Neuer Tag, neue Wanderung. Für den heutigen Dienstag hatte ich mir eine ca. 14 Kilometer lange Rundwanderung auf den Aussichtsgipfel Talaia d’Alcúdia und zur Platja des Coll Baix herausgesucht. Für die anspruchsvolle Tour sind ca. 5 Stunden einzuplanen. Auf steinigen Bergpfaden und breiten Wanderwegen müssen rund 800 Höhenmeter im teils steilen Auf- und Abstieg überwunden werden. Da die Wandermarkierungen auf Mallorca nur spärlich vorhanden sind, empfiehlt sich auch für diese Tour ein GPS-Track.
Für die mittelschwere Rundwanderung sind feste Schuhe, Trittsicherheit und ausreichend Getränke erforderlich. Wer zudem in der Bucht ins Meer springen möchte, sollte Handtuch und Badesachen dabei haben.
Ich fuhr bereits um 08:15 Uhr vom Apartamentos Falcó in Port de Pollença los und fuhr nach Alcúdia. Bereits am Morgen herrschte hier ordentlich Verkehr und ich war froh als ich die Stadt verließ und in die Natur hinaus fuhr.
Die letzten zwei Kilometer ging es über eine enge aber asphaltierte Serpentinenstraße steil aufwärts. Zum Glück kam mir am Morgen noch niemand entgegen.
Nach einer halben Stunde Fahrt erreichte ich den großen Parkplatz am ehemaligen Kloster Ermita de la Victoria. Bis auf ein paar Camper waren noch keine anderen Wanderer vor Ort. Ich packte den Rucksack und folgte dem GPS-Track im Uhrzeigersinn bergauf.
Eine breite Schotterstraße führte mich in einem hohen Kiefernwald sanft aufwärts.
Vorbei an einem Schlagbaum erreichte ich nach wenigen Metern den Aussichtspunkt Ses Tres Creus, von dem ich einen Blick auf die gegenüberliegende Halbinsel von Formentor und die Bucht von Pollença genießen konnte.
Zurück auf der Schotterpiste lief ich weiter bergauf bis zu einem unscheinbaren aber lohnenswerten Abzweig (ca. 20 Minuten), der nicht beschildert war. Nach rechts ging es weiter zum Talaia d’Alcúdia.
Ich folgte dem schmalen Pfad mit Holzgeländer scharf nach links zur ehemaligen Wachanlage Penya Rotja.
Im Auf und Ab führte mich der herrliche Naturpfad durch das Gelände.
Als sich der Wald lichtete, genoss ich einen ersten Blick auf das Meer und die Halbinsel Formentor.
Der gut erkennbare Pfad brachte mich der vor Kopf liegenden, massiven Felswand immer näher.
Aufgrund der Feuchtigkeit war der Weg teilweise etwas rutschig. Hier war etwas Vorsicht geboten, denn links von mir, ging es direkt am Hang abwärts.
Je näher ich dem Ziel kam, desto steiniger wurde der Weg. Feste Schuhe waren hier unabdingbar.
Immer wieder genoss ich den herrlichen Ausblick, der sich mir bot. Atemberaubend.
Da der Weg zur Penya Rota ungefähr 2,5 Kilometer lang ist (one way), entschied ich mich, nicht bis zum Wachturm zu laufen, sondern vorher im Hang aufzusteigen. Auch mein GPS-Track führte hierher, so dass ich mich an diesem und den schmalen Pfaden orientierte.
Steil bergauf ging es ich hinauf bis zu einem Sattel direkt unterhalb des ehemaligen Wachturms.
Von hier konnte ich nun auf die andere Meerseite bis nach Menorca blicken.
Vor Kopf befand sich der mächtige Wachturm, auf dem eine alte Kanone stand, die von der einstigen Bedeutung als Verteidigungsposten zeugte. Wer dort hinauf möchte, muss dem Pfad weiter geradeaus folgen und über ein paar Felsen bis zum Gipfel des Penya Rotja klettern.
Ich hatte den Ausblick noch ganz für mich alleine und stieg über ein paar Steine noch etwas höher.
Entlang des Hanges suchte ich mir ein schönes Fleckchen für eine Pause.
Rechts von mir lag nun die Bucht von Alcudia und links blickte ich auf die Halbinsel Formentor und die Bucht von Pollença.
Auf das Cap des Pinar konnte ich von meinem Standpunkt leider nicht blicken. Ich wollte meine heutige Tour jedoch nicht noch verlängern und ließ daher vom Besuch des Penya Rotja ab und stieg nach meiner Rast wieder hinab zum Hauptpfad.
Dank Wanderstöcke kam ich problemlos hinab und folgte dem steinigen Pfad wieder zurück zum Abzweig.
