Auf der Suche nach einem besonderen Erlebnis war Marcel bei seiner Recherche auf die Höhlentouren von Oxalis Adventure Tours gestoßen. Vietnam bietet nämlich touristischen Zugang zu einigen der größten, schönsten und ältesten Tropfsteinhöhlen der Welt. Insbesondere rund um Phong Nha gibt es zahlreiche, beeindruckende Tropfsteinhöhlen.
So überlegten wir, welche Tour wir machen wollten, denn es gab mehrere zur Auswahl, die interessant klangen. Zunächst mussten wir entscheiden, wie lange wir unterwegs sein wollten. Sollte es nur eine Tagestour sein? Oder doch lieber zwei oder drei Tage?
Es gab sogar eine 7-Tagestour, wo es 6 Tage am Stück durch die Höhlenwelt Vietnams ging. Bei drei Wochen Aufenthalt in Vietnam war uns jedoch klar, dass wir davon keine ganze Woche irgendwo im Dschungel unterwegs sein und durch irgendwelche Höhlen kriechen wollten.
So schwankten wir zwischen zwei Touren, bei denen man ungefähr 15 km in zwei Tagen zurücklegen musste und dabei durch einige Höhlen ging und teilweise sogar durch schwimmen musste.
Zur Auswahl standen die Tu Lan Cave Encounter Tour und die Hang Tien Endeavor Tour, die beide als Drei-Tagestour angeboten wurden. Auf der Schwierigkeitsskala von Oxalis waren diese Touren mit Level 2 (moderat) bewertet. Der Fokus der Hang Tien Endeavor lag weniger auf Action als mehr auf spektakuläre, große Höhlen (vor allem Hang Tien – die größte Trockenhöhle im Gebiet). Die Tu Lan Cave Encounter Tour bot mehr Abwechslung und mehr Action (Klettern, Schwimmen, mehrere kleinere Höhlen). Insgesamt ging es durch 4 Höhlen; Hang Ken, Tu Lan, Hang Kim, Hang Hung Ton.
Wir lasen uns die Tourenbeschreibungen durch und waren am meisten von der Tu Lan Cave Encounter Tour überzeugt. 292 $ pro Person wurden für diese drei Tage Abenteuer fällig, wobei der dritte Tag eigentlich nur noch eine Fahrradtour in dem kleinen Örtchen Tan Hoa war.
Wir kontaktierten daher den Anbieter und bekamen innerhalb eines Tages Rückmeldung. Ja und was für eine Rückmeldung. Zunächst mussten wir einen relativ langen Fragebogen zur körperlichen Fitness und Gesundheit ausfüllen, zum Alter, zum Gewicht und zu allen möglichen anderen Dingen wie sportlichen Aktivitäten etc.
Außerdem mussten wir noch zwei Fotos einreichen, auf denen zu erkennen war, dass wir die richtige Konsistenz für diese Tour aufwiesen.
Am Anfang fanden wir das tatsächlich reichlich übertrieben, müssen aber im Nachhinein sagen, dass das vollkommen gerechtfertigt war, denn diese Tour ist nicht für jedermann geeignet.
Im Nachhinein würde ich die Tu Lan Cave Encounter auf einer Wanderskala als mit T3 bis T4 bewertete alpine Tour angeben, da man über unwegsames und bei Regen auch schlammiges Gelände, auf schmalen Dschungelfaden und durch teilweise enge Höhlen kraxeln muss. Auch Schwimmen sollte man können, denn während der Tour geht´s für insgesamt einen Kilometer im Wasser durch die verschiedenen Höhlen. Im Stockdunkeln und nur von der eigenen Taschenlampe beleuchtet. Am Ende wartete noch eine lange Leiterpassage (ca. 10 Meter), über die man gesichert hinaufsteigen musste.
Wir beantworten alle Fragen, bezahlten den offenen Betrag und waren gespannt, was auf uns warten würde.
Heute war es dann tatsächlich endlich soweit und der Fahrer holte uns um 7:30 Uhr an der Unterkunft Victory Road Villas in Phong Nha ab.
Auch unser Guide Lam war mit dabei und teilte uns mit, dass wir uns freuen konnten, denn wir waren tatsächlich nur zu zweit.
In der Regel können bis zu zehn Personen an einer Tour teilnehmen. Wir hatten vorher schon immer mal den Kalender von Oxalis gecheckt. Weitere Gäste hatten sich nämlich auch ein paar Tage vor der Tour nicht angemeldet. Wir waren daher davon ausgegangen, dass die Tour bestimmt noch abgesagt werden würde aber weder in den AGBs noch sonst irgendwo fanden wir etwas über eine Mindestteilnehmerzahl.
Und so war es dann auch. Der Anbieter ließ die Tour stattfinden auch wenn wir nur zu zweit waren.
Vor uns lag eine einstündige Fahrt in das kleine Dörfchen Tan Hoa, das etwa 70 Kilometer von Phong Nha entfernt lag. Das Wetter hätte besser sein können, denn die ganze Zeit über nieselte es oder regnete etwas stärker. Die Ausläufer des Zyklons an der Küste Vietnams waren leider auch hier zu spüren.
