In den letzten beiden Tagen hatten wir sowohl die brasilianische, als auch die argentinische Seite der Iguazu-Wasserfälle erkunden. Heute war es für uns daher Zeit, weiter zu reisen. Mit dem Flugzeug sollte es nach Manaus gehen, denn dort hatten wir für die nächsten vier Tage eine Birdwatching-Tour im Amazonas Gebiet gebucht. Den Flug mit Latam von Foz do Iguazu via São Paulo nach Manaus hatten wir bereits zu Hause gebucht. Wir standen daher um 7:00 Uhr auf und begaben uns zum Frühstück. Das Wetter war alles andere als gut. Dichter Nebel hang über der Landschaft und ich war gespannt, ob wir bei dem Nebel überhaupt fliegen konnten.
Am frühen Morgen hatten wir noch Flugzeuge landen und starten hören aber ob der Nebel da auch so dicht gewesen war? Wir hofften das Beste. Bis zum Abflug um 10:05 Uhr war ja noch etwas Zeit. Also erstmal ein letztes Mal in Wish Hotel Golf Resort frühstücken, Sachen packen und auschecken.
Gegen 8:15 Uhr kam unser Uberfahrer und brachte uns in 10 Minuten zum Flughafen.
Die Kofferabgabe dauerte ewig obwohl wir bereits die Labels am Automaten ausgedruckt hatten. Express Baggage Service war das nicht. Aber zum Glück waren kaum Leute vor uns und nach 20 Minuten begaben wir uns zur Sicherheitskontrolle.
In Brasilien kann man seine Flüssigkeiten über 100 ml übrigens mit an Bord nehmen. Also auch Getränke etc.
Wir setzen uns ans Abfluggate 7 und ich checkte mal per App den Status unseres Flugzeugs. Dabei sah ich allerdings, dass bereits zwei andere Flieger ihre Runden über dem Flughafen kreisten und es war klar, landen konnten die anscheinend bei dem immer noch dichten Nebel nicht.
Auch unser Airbus von Latam war bereits aus Sao Paulo unterwegs und kreiste ebenfalls. Anscheinend war in der ganzen Region heute der Nebel so dicht, denn auch an den umliegenden Flughäfen konnte kein Flieger landen.
Zunächst wurde eine Verspätung angezeigt und wir bekamen einen Verzehrgutschen per App bereitgestellt. Angesetzt wurde der Abflug für 10:50 Uhr aber ich sah schwarz und sollte recht behalten.
Letztendlich wurde der Flug um 10:30 Uhr gecancelt und flog zurück nach Sao Paulo. Für uns suboptimal, da ja bereits morgen früh unsere Amazonas-Tour startete.
Wir begaben uns daher erstmal zum Boarding-Schalter. Der Mann sprach so gut wie kein Englisch aber ich bekam von nebenan mit, wie einer Frau mitgeteilt wurde, dass sie ihr Gepäck abholen und erneut zum Check-In gehen sollte. Da wurde dann alles weitere geregelt. Also taten wir dem gleich und gingen zum Gepäckband.
Leider war unser Gepäck mit eines der letzten, dass auf dem Band landete und somit waren so gut wie alle anderen Passagiere aus unserem Flieger vor uns am Schalter.
Mittlerweile war uns in der App auch ein neuer Flug zugewiesen worden. Nur für den falschen Tag – nämlich morgen Nachmittag. Das war eigentlich keine Option. Wir hofften daher auf eine andere Alternative, denn genug Abflüge nach Manaus gingen heute noch.
Was dann folgte war ne echt Katastrophe. Die Schlange am Check-In war endlos lang und bewegte sich überhaupt nicht vorwärts. Auch am Premiumschalter herrschte Chaos. Die ersten Leute beschwerten sich aber was sollte das ändern?
Mittlerweile hatte es natürlich aufgeklart und die ersten Flieger landeten wieder. Was für ein Mist. Wie konnte man so ein Pech haben? Es war elf Uhr und laut Latam App hätte es für uns noch einige Möglichkeiten gegeben, nach Manaus zu kommen. Nur waren die Flüge anscheinend alle bereits ausgebucht.
