt Paraty schlendern, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Die letzten Meter am Hafen mussten wir über Kopfsteinpflaster fahren und fanden einen freien Parkplatz direkt am Hafen, der 3 BRL / Stunde kostete. Wir bekamen von einem Mitarbeiter einen Zettel, den wir am Scheibenwischer einklemmten und den wir nachher bei Bezahlung wieder abgaben. Zahlung per Karte war möglich.
Das historische Zentrum ist komplett autofrei, besitzt unebene Kopfsteinpflastergassen und weiße Kolonialhäuser mit bunten Türen und Fenstern.
Durch die Küstennähe werden die Straßen der Altstadt bei hoher Flut regelmäßig auf natürliche Weise mit Wasser überspült. Ein paar Pfützchen standen noch in den Straßen.
Wir schlenderten durch die wunderschöne Altstadt von Paraty.
In den Gassen der Altstadt war noch nicht viel los aber da das bekannteste Jazz-Event „Bourbon Festival“ im Moment in Paraty stattfand, würde es heute sicherlich noch voller werden.
Wir genossen die Ruhe vor dem Sturm und spazierten um 10:30 Uhr zum Hafen.
Unser Boot war das vorletzte am Anleger und stand bereits zum Einsteigen bereit.
Auf dem Hauptschiff finden regulär bis zu 220 Personen bequem auf zwei Decks Platz. Als wir das Boot betraten waren allerdings erst 4 weitere Leute anwesend.
Wir begaben uns auf das Oberdeck und stellten uns Tisch und Stühle an die Rehling.
Viel voller wurde das Boot auch nicht, so dass wir mit vielleicht 30 Personen an Bord pünktlich um 11 Uhr ablegten und zu den kleinen vorgelagerten Inselchen schipperten. Meine Seepillen hatte ich leider vergessen, so dass ich hoffte, dass das Meer ruhig war.
Untermalt wurde die Tour von einem Musiker, der seine brasilianischen Gitarrenklänge über das Mikrofon zum Besten gab. Das fanden wir toll, denn das passte viel besser als irgendeine Partymucke. Zudem konnte man sich auch noch in Ruhe unterhalten.
Unterwegs erzählte er etwas (leider nur auf Portugiesisch) zu den kleinen Inseln, die wir passierten – wie die Ilha da Bexiga, die Ilhas Duas Irmãs und die Ilha Rasa (auf der sich auch ein Restaurant befand).
Entlang der Küstenlinie der Halbinsel von Paraty blickten wir auf den Regenwald, die hohen Berge und die von Felsen umgebenen Badebuchten.
Wir fuhren die Ilha dos Cocos an, vor der wir ankerten und jeder der mochte, nun ins Wasser springen und Schnorcheln konnte.
Für uns war es heute zu kalt und außer ein paar gestreiften Fischen war auch nicht viel zu sehen. Die meisten Leute blieben auf dem Boot und wir blickten hinaus auf die Naturkulisse und auf die Ilha Do Algodão. Das Boot schaukelte allerdings mehr als ich gehofft hatte, aber noch spürte ich keine Anzeichen von Seekrankheit.
Nach dem kurzen Schnorchelstopp fuhren wir zum Praia da Conceição. Hier hatten wir 40 Minuten Aufenthalt, konnten schwimmen oder uns am Strand entspannen.
Die idyllische kleine Bucht bot zahlreiche Schattenplätze und eine tolle Szenerie. Zum Glück war der Strandabschnitt nicht zu stark besucht. Zum Baden war es uns allerdings zu kühl, so dass wir uns auf einen der Steine setzten und die Aussicht genossen.
Was für ein Kleinod mitten im Südatlantik. Mit uns ankerte nur noch ein weiteres Boot in der Bucht, so dass vielleicht rund 60 Touristen den Strand unsicher machten.
Die Bucht ist für ihre markanten, großen Felsformationen im Wasser und am Ufer bekannt, die das glasklare, türkisfarbene Wasser einrahmen.
Wir spazierten ein wenig am Strand entlang und schossen ein paar Fotos. Mittlerweile waren wir das einzige Boot in der Bucht.
Nach rund 35 Minuten begaben wir uns zum Schlauchboot, dass uns zurück zum Schoner brachte.