Wir hofften, dass wir die Tour trotzdem so durchführen konnten, wie sie auf der Seite beschrieben war, denn Lam war noch nicht sicher, ob der Wasserstand in den Höhlen durch den Regen der letzten Wochen nicht zu hoch war.
In Kehren fuhren wir bergauf in Richtung Tan Hoa. Schade, dass man von der Landschaft um uns herum aufgrund des dichten Nebels nichts sehen konnte.
An der Tu Lan Lodge in Tan Hoa befand sich das Basiszentrum von Oxalis.
Lam führte uns zu einem Tisch und bereitete uns darauf vor, dass es bald losgehen konnte. Wir nahmen Platz, tranken etwas und bereiteten schon mal unsere Rucksäcke und Taschen für die Abreise vor.
Nach etwa 20 Minuten kam Lam wieder, schaltete den Fernseher ein und ging mit uns die Details zum Ablauf der Tour durch.
Auch erklärte er uns, worauf wir unterwegs unbedingt achten sollten und falls es Probleme geben sollte, immer Bescheid zu sagen. Mit dabei war auch ein Sicherheitsguide, so dass jeder von uns quasi einen eigenen Guide hatte, der ein Auge auf uns hatte.
Drohnen waren nicht erlaubt und für die Höhlendurchquerung wurde uns eine wasserdichte Box bereitgestellt. Wir hoffen daher, dass wir unsere Spiegelreflex mitnehmen konnten, denn Handy Fotos sind alles andere als gut für die nachträgliche Diashow auf dem Fernseher.
Wir sahen allerdings bei dem Nieselregen schwarz, dass wir überhaupt irgendetwas fotografieren konnten und waren gespannt ob der Regen abzog. Aber zum Glück hatten wir auch die GoPro dabei.
Lam meinte allerdings, dass der Regen uns nun leider die nächsten zwei Tage begleiten würde. Da wir aber im Dschungel unterwegs waren und ein Blätterdach über dem Kopf haben würden, sahen wir dem Ganzen positiv entgegen. Außerdem würden wir bei den Höhlendurchquerungen sowieso nass werden.
Wie Lam uns erklärte stand ganz am Anfang auch eine Flussdurchquerung an und im Moment hatte der Fluss Rao Nan noch relativ viel Wasser, so dass wir ungefähr bis Hüfthöhe nass werden würden. Wir konnten es kaum erwarten endlich zu starten.
In Ruhe gingen wir alles durch, packten die restlichen Sachen zusammen, die wir nicht benötigten bzw. die die Träger vorab schon zum Camp bringen würden und bekamen einen wasserdichten Tagesrucksack, zwei Getränkeflaschen, einen Helm, Stirnlampen und Handschuhe für die scharfkantigen Felsen (die waren echt Gold wert). Wer keine eigenen Schuhe für die Tour hat, kann sich hier auch welche leihen. Abgeraten wir übrigens von wasserdichten Wanderschuhen, da diese bei den Schwimmpassagen nass werden und nicht mehr trocknen. Goretex soll das Wasser ja eigentlich draußen halten aber wenn es von oben in den Schuh läuft, bleibt es im Schuh.
Wir hatten uns im Vorfeld informiert, welche Schuhe bei Höhlentouren empfohlen werden. Ich hatte mich daher für die Damen Drainmaker XTR Schuhe von Columbia entschieden und Marcel für Schuhe von Tropicfeel. Beide Schuhe trockneten wirklich schnell und wir hatten keine unangenehm nassen Füße. Meine hatten allerdings mehr Grip und besseres Profil. Marcel rutschte doch häufiger mal im Schlamm weg und musste aufpassen, nicht zu stürzen. Dafür musste ich meine am Ende des Urlaubs reklamieren, da sich ein Loch genau an der Naht aufgetan hatte. Da die Schuhe von Columbia mir aber sonst gute Dienste geleistet hatten und ich damit sicher unterwegs war, würde ich diese trotzdem noch einmal kaufen.
Nachdem wir alles vorbereitet und die restlichen Sachen gepackt hatten, konnten wir endlich starten. Heute lagen ungefähr 7 km Wanderung bis zur Ton Cave, der Ken Cave und dem ersten Camp vor uns.
Von der Lodge aus folgten wir einem Weg entlang der Felder auf denen Kühe grasten.
Der asphaltierte Weg wurde als Straße, Viehweg oder Fahrradweg genutzt. Schade, dass die Aussicht heute so beschränkt war und dichte Wolken die Karstfelsen umgaben.
Die Asphaltstraße ging in eine Schotterpiste über. Kuhfladen lagen links und rechts ist Weges und wir versuchten diesen so gut wie möglich auszuweichen, um nicht schon zu Beginn der Tour überall Dreck zu haben.

