Für unseren heutigen Aufenthalt auf der Insel Con Son hatten wir uns eine Wanderung im Con Dao Nationalpark ausgesucht. Ein gut ausgebauter Weg führte uns auf etwa 4 Kilometern (one way) zu den Stränden Bãi Bàng und Đất Thắm. Auf der insgesamt 8 Kilometer langen Wanderung mussten rund 400 Höhenmeter überwunden werden.
Um dem Ansturm zuvor zu kommen, begaben wir uns bereits um 08:00 Uhr zum Frühstück und waren erstaunt, wie voll es war. Im Hotel selbst war es echt ruhig gewesen und wir hätten nicht gedacht, dass überhaupt so viele Leute im Hotel untergebracht waren. Draußen bekamen wir leider keinen Platz mehr. Vermutlich reisten viele Vietnamesen heute ab, denn andere Touristen sahen wir kaum.
Wir aßen uns satt am ausgezeichneten Frühstücksbuffet mit frischen und knusprigen Baguette-Brötchen, Pancakes, Spiegelei und Joghurt.
Danach begaben wir uns aufs Zimmer, zogen uns um und gingen zur Rezeption des Hotels, um einen Roller auszuleihen. Das The Secret Con Dao Resort selbst hat keine Roller aber vor dem Hotel steht ein Händler, der die Mopeds für 150.000 VND verleiht. Hier benötigten wir das erste Mal auch den internationalen Führerschein.
Nachdem die Formalitäten geklärt waren, fuhren wir noch zur nahegelegenen Tankstelle. Benzin ist im Preis nie inkludiert und im Tank selbst ist häufig nur wenig Benzin drin.
Von der Tankstelle peilten wir das Hauptquartiert des Nationalparks an, das etwa 4 Kilometer vom Hotel entfernt lag.
Auf den Straßen herrschte kaum Verkehr und das Fahren mit dem Moped war sehr entspannt.
15 Minuten später kamen wir am Nationalpark-Büro an, wo wir für 50.000 VND / Person das Eintrittsticket kauften.
Den Roller konnten wir direkt am Eingang des Wanderweges abstellen, an dem an einer Schranke auch das Ticket kontrolliert wurde.
Auf einem befestigten Weg liefen wir über Stufen bergauf. Der breite Weg war sehr gut ausgebaut und auch mit leichten Turnschuhen zu gehen. Sandalen oder offene Schuhe gehen auch aber bei Regen kann es rutschig werden.
Nach etwa 100 Metern erreichten wir einen Abzweig, an dem es nach links zum Strand ging und für 50 Meter nach rechts zu einer Höhle.
Wir hatten zwar in den letzten Tagen einige Höhlen besucht aber neugierig waren wir trotzdem.
Den Steinstufen bergauf folgend genossen wir die Wanderung durch den tropischen Regenwald und erreichten die Höhle nach wenigen Minuten.
In der Höhle befand sich allerdings nur eine Art Altar mit einer Mariastatue. Der Abstecher hatte sich jetzt nicht wirklich gelohnt, da es außer der Höhle auf dem breiten Plateau nichts gab.
Auf selben Weg ging es hinab zum Abzweig und erneut über Stufen aufwärts.
Durch die hohe Luftfeuchtigkeit war der Anstieg wirklich schweißtreibend.
Bänke luden immer wieder zum Ausruhen ein aber noch ging es und wir liefen gemächlich weiter bergauf.
Nach 1,2 Kilometern hatten wir den höchsten Punkt erreicht und folgten dem breiten Weg bergab durch die wunderschöne Natur.
Die unterschiedlichen Pflanzen und das Vogelgezwitscher ließen uns die Wanderung in vollen Zügen genießen. Es waren kaum andere Leute unterwegs. Bis auf ein Pärchen hatten wir noch niemanden angetroffen.
Leicht aber stetig verlief der Weg bergab durch den Regenwald.
Die dschungelartige Landschaft mit tief hängenden Lianen und die Bäume mit ihren gigantischen, platten, oberirdischen Wurzeln waren wirklich beeindruckend.
Den Abzweig zum Heritage Tree (600 Meter) ließen wir außen vor und folgten dem Hauptweg weiter abwärts bis wir weitere Bänke erreichten. Zeit für einen Schluck Wasser.