Vom Oberdeck blickten wir auf die schmucke Bucht und fuhren ein Stück weiter in die Lagoa Azul, wo wir erneut ankerten und das bestellte Mittagessen serviert wurde.
Wir wollten heute wieder Grillen und verzichteten daher. Stattdessen legten wir uns ein wenig auf die Bank und ließen die Gitarrenklänge des Musikers auf uns wirken. Zeit für ein kleines Nickerchen.
Nach einer halben Stunde wurden die Anker gelichtet. Letzter Stopp war die Praia da Lula, die nur einen Katzensprung von der Praia da Conceição entfernt lag.
Auch hier konnten wir noch einmal von Bord gehen und uns mit einem Schlauchboot zum Strand bringen lassen. Die meisten Gäste auf unserem Schiff nahmen die Gelegenheit war.
Mittlerweile war jedoch kein bisschen Sonne mehr zu sehen und der Wind hatte aufgefrischt. Ich war froh Fleecepullover und eine kurze Leggings eingepackt zu haben.
Wir spazierten wieder am Strand entlang und genossen die Aussicht. Ein ebenfalls wirklich schönes Plätzchen.
Für ein Foto konnte ich es nicht lassen, mich auf einen der Felsen im Wasser zu stellen. Eigentlich hatte ich erwartet, dass die Oberfläche so rau ist, dass man gut darauf stehen konnte. Bei diesem flachen Stein jedoch nicht. Der war spiegelglatt. Schon beim Draufsetzen des Fußes rutschte ich direkt weg und es riss mich samt Kamera von den Füßen. Zum Glück war das Wasser nicht tief aber ich hatte mir ordentlich die Haut am großen Zeh aufgerissen und das Bluten ließ nicht lange auf sich warten. Hoffentlich hatte die Kamera keinen Schaden davongetragen…
Natürlich hatten wir mal wieder keine Pflaster dabei, die lagen in unserer Unterkunft. Ich hoffte, ein paar Taschentücher würden die Blutung schon stillen.
Wir begaben uns zurück an Bord und ich deckte mich erstmal mit ein paar Tüchern ein.
Die Frau eines Pärchens neben uns sah mein Dilemma und brachte mir ein Pflaster. Sie konnte leider nur portugiesisch aber wir verstanden uns auch so. Das half enorm beim Stillen der Blutung, denn von alleine hörte es aufgrund der Feuchtigkeit nicht auf. So musste ich nicht mehr dauernd tupfen und konnte die Rückfahrt zum Hafen von Paraty genießen. Kann ich nicht einmal im Urlaub fahren, ohne zu stürzen. Bis jetzt ist zum Glück noch nie was kritisches passiert aber meine Tollpatschigkeit nervt mich echt.
Dicke Wolken hingen über den Bergen und die Sonne würde sich auch heute nicht mehr zeigen. Trotzdem hatten wir den wunderschönen Ausflug durch die Bucht von Paraty wirklich genossen. Wer sich hier aufhält, sollte unbedingt eine Bootstour unternehmen.
Wie auf der Hinfahrt fuhren wir erneut an den Inselchen vorbei und erreichten um 16 Uhr den Hafen in Paraty.
Wir gingen von Bord und liefen in Richtung Altstadt, durch die wir noch einmal schlendern und der Musik des Jazzfestivals lauschen wollten.
Mittlerweile war die Stadt gut gefüllt und zahlreiche Touristen und Einheimische saßen in den Cafe´s und Restaurants.
Auch einige der Kopfsteinpflasterstraßen waren geflutet und die Straße, die wir heute morgen zum Parkplatz hingefahren waren, stand ebenfalls unter Wasser. Aber keine Panik, es gab eine Ausweichroute 😉.
Nach rund einer Stunde liefen wir zurück zum Auto und verließen Paraty. Durch die wuseligen, engen Straßen zu fahren war allerdings noch einmal eine kleine Herausforderung. Überall liefen Menschen und wir kamen nur im Schneckentempo voran.
Im Supermarkt kauften wir noch ein paar Brötchen und etwas zu Trinken und ließen den Abend in unserer Unterkunft bei lecker gegrilltem Hähnchen- und Rindfleisch ausklingen. Diesmal hatte Marcel mehr Kohle in den Grill getan aber es dauerte trotzdem so lange wie gestern, bis das Essen fertig war.