Der Weg wurde schmaler und matschiger und der Regen stärker. Wir bekamen einen ersten Eindruck davon, was uns in den nächsten Tagen erwarten würde.


Wer Schlamm nicht mag, ist bei der Tu Lan Cave Encounter Tour auf jeden Fall nicht an der richtigen Stelle. Denn dreckig würden wir häufiger werden.
Wir passierten einen Wachposten, der darauf achtete, dass Touristen nur in Begleitung eines ortskundigen Führers und eines Sicherheitsguides unterwegs waren. Die Höhlen rund um Tan Hoa dürfen nur im Rahmen von Oxalis Touren besucht werden. Eine alleinige Erkundung der Höhlen ist verboten und wird mit einem saftigen Bußgeld geahndet.
Nach der etwa ca. 2,5 km Wanderung entlang der Felder erreichten wir den Rao Nan Fluss.
Über einen schlammigen Pfad liefen wir abwärts zum Flussufer. Wir waren gespannt, ob die Schuhe nun hielten, was sie versprachen.

Wir bereiteten uns auf die Durchquerung des Flusses vor, der insbesondere in der Mitte eine ordentliche Strömung aufwies. Lam sagte daher, dass wir uns ineinander verhaken sollten und Arm in Arm zum anderen Ufer laufen würden.
Der Sicherheitsguide nahm unsere Spiegelreflex an sich und brachte diese wohlbehalten auf die andere Seite, denn leider passte diese nicht in die wasserdichte Dose. Aber wir hatten zum Glück auch noch wasserdichte Taschen dabei, die wir bei den Wasserpassagen nutzen wollten.
Die Strömung war gut zu spüren und wir waren froh, dass Lam uns beim Durchqueren des Flusses zur Seite stand.
Auf der anderen Seite angelangt, stiegen wir am schlammigen Ufer auf den Pfad und wanderten in Richtung Felswand. Der Nachteil der Schuhe war ganz klar, dass diese viel weniger Grip hatten als normale Wanderschuhe. Aber das Wasser lief sofort aus den Schuhen und hinterließ kein nasses Gefühl.
Was von weitem aussah wie undurchdringliches Gelände, wurde beim Näherkommen als unsere Aufstiegsroute sichtbar.
Doch zunächst mussten wir auf dem matschigen Untergrund aufpassen, nicht wegzurutschen. Das war schon eine kleine Herausforderung und wir waren auf den weiteren Wegverlauf gespannt.
Der Pfad endete abrupt und über die scharfkantigen Felsen nahmen wir den Aufstieg in Angriff. Damit wir uns an den Händen nicht verletzten und diese nicht zu dreckig wurden, zogen wir die wasserdichten Handschuhe an.