Stetig führte uns der Weg bergab, bis wir den Abzweig zu den Stränden Bãi Bàng und Đất Thắm erreichten. Wer mag, kann hier auch noch einmal auf einer der Bänke verschnaufen.
Wir folgten dem Weg geradeaus weiter hinab zum ca. 300 Meter entfernten Đất Thắm Strand. Ich zweifelte allerdings an der Angabe von nur 300 Metern. Der Weg kam mir deutlich länger vor.
Zunächst passierten wir eine Rangerstation mit Restaurant.
An dieser liefen wir vorbei und gelangten hinab zu einer Schildkröten-Brutstation und dem Strand Đất Thắm.
Schade, dass überall Müll herum lag. Das ist auf Con Dao tatsächlich ein Problem. Gefühlt wird der Müll zwar weggeräumt aber durch Ebbe und Flut immer wieder angespült.
Wirklich einladend war der Strand nicht. Da zudem Ebbe herrschte, war auch der Ausblick nicht sehr schön.
Wir gönnten uns daher nur einen kurzen Aufenthalt am Đất Thắm und liefen danach auf selben Weg bergauf zum Abzweig.
Unterwegs hörten wir ein Rascheln im Unterholz und sahen eine Affenbande auf dem Boden nach Fressbarem suchen.
Der schweißtreibende Anstieg war ganz schön anstrengend und als wir oben ankamen, rasteten wir erstmal und tranken ausreichend.
Die Pause nahmen allerdings direkt die Mücken zum Anlass, mich zu zerstechen. Ich sprühte mich noch schnell mit Mückenspray ein aber ein paar Viecher hatten mein Blut schon gestohlen.
Nach der Rast liefen wir nach links zum Bãi Bàng Strand und einem kleinen Wasserfall.
Mittlerweile waren auch mehr Touristen unterwegs und wir kamen uns nicht mehr ganz so einsam vor.
Zunächst folgten wir dem Weg geradeaus weiter und bogen an einem Schild mit dem Hinweis „Waterfall stream“ nach links ab.
Zahlreiche Steinstufen brachten uns steil bergab zum Wasserfall. Der Aufstieg würde eine wahre Freude werden bei der hohen Luftfeuchtigkeit.
Der Wasserfall selbst war aktuell nur ein Rinnsal.
Der Strand selbst lud ebenfalls nicht zum Verweilen ein. Auch hier lag wieder Müll herum.
Da wir uns schon an den Abstieg gemacht hatten, rasteten wir trotzdem eine Weile und blickten aufs Meer und die gegenüberliegende Insel.
Fischerboote umkreisten die Inseln.
Nach einer Weile machten wir uns an den Aufstieg und wählten dafür den zweiten Weg, der sich versteckt im Dschungel befand.
Allerdings mussten wir durch den ganzen Müll laufen, so dass wir letztendlich lieber dem gleichen Weg hinauf gefolgt, wie wir hinabgelangt waren.
Über eine breite Steintreppe liefen wir nun aufwärts bis zum Abzweig mit den Bänken. Was für eine Qual. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit konnten wir kaum Atmen und mussten die ein oder andere kleine Verschnaufpause einlegen.
Froh, wieder oben angekommen zu sein, rasteten wir noch einmal kurz auf der Bank und lauschten dem Vogelgezwitscher.
Danach machten wir uns auf den Rückweg.
So stetig, wie es vor zwei Stunden bergab gegangen war, so stetig verlief der Weg nun natürlich aufwärts.
Immer, wenn wir dachten, wir seien am höchsten Punkt angekommen, ging es noch höher.
Wir sahen erneut ein paar Affen in den Bäumen und hörten Vögel zwitschern.
Marcel hatte außerdem das Glück, eine Schlange direkt auf unserem Weg zu entdecken.
Eingekringelt lag sie an einem Baum auf dem Weg und erschreckte sich genauso wie Marcel, der galant mit einem Sprung nach vorne astete.
Gebannt blickte ich auf die bräunliche Schlange, die windend im Unterholz verschwand.
Bei all der Aufregung hatte ich ganz vergessen die Kamera zu zücken. Aber endlich hatten wir doch noch eine Schlange gesehen. Auch wenn Marcel die Tiere ganz und gar nicht leiden kann.
Weitere Tiersichtungen erwarteten uns nicht und nach etwa einer Stunde waren wir am Abzweig angelangt, an dem es links zur Höhle und rechts zurück zum Startpunkt ging.