Da sich die Warteschlange nur im Schneckentempo vorwärts bewegte, ging Marcel zum Serviceschalter, wo er hoffte, den Flug nun umbuchen zu können. Es gingen auch noch mit Gol und Azul Flüge nach Manaus.
Der Servicemitarbeiger sprach leider ebenfalls kaum Englisch aber ein brasilianischer Passagier kam Marcel zu Hilfe und übersetzte.
Wie erwartet waren alle Flüge mit Latam ausgebucht aber wir sollten am Check-In Schalter nach dem Flug mit Gol um 14:40 Uhr fragen. In dem Flieger waren wohl noch Plätze frei. Also gesellte sich Marcel wieder zu mir und wir warteten und warteten und warteten.
Mittlerweile standen auch andere Passagiere für die späteren Latam-Flüge in der Warteschlange, was die Situation zusätzlich verkomplizierte, denn nun waren nicht mehr alle Schalter für unseren Flug zuständig, sondern nur noch 3 bis 4 Schalter.
Stunde um Stunde verging und mittlerweile konnten wir auch den Flug mit Gol um 14:40 Uhr knicken.
Die Stimmung wurde nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen Wartenden immer kritischer. Klatschen und Gegröle untermalten das Unbehagen und wir hofften, dass es nun endlich voranging, denn manchmal tat sich an den Schaltern einfach gar nichts mehr.
Um 15:00 Uhr – also nach rund 4 Stunden des Anstehens in der Schlange – waren wir endlich an der Reihe.
Bei den meisten Passagieren vor uns hatten wir schon gesehen, dass die einen Hotelgutschein erhalten hatten. Also hatten auch wir keine allzu große Hoffnung.
Marcel machte jedoch bei der Dame an Check-In direkt Nägel mit Köpfen und zeigte ihr den Flug mit Azul um 20 Uhr. Die letzte Option für uns, um heute nach Manaus zu kommen. Sie sprach natürlich auch kein Englisch aber schickte den Flug per WhatsApp direkt an den Supervisor, der entscheiden musste, ob sie buchen durfte oder nicht.
Es dauerte ein wenig aber schlussendlich bekamen wir eine Buchungsbestätigung für den Flug mit Azul. Halleluja, der erste Schritt in die richtige Richtung war geschafft und wir hatten noch ein Fünkchen Hoffnung, dass wir unsere Tour morgen wie geplant starten konnten.
Marcel fotografierte die Buchungsbestätigung ab, mit der wir dann zum Schalter von Azul gingen. Lief alles etwas anders hier in Brasilien.
Einchecken konnten wir allerdings noch nicht. Erst vier Stunden vorher. Also wieder warten. Wir beschlossen daher erstmal was zu essen und dann erneut zum Check-In zu gehen.
Bei Giraffas aßen wir Burger mit Pommes und luden das Handy erstmal wieder auf. Dass der Tag heute so eine Wendung nehmen sollte, hätten wir auch nicht gedacht. Durch die Stornierung des Fluges mussten alle Passagiere irgendwie anderweitig umverteilt werden.
Um 16 Uhr ging es erneut zum Check-In-Schalter von Azul, wo zwar bereits ein paar andere Passagiere warteten aber noch kein Mitarbeiter zu sehen war.
Erst um halb 5 begann der Check-In. Wir waren gespannt, ob das Ganze jetzt reibungslos ablief aber bekamen tatsächlich unsere Tickets für den Flug nach Sao Paulo und den Weiterflug von dort nach Manaus.
Anstatt um 15:35 Uhr kamen wir um 01:40 Uhr an. Aber besser als gar nicht. Wenn man überlegt, dass wir heute um 08:30 Uhr am Flughafen gewesen waren und diesen erst um 20 Uhr verlassen würden, war das echt keine Glanzleistung von Latam. Ein ganzer Urlaubstag einfach so versenkt.
Bis zum Abflug um 20 Uhr hatten wir jetzt noch drei Stunden Zeit und beschlossen nach der ganzen Aufregung zum Golfplatz Iguassu Falls des Wish Golf Resorts zu fahren.
Auch wenn wir nur noch ein paar Bahnen bis zum Einbruch der Dunkelheit spielen konnten, kamen wir wenigstens noch einmal an die Luft. Wir hielten uns beide tapfer und schluckten die schlechte Laune runter.