Der knackige Aufstieg war kurz aber hatte es in sich. Immer wieder mussten wir hohe Felskanten überwinden und aufpassen, am scharfen Gestein nicht hängen zu bleiben oder uns die Knie aufzuschlagen.
Auf der Hälfte des Weges machten wir eine kurze Verschnaufpause. Viel Platz zum Stehen war allerdings nicht. Jeder musste sich eine kleine Fläche suchen, auf die er gerade stehen konnte.
Da Marcel den ersten Blutegel auf seiner Hose entdeckt hatte, empfahl Lam uns, die Socken über die Hose zu ziehen. Wir kamen dem nach und hofften, dass die Biester so keine Chance auf unser Blut hatten.
Wir waren froh, dass die Sonne nicht schien und der Regen uns kühlte, denn wir waren ganz schön ins Schwitzen gekommen.
Wir folgten Lam weiter über das unwegsame Gelände bergauf. Wer hier schon Probleme hat, dem sei gesagt: Es wird nicht besser.
Nach rund 100 Höhenmetern hatten wir den höchsten Punkt erreicht und gönnten uns einen Schluck Wasser.
Entlang eines erkennbaren Pfades ging es bergab. Auch hier war Vorsicht geboten, denn der Untergrund war durch die Nässe wirklich rutschig. Wanderstöcke hatte ich keine im Gepäck aber ein dicker, stabiler Stock erfüllte denselben Zweck. Beim Hinaufkraxeln waren Stöcke auch eher hinderlich als hilfreich.

Es blieb uns leider nicht erspart, dass wir uns die Knie am scharfen Gestein anschlugen. Immerhin schützten die Handschuhe bestens vor Verletzungen.
Der schmale, matschige Pfad führte uns in einen Talkessel.
Umgeben von den hohen Karstfelsen genossen wir einen Moment die unglaubliche Landschaft und die uns umgebende Ruhe. Ein ganz besonderer Ort.
Der Regen wurde jedoch stärker und wir waren froh als wir die Freifläche hinter uns ließen und zurück im Wald waren.
Wieder ging es bergauf in Richtung der Hang Hung Ton (Ton Cave).
Über Stock und Stein aber auf einem erkennbaren Pfad kamen wir unserem Zwischenziel immer näher.

Bevor wir hinauf zur Ton Höhle gingen, konnte ich noch schnell das stille Örtchen aufsuchen. Unter einem Hartplastikzelt hatten die Mitarbeiter von Oxalis zwei fixe Biotoiletten aufgestellt. Das „Abspülen“ wurde mit den Hülsen von Reiskörnern erledigt, die man einfach drauf schüttete.
Über eine Metallleiter stiegen wir hinauf in die beeindruckende Hang Hung Ton (Ton Cave), wo der Koch und die Träger bereits auf uns warteten und das Essen vorbereitet hatten. Die Erkundung der Höhle war erst für Morgen geplant. Heute wurde nur das Mittagessen im Trockenen eingenommen.
Die Träger machten sich bei Ankunft wieder auf den Weg in Richtung Camp. Der Koch, Lam und unser Sicherheitsguide setzten sich mit uns an den Tisch und gemeinsam ließen wir uns das frisch zubereitete Mahl schmecken. Es gab Frühlingsrollen zum Selbstherstellen, dass uns immer wieder vor eine Herausforderung stellte, weil die Reisblätter einfach nicht halten wollten.
Außerdem gab es Bananen, Omelette und eine Auswahl an Gemüse. Viel zu viel für 5 Personen aber wirklich sehr lecker.
Da wir ohne weitere Tourteilnehmer extrem schnell unterwegs waren und Lam nicht zu früh am Camp ankommen wollte, rasteten wir rund eine halbe Stunde in der Höhle. So konnten wir etwas trocknen und uns die Tropfsteine ansehen. Eine Erkundung der Höhle auf eigene Faust war nicht gestattet.