Wie wichtig der GPS-Track war, wurde mir einmal mehr klar, als ich einem falschen Pfad nach rechts folgte und mich kurz darauf in sehr steilen Absturzgelände befand. Zum Glück merkte ich meinen Fehler schnell und stieg wieder hinauf. Auf dem Hinweg hatte ich einen so steilen Anstieg nicht wahrgenommen und wusste daher, dass ich hier nie im Leben hergekommen war.
Der etwas versteckte aber richtige Pfad führte mich nun am Nordwesthang der Felswand zurück in den Wald hinein. Mittlerweile kamen mir einige Wanderer entgegen und ich war froh, dass ich am Morgen den Ausblick für mich alleine genießen konnte.
Zurück auf der breiten Schotterstraße ging es wieder aufwärts in Richtung Talaia d’Alcúdia.
Der Weg wurde etwas flacher und zog sich in weiten Serpentinen durch den schattenspendenden Wald hinauf zu einer Anhöhe.
Die Bäume gaben den Blick auf das Meer und auf den höchsten Punkt meiner Wanderung – den Talaia d’Alcúdia – frei.
Mit der Höhe wanderte ich zum finalen, knackigen Aufstieg auf den 446 Meter hohen Aussichtsgipfel.
Der breite Weg endete und ging in einen schmalen Pfad über.
Wer fit ist, kann die Direttissima wählen oder den ausschweifenden Serpentinen bergauf folgen.
Ich gewann schnell an Höhe und kam ordentlich ins Pusten. Nachdem ich unten Bereich der direkten Route gefolgt war, nahm ich nun den offiziellen Pfad und marschierte aufwärts.
Immer wieder rastete ich ein wenig und genoss die spektakuläre Aussicht.
An einigen Stellen war der Weg mit Holzzäunen gesichert. Ich war froh, dass ich das teilweise rutschige Gelände nicht bergab gehen musste. Aber wer weiß, was noch auf mich zukam.
Erneut erreichte ich eine Anhöhe und konnte nun den Blick auf die Bucht von Alcúdia werfen. Während die Nordseite des Berges mit Blick auf die Halbinsel Formentor und die Bucht von Pollença bewaldet ist, ist die gegenüberliegende Seite – die Bucht von Alcúdia – weitgehend karg.
Über Geröll ging es auf einem schmalen Pfad aufwärts bis zu einem Abzweig.
Der Weg hinauf zum Talaia d’Alcúdia verlief geradeaus, während es nach links abwärts zur Schutzhütte Coll Baix und dem gleichnamigen Strandabschnitt ging.
Bevor ich mich hinab zum Wasser begab, nahm ich den finalen Anstieg auf den Gipfel in Angriff.
Über loses Geröll und festes Gestein kraxelte ich aufwärts. Ein Pfad ist nicht immer erkennbar, so dass man sich den besten Weg selbst suchen muss.
Ein erkennbarer Bergpfad führte mich in engen Serpentinen nach oben. Der Ausblick wurde immer besser, je höher ich kam.
Nach etwa 40 Minuten (vom Abzweig zum Penya Rotja) erreichte ich den höchsten Punkt und war beeindruckt von dem herrlichen Rundumblick. Am Gipfel selbst befanden sich eine Säule als Markierung und etwas unterhalb mehrere verfallene Gebäude.
Mit mir auf dem Gipfel war nur eine weitere Dreiergruppe, die ebenfalls die Aussicht genossen. Ich blickte auf die langen Strände der Buchten von Alcúdia (links) und Pollença (rechts) sowie auf einige Gipfel der Serra de Tramuntana (Puig Tomir, Puig de Massanella und Puig Major).
Auch der Naturpark s’Albufera war von hier oben gut zu erkennen. Phänomenal. Der Weg hinauf hatte sich wirklich gelohnt.
Ich stieg etwas tiefer zu den Ruinen der Gebäude und legte im Schatten eine Pause ein.
Immer mehr Wanderer erreichten den Gipfel und nach etwa 15 Minuten begab ich mich an den Abstieg.
Auf bekannten Pfad wanderte ich abwärts bis zum Wegweiser und nahm nun den rechten Pfad.
Leicht bergab wandernd genoss ich den Blick auf das Meer und hielt das GPS im Auge, um nach wenigen Metern den Abzweig nach links nicht zu verpassen. Hier befand sich auch eine Holzmarkierung.
Am Südwesthang des Puig des Boc (342 m) lief ich auf einem wunderschönen Pfad bergab.
Das teilweise alpine Gelände erforderte meine volle Aufmerksamkeit, so dass ich zwischendurch anhielt, um die Ausblicke genießen zu können. Zum Glück hatte ich auch heute die Wanderstöcke dabei. Das geröll-lastige Gelände war teilweise recht rutschig.