Das Uber brachte uns in zehn Minuten zum Resort.
Im Clubhaus war leider keiner mehr aber ein Mitglied des Golfclubs half uns mit Schlägern und E-Cart aus. So konnten wir auch noch ein wenig Zeit sparen.
Wir fackelten nicht lange und legten direkt los. Erstaunlicherweise liefen die Abschläge bei uns beiden echt gut. Hätte ich nach dem Tag nicht erwartet.
Wir genossen das schöne Wetter und spielten uns von Bahn zu Bahn.
Das 6., 7., und 8. Loch mussten wir jedoch aufgrund der einbrechenden Dunkelheit außen vor lassen.
An der neunten Bahn verlor Marcel außerdem noch seinen Ball, so dass ich die 9 alleine zu Ende spielte und wir mit dem letzten Büchsenlicht zum Clubhaus zurück fuhren, das E-Cart abstellten und die Schläger zurück gaben.
Der Mitarbeiter des Hotels nahm alles entgegen und wir bezahlten Greenfee, Cart und Leihschläger.
Marcel rief ein Uber, das bereits nach drei Minuten eintraf und uns zum Flughafen brachte, den wir gegen 19 Uhr erreichten.
Wir passierten die Sicherheitskontrolle und konnten eine halbe Stunde später in den Flieger einsteigen. Bis zum Zwischenstopp am Flughafen Viracopos (VCP) in Sao Paulo, lag zum Glück nur eine Stunde Flug vor uns.
Wir starteten pünktlich, erreichten nach einem ruhigen Flug um 21 Uhr den Flughafen und begaben uns direkt zum Abfluggate nach Manaus.
Der Flug war für 22:55 Uhr angesetzt. Ein wenig Wartezeit lag daher noch vor uns.
Auch beim Flug AD 4451 mit Azul begann das Boarding pünktlich. Unsere Plätze waren leider fast in der letzten Reihe. Ich sitze nicht gerne hinten, da man Turbulenzen sehr viel stärker merkt als in der Mitte des Fliegers. Aber vielleicht war ja auch der 3,5-stündige Flug nach Manaus ruhig.
Als alle an Bord waren, konnte es pünktlich los gehen in Richtung Manaus. Nur rund 20 Minuten nach Abflug begannen jedoch Turbulenzen, die rund 1,5 Stunden mal mehr und mal weniger stark andauerten. Für mich eine echte Vollkrise.
Angespannt versuchte ich irgendwie die Situation zu meistern aber jede stärkere Turbulenz löste in mir gleich Panik aus. Ich blickte aus dem Fenster und sah immer wieder dichte Wolken, durch die wir auf 39.000 Fuß hindurch mussten.
Ich klammerte mich an Marcel und hoffte von Minute zu Minute, dass es endlich ruhiger wurde. Das Zeit relativ ist, merkte ich auf dem Flug. All meine Beruhigungsübungen brachten nichts, da die Turbulenzen einfach nicht endeten.
Als der Pilot die Anschnallzeichen ausschaltete, ging ich direkt aufs Klo und konnte mich beruhigen.
Die verbleibenden zwei Stunden Flug konnte ich noch ein wenig schlafen, denn weitere Turbulenzen gab es nicht. Ich hasse fliegen.
Um 2:40 Uhr hatten wir festen Boden unter den Füßen. Unser Gepäck war bei Ankunft schon auf dem Band und wir konnten uns direkt ein Uber zum Ibis Budget Manaus bestellen, wo wir die verbleibenden 4 Stunden noch nächtigen konnten.
In Manaus herrschte im Vergleich zu Sao Paulo eine Stunde Zeitverschiebung. Es war also anstatt drei Uhr erst zwei. Eine Stunde länger schlafen.
Das Uber kam innerhalb weniger Minuten und brachte uns in zehn Minuten zum Hotel. Durch Manaus in der Nacht zu fahren hatten wir ja eigentlich vermeiden wollen aber zum Glück gab es keine Probleme. Wir checkten ein und legten uns direkt schlafen. Bereit um sieben klingelte der Wecker wieder.