Gegen 13 Uhr ging es weiter in Richtung Camp.
Über die Metallstufen ging es hinab zum Pfad, dem wir nach rechts folgten.
Wieder erwartete uns ein steiler Aufstieg über scharfkantiges Gestein.
Manche Tritte waren so hoch, dass ich kaum mein Bein hochbekam und immer wieder mit den Knien auf die Steine aufkam. Da waren blaue Flecken jetzt schon vorprogrammiert.
Am höchsten Punkt angekommen stiegen wir durch den Dschungel hinab zum Camp, dass wir bereits gegen 13:30 erreichten.

Bevor es zur ersten Erkundung der Ken Cave ging, konnten wir eine halbe Stunde entspannen und trockene Sachen anziehen. Es war zwar nicht kalt aber durch den ständigen Regen und die Nässe fröstelte ich trotzdem. Ich zog Fließpullover und Leggins an und wir ließen das erste Abenteuer Revue passieren.
Da ich natürlich meine trockenen Sachen nicht auch noch nass machen wollte, zog ich mich kurz vor Aufbruch wieder um. Wobei das echt nicht schön ist, kalte, feuchte Klamotten anzuziehen. Brrr.
Wir bekamen außerdem Rettungswesten, die verpflichtend tragen zu waren.
Zu Fuß begaben wir uns vom Camp zum Eingang der Ken Höhle. Über die Felsblöcke zu kraxeln war gar nicht leicht und immer wieder mussten auch die Hände zum Einsatz kommen.


Wir stiegen hinab zu einem kleinen Floß, auf dem es durch die unbeleuchtete Höhle ging.


Mit unseren Stirnlampen strahlten wir die beeindruckenden Tropfsteine an.
An einem Stein entdeckten wir eine große Spinne. Zum Glück war ich auf dem Boot. Allerdings sollten wir das possierliche Tierchen nicht zum letzten Mal zu Gesicht bekommen haben.
Am Ende der fahrbaren Strecke balancierten wir vom Boot auf die Felsen und erkundeten mit Lam und unserem Sicherheitsguide die Ken Cave. Das erste Höhlenabenteuer.
Fledermäuse schwirrten unter der hohen Decke und wir genossen die unwirkliche Atmosphäre. Bis auf das Rauschen des Wassers war nichts zu hören.
Lam führte uns durch die Ken Höhle und zeigte uns immer wieder spektakuläre Tropfsteine, die von der Decke bis zum Boden reichten oder vom Boden in die Höhe wuchsen.
Wir hatten unsere eigene Taschenlampe eingepackt und leuchteten die Tropfsteine in blau, grün und rot an.

Am Ende des Weges sagte Lam, dass wir uns nun für 5 Minuten hinsetzen und die Taschenlampen ausschalten sollten.
In absoluter Dunkelheit ließen wir die Atmosphäre auf uns wirken. So gar nichts zu sehen, ist schon unheimlich. Ich stellte mir die ganze Zeit vor, dass eine Spinne von hinten über meinen Rücken krabbeln würde und war froh als wir die Lichter wieder anschalteten.
Auf selben Weg folgten wir Lam zurück. Zeit für ein cooles Foto. Der Sicherheitsguide beleuchtete uns von hinten mit einer lichtstarken Taschenlampe und Lam von vorne mit der Stirnlampe und konnte damit ein wirklich tolles Foto kreieren.
Mitten durch die Ken Cave ging es zum Boot und nun war auf den letzten Metern Schwimmen angesagt. Freiwillig natürlich. Da ich etwas fröstelte und mich die Szenerie in die Höhle auch immer etwas an einen Horrorfilm erinnerte, war ich zunächst nicht sicher, ob ich wirklich in der dunklen Höhle in das tiefe Wasser springen wollte.
Marcel hingegen zappelte nicht lange und ließ sich vom Boot ins kühle Nass gleiten.