Jetzt allerdings nur noch bergab.
Rund 4 Stunden hatten wir für die Wanderung benötigt. Der Weg selbst ist gut ausgebaut und leicht zu gehen. Die An- und Abstiege bei tropischen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit sollten allerdings nicht unterschätzt werden.
Wir fuhren nun nicht auf direktem Weg zurück zum Hotel, sondern wollten der Küstenstraße folgen und unterwegs an ein paar Punkten halten, die uns gefielen.
Dafür mussten wir zunächst auf der asphaltierten Straße bergauf fahren und dem Straßenverlauf nach links folgen.
Bergab fuhren wir mit Blick auf das Meer durch die wunderschöne Landschaft.
Ein paar Echsen am Wegesrand genossen ein Sonnenbad, ließen mich aber nicht mal auf 5 Meter an sich, bevor sie im Gestrüpp verschwanden. Das Tele hatten wir natürlich heute nicht dabei.
Die Straße wand sich bergab und gab immer wieder herrliche Blick auf die Steilküste und das Meer preis. Wirklich herrlich.
An einem Aussichtspunkt an der Straße hielten wir kurz und genossen die Aussicht.
Immer wieder wurden uns tolle Ausblicke geboten. Da kaum Verkehr herrschte, war es kein Problem, einfach anzuhalten und Fotos zu schießen.
Wir folgten der kurvigen Straße weiter bergab, kamen am Hafen vorbei und passierten das Orson Hotel& Resort Con Dao. Zunächst hatte ich gedacht, das Hotel sei nicht mehr aber das wird tatsächlich noch betrieben. Gepflegt ist allerdings anders.
Entlang der frisch geteerten Straße fuhren wir weiter bis zum Strand Bãi Nhát, der tatsächlich mal zum Baden einlud.
Der feinsandige Strand ging sanft ins Wasser und war von Steinen umgeben. Es lag jedoch kein Müll rum und auch angespülte Korallen waren nicht zu sehen.
Von einem Aussichtspunkt blickten wir zunächst auf den einladenden Strand und fuhren ein paar Meter, um zum selbigen hinab zu gehen.
Marcel beurteilte die Wassertemperatur als sehr angenehm warm und wir schlenderten ein paar Meter durch den Sand mit herrlichem Blick auf das Meer.
Hätten wir Handtuch und Badesachen dabei gehabt, wären wir sicherlich noch etwas hier geblieben. Touristische Einrichtungen wie ein Cafe oder eine Verkaufsbude gab es nicht. Auch keine Sonnenschirme oder Strandliegen. Noch ein wunderschönes, unberührtes Fleckchen Natur.
Der Aussichtspunkt „Shark Cape“ (Mũi Cá Mập) befand sich direkt an der Straße und bot einen herrlichen Blick auf das Meer und die vorgelagerten Inselchen Hon Trac Lon und Hon Trac Nho.
Bevor wir zurück zum Hotel fuhren, kehrten wir im direkt an der Straße gelegenen Cafe „Sunrise Con Dao“ ein und gönnten uns ein erfrischendes, kaltes Getränk.
Mit Blick aufs Meer genossen wir den herrlich entspannten Tag und freuten uns gleich aber auch schon auf die angenehme Dusche.
Gegen 15 Uhr waren wir im Hotel und legten uns mit Lesestoff an den Pool. Heute hatten wir freie Platzwahl.
Das Wasser selbst war kühler als erwartet und so blieb es nur bei einer kleinen Badeeinheit.
Wir teilten uns eine Pizza und begaben uns gegen 16:30 Uhr zurück aufs Zimmer.
Gegen 18:15 Uhr liefen wir zum Madame Hà – Vegan & Vegetarian Restaurant direkt neben dem Gia Minh Hand-made Noodle Bistro, in dem wir gestern bereits gespeist hatten.
Auch heute erwartete uns wieder einmal ein sehr leckeres asiatisches Essen. Ich hatte mich für die Summer Rolls mit Sesam-Soja-Sauce entschieden und Marcel für das Curry mit Reiscrackern. Sehr empfehlenswert. Und wer möchte, kann sich ein Spiel mit an den Tisch nehmen und den Abend mal anders gestalten.
Gemütlich schlenderten wir um 19:30 Uhr zurück zum Hotel und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