Mit ein paar kleineren Gegenanstiegen gelangte ich zu einer grünen Hochebene.
Schattenspendende Bäume gab es so gut wie keine mehr und so folgte ich dem Wanderweg im leichten Auf und Ab durch die pralle Sonne. Wobei mich das „Auf“ echt schlauchte. Eigentlich war es zum Wandern schon viel zu warm.
Beim Blick zurück sah ich, dass der Talaia d’Alcúdia bereits weit hinter mir lag.
Bevor es steil bergab zum Platja des Coll Baix ging, konnte ich von einem Felsvorsprung einen sensationellen Tiefblick auf den Naturstrand und die türkisfarbene Bucht werfen. Ich freute mich schon auf eine kleine Erfrischung.
Doch zunächst musste ich in Serpentinen steil abwärts wandern.
Ich war froh, als ich die Baumgrenze erreichte und der Weg flacher wurde.
Durch einen Aleppokiefernwald gelangte ich hinab zu einer Schutzhütte mit Picknickplatz.
Ich nahm nun den kleinen Umweg zur Platja des Coll Baix in Angriff und folgte einem Pfad nach links.
Erneut ging es mit herrlichen Ausblicken bergab. Da hatte ich auf dem Rückweg auf jeden Fall wieder einige Höhenmeter vor mir.
Rund 130 Höhenmeter verlor ich auf dem Weg hinab zum Strand. Der schattige Wald ließ mich allerdings nicht zu sehr schwitzen.
Steile Serpentinen brachten mich zu einer Felswand, an der es nun galt, einen geeigneten Weg zum Strand zu finden.
Über große Felsen kletterte ich abwärts. Mit Flip Flops wäre ich hier nicht hergegangen.
Ein schmaler Pfad führte mich ein Stück aufwärts, bevor es kurze Zeit später über dicke Steine und Geröll wieder bergab ging. Das der Weg zum Strand so abenteuerlich werden würde, hätte ich nicht gedacht.
Vor mir lag die türkisfarbene Bucht, in der ein paar Boote ankerten. Einige Wagemutige hatten sich ebenfalls hierhin gewagt.
Der 220 Meter lange und 50 Meter breite Strand lag in einer naturbelassenen Umgebung. Toiletten oder Restaurants gibt es hier nicht.
Ich suchte mir ein schattiges Plätzchen und wollte mich in die Fluten stürzen. Nach dem anstrengenden Auf- und Abstieg freute ich mich auf die Abkühlung. Ich hatte zwar kein Handtuch dabei aber es war so warm, dass die Funktionskleidung auch ohne trocknen würde.
Über Sand und Kies lief ich hinab zum Strand und ging in das seichte Wasser. Das war jetzt genau das richtige.
Ich schwamm etwas durch das kristallklare Wasser der Coll Baix und setzte mich noch etwas an den Strand. Die abgeschliffenen Kieselsteine waren angenehm unter den Füßen, nur der Ausstieg auf dem Wasser erforderte etwas Anlauf. Durch die Wellen hatten sich die Steine aufgeschichtet und kaum aus dem Wasser musste man auf dem losen Untergrund sich bergauf ächten.
Nach etwa einer Stunde hatte ich genug vom Strandleben und zog mir meine Wandersachen über. Der Badeanzug war zwar noch nicht trocken aber die Sonne würde das schon noch im Verlauf der Wanderung richten. Ich hatte ja erst etwa die Hälfte der 15 Kilometer hinter mir.
Entlang der Felsen lief verließ ich die Platja des Coll Baix.
Noch einmal warf ich einen Blick auf die türkisgrüne Bucht.
Mit Wanderschuhen war es zum Glück ein leichtes über die Felsen hinauf zum Wanderweg zu gehen.
In engen Serpentinen stieg ich steil aufwärts zum kleinen Pfad durch den Wald.
Noch einmal genoss ich den Blick von oben auf die Bucht. Die Coll Baix ist mittlerweile auch kein Geheimtipp mehr. Zahlreiche Leute kamen mir entgegen oder wurden von mir überholt.
Nach etwa 45 Minuten erreichte ich den Picknickplatz unter schattigen Kiefern und begab mich geradeaus auf einen breiten Wirtschaftsweg durch den Wald.
Ich erreichte einen Parkplatz, der gut gefüllt war und folgte der schmalen Straße bis zum Abzweig des Wanderweges.
Durch das ausgetrocknete Flussbett wanderte ich im leichten Auf und Ab durch einen lichten, schattenspendenden Wald.
Ein schmaler Pfad führte mich durch die schöne Landschaft. Es waren kaum noch andere Leute unterwegs. Es war allerdings mittlerweile mit 26° Celsius recht warm geworden.
Der schöne Wanderweg zog sich endlos lang durch die Natur. Immer wieder durchquerte ich das ausgetrocknete Flussbett.
Bergauf trat ich aus dem Wald hinaus. Die Sonne brannte und meine Getränkevorräte gingen so langsam zu Neige.
Bevor ich den finalen Anstieg auf ein Plateau in Angriff nahm, rastete ich noch ein wenig unter einem Baum im Schatten. Ein Pärchen lief an mir vorbei und nutzte ein paar Meter weiter ebenfalls den Schatten für eine Pause.
So richtig Lust auf diesen anstrengenden Aufstieg hatte ich nicht wirklich aber es brachte alles nichts, wenn ich zurück zum Parkplatz wollte, musste ich zwangsläufig bergauf gehen.
Der schmale Pfad führte mich daher hinauf zu einem Plateau, auf dem mich eine neugierige Ziege kurz verdutzt anstarrte und dann in Ruhe weiterfraß.
Ich folgte dem Wanderweg geradeaus bergab. In einem weiten Bogen verlief der Pfad um den Talaia d’Alcúdia herum.
Vor mir lag bereits die Bucht von Pollença.
Durch hohes Gras schlängelte sich der Naturpfad abwärts durch die Landschaft. Trotz der hohen Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit genoss ich die Wanderung, freute mich aber auch schon auf das klimatisierte Auto und eine erfrischende Dusche.
Ich gelangte zu einem kleinen wassergefüllten Tümpel und folgte dem GPS-Track weiter.
Rund 45 Minuten Fußweg lagen noch vor mir. Schilder waren auf der Wanderung aber eher Mangelware und so war ich froh, dass ich das GPS-Gerät dabeihatte.
Nach einigen Kilometern führte der Pfad nach rechts und ging auf einen breiten Schotterweg über.
Noch einmal ging es leicht aufwärts durch eine lichte Landschaft. Schatten gab es nur noch selten.
An einer Wegkreuzung folgte ich einem der wenigen Wanderschilder nach rechts in Richtung Ermita de la Victoria. Nach links hätte man hinab in das Örtchen Victoria und zu einem Campingplatz laufen können. Noch rund 1,5 Kilometer lagen vor mir.
An einer Gabelung wanderte ich nach links und lief durch die offene, steinige Landschaft und mit Blick auf das Meer meinem Ziel entgegen.
Bergauf und bergab brachte mich der schmale Pfad dem Parkplatz immer näher.
Die letzten 200 Meter musste ich noch einmal alle Energiereserven aktivieren und dem steilen, steinigen Anstieg hinauf zum Parkplatz folgen. Ich kam ordentlich ins Pusten und war froh als ich das Auto erreichte. Ein ganz schön schweißtreibender Schlussanstieg.
Mittlerweile war der Parkplatz gut gefüllt und nachdem ich die Schuhe getauscht hatte, fuhr ich zurück zu meinem Apartment in Port de Pollença.
Eigentlich wollte ich noch zum Strand in Alcúdia aber alle Parkplätze waren belegt und es herrschte reger Autoverkehr.
Konzentriert fuhr ich zurück nach Pollença und war froh als ich den Parkplatz am Apartment erreicht hatte. Heute waren wirklich viele Autos und Radfahrer unterwegs.
Nach einer erfrischenden Dusche und dem Abendessen lief ich noch einmal zum Strand. Da ich morgen Port de Pollença verließ, wollte ich entlang der Promenade zur Platja d’Albercutx gehen.
Gemütlich schlenderte ich mit Blick aufs Meer dem Sonnenuntergang entgegen. Die Restaurants waren gut gefüllt und auch auf der Promenade herrschte Hochbetrieb.
Mir gefiel der Flair in Port de Pollença. Große Touristenhotels oder Ballermannflair gab es hier nicht. Alles war irgendwie klein und gemütlich auch wenn viele Touristen dieselbe Idee am Abend hatten, wie ich.
Ich setzte mich auf eine betonierte Plattform am Platja del Port de Pollença und genoss den Blick auf das Meer und den Sonnenuntergang.
Ein weißer Reiher lief auf der Suche nach Fressbarem am Strand entlang.
So langsam wurde es dunkel und ich spazierte über die Promenade die rund 2 Kilometer zurück zum Apartment.
Der Vollmond war bereits aufgegangen und beleuchtete das Meer und den Sandstrand.
Gegen 20 Uhr erreichte ich das Apartamentos Falcó und ließ den abwechslungsreichen Tag beim Telefonat mit Marcel Revue passieren.