Nach einigem Zögern überwand ich die Angst und gesellte mich zu ihm. Man ist ja schließlich nur einmal hier und kann so etwas machen. Abenteuer pur.

Da die Decke der Höhle sehr hoch war, konnten wir im Schein unserer Taschenlampen nicht allzu viel sehen. Für mein Kopfkino, dass durch diverse Horrorfilme aus meiner Jugend vorbelastet war, vermutlich auch besser.
Wir schwammen in Richtung Ausgang und Lam schoss vom Boot ein paar Fotos von uns und machte Videos.


Strömung gab es keine, so dass man sich definitiv nicht fürchten muss.

Gegen 15 Uhr stiegen wir nass und glücklich aus dem Wasser und liefen zurück zum Camp. Was für ein Abenteuer.
Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung.
Für die Touristen standen am Flussufer SUPs zur Verfügung und da die Klamotten jetzt eh nass waren, wollten wir uns mal dran versuchen. Vielleicht ein neues Hobby?
Auf den Stand-Up-Boards zu stehen war leichter als gedacht und wir paddelten ein wenig durch das Wasser und genossen die atemberaubende Landschaft.

Nach einer halben Stunde, kehrten wir zum Camp zurück und zogen uns trockene Sachen an. Die nassen Klamotten konnten wir auf Kleiderbügeln trocknen, wobei das bei dem feuchten Wetter vergeblich war.
Lam schlug uns vor, dass er für uns das Dampfbad herrichten könnten. Dampfbad? Hier im Dschungel? Oh ja. Dafür stand ein stabiles rundum geschlossenes Zelt bereit. Eine Gasflasche erhitzte das Wasser, das mit Zitronengras aromatisiert war. Wir sagten ja und er bereite alles vor.
Nach ungefähr 30 Minuten konnten wir uns hinein begeben. Die Wärme tat wirklich gut und wir schwitzten uns die Kühle aus dem Körper. Es war erstaunlich warm hier drin. Das Zelt isolierte wirklich gut.
Nach 20 Minuten Spa im Dschungel reichte es uns und wir zogen uns in den Umkleidekabinen trockene Sachen an. Unsere Handtücher würden bis Morgen allerdings nicht trocknen.
Lam hatte das Lagerfeuer entzündet und wir konnten unsere nasse Kleidung und die Schuhe trocknen und uns aufwärmen.
Ein leckeres, vietnamesisches Abendessen wartete zum Abschluss des Tages auf uns. Mein Favorit waren die Kartoffelchips, die frisch für uns zubereitet worden waren. Auch der Rest schmeckte wirklich ausgezeichnet und mit vollem Magen genossen wir den restlichen Abend am Lagerfeuer.
Wir unterhielten uns noch einige Zeit mit Lam, der gegen 20 Uhr im Zelt verschwand.
Da das Feuer langsam aus ging, zogen auch wir uns ins Zelt zurück und versuchten zu schlafen.
Der Vorteil des Camps war, dass man das Rauschen des Wasserfalls gut hörte und somit keinerlei unheimliche Dschungelgeräusche. Nur die Toilette im Dunkeln aufzusuchen war unheimlich, da man mit der Taschenlampe den Weg ableuchten musste und ständig darauf wartete, irgendein Getier zu entdecken. Schlagen kommen allerdings nicht so schnell ins Camp, denn dies ist mit Amphibienschutzzäunen, die man auch von den Krötenwanderungen kennt, gesichert. Aber natürlich können diese durchaus auch über Bäume oder das Wasser ins Camp gelangen. Die Mitarbeiter halten aber Ausschau nach Schlangen und entfernen diese wenn nötig.
Das Rauschen des Wassers ließ uns alsbald in den Schlaf fallen.
