Um 4 Uhr morgens schälten wir uns nach einer kurzen Nacht aus dem Bett. Wir verließen Rio de Janeiro heute bereits wieder und machten uns auf den Weiterflug zu den beeindruckenden Iguazu-Wasserfällen. Sie liegen an der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien und bestehen aus rund 275 einzelnen Wasserfällen, die sich über etwa 2,7 Kilometer erstrecken.
Wir packten daher die Sachen zusammen, checkten aus und verließen das Hotel Windsor Marapendi.
Mit dem Uber ließen wir uns zum Terminal 2 des Flughafens fahren. Rund 36 Minuten Fahrzeit lagen vor uns. Zur Rush Hour kann dies auch gerne bis zu drei Mal so lange dauern.
Wir stiegen am Abflug aus und liefen zu den Check-In Schaltern von GOL. Viel los war nicht und so waren wir recht schnell unser Gepäck los und begaben uns zur Sicherheitskontrolle.
Vorteil bei Inlandsflügen in Brasilien – die Wasserflasche darf behalten werden. Hier gibt es keine 100ml Beschränkung.
Bis zum Boarding hatten wir noch rund eine Stunde Zeit und warteten im Abflugbereich auf die Bekanntgabe des Gates.
Um 06:30 Uhr begaben wir uns zum Einstieg in die Boeing 737-800 Max. Ausgerechnet der Flieger. Mit meiner Flugangst stieg ich ja nicht gerade guten Gewissens in die Maschine. Aber gut, wann mache ich das schon.
Pünktlich verließen wir Rio um 07:15 Uhr und rollten zum Abflug. Rund zwei Stunden Flug lagen bis Foz do Iguazu vor uns.
Nachdem wir ein letztes Mal auf Rio, den Zuckerhut und die Christo-Statue geblickt hatten, verschwanden wir hinter den Wolken und blieben bis zum Landeanflug auch in diesen.
Sonnenschein über den Wolken gab es heute nicht. Zum Glück erwarteten uns unterwegs nur leichte Turbulenzen.
Um 09:30 Uhr landeten wir in Foz do Iguazu. Da kein anderer Flieger vor uns gelandet war und der Flughafen generell recht überschaubar groß war, dauerte die Gepäckausgabe nur wenige Minuten.
Wir begaben uns zum Ausgang, wo Marcel ein Uber zu unserem Hotel Wish – Foz do Iguazu Golf Resort – bestellte, in dem wir die nächsten zwei Nächte verweilen würden.
Interessehalber hatten wir mal nach Online-Eintrittskarten für die brasilianische Seite der Wasserfälle geschaut und entsetzt festgestellt, dass diese zeitlich limitiert waren.
Mein Plan war gewesen, irgendwann nach Abgabe des Gepäcks im Hotel zu den Wasserfällen zu fahren und einfach hineinzugehen. Aber online wurden uns nur noch Tickets ab 15 Uhr angezeigt. Zudem behält sich der Nationalpark vor, bei zu viel Andrang, die Zeit auch nach hinten schieben zu dürfen. Das wäre natürlich ein Desaster, wenn wir aufgrund meiner schlechten Planung keine Möglichkeit gehabt hätten, die Wasserfälle von der brasilianischen Seite aus zu sehen. Doch der Tag war noch lang und zunächst wollten wir daher erstmal eine Runde spielen.
Der 18-Loch-Platz des Wish Golf Resorts bot mit seinen breiten Fairways eine gute Ausgangslage für Anfänger wie uns. Außerdem gab es auch keine Handicap-Beschränkung von 36. Für eine ausführlichen Eindruck und unserem Spiel sei auf den separaten Bericht verwiesen (=> Golfrunde auf den ersten neun Löchern auf dem Iguassu Falls 18-Loch-Golfplatz).
Nach der erfolgreichen 9-Loch-Runde gaben wir die Schläger zurück und liefen zum Check-In zum Hotel. Unser Zimmer war zum Glück schon fertig und wir machten uns kurz frisch, bevor wir uns auf den Weg zum Iguazu-Wasserfällen machten.
Ein Uber vom Wish Golf Resort zum Nationalparkeingang zu bestellen, dauerte etwas länger als gewöhnlich. Der erste Fahrer sagte mittendrin ab und wir warteten daher rund 10-15 Minuten, bis endlich ein Fahrer kam.
Dieser brachte uns in rund 10 Minuten zum Parkeingang, wo wir an Ticketautomaten die Eintrittskarten kauften. Einen Schalter mit Personal gab es nicht mehr aber Unterstützung an den Automaten durch Mitarbeiter des Parks. Die Automaten konnte man aber auf Englisch einstellen.
Die nächste freie Zeit war auch hier erst 15 Uhr. Wir hatten zwar erst 13:45 Uhr aber so voll war es nicht mehr und wir hofften daher, einfach schon eher zu den Wasserfällen gehen zu können.
Zunächst bezahlten wir den Preis von 131 BRL/ Person (ca. 22 Euro, Stand: Mai 2026), in dem auch der Shuttlebus zu den einzelnen Stationen inkludiert war. Unser Ziel – wie das der meisten Touristen – war der 1,5 Kilometer lange Trilha dos Catarates.
Dafür lag eine rund 10 Kilometer lange Fahrt mit dem Shuttlebus vor uns. Die Linienbusse verkehren hier im Minutentakt, um die Masse an Besuchern zu den Aussichtspunkten transportieren zu können. Für Sportliche gab es auch die Möglichkeit, ein Fahrrad auszuleihen. Allerdings sei gesagt, dass die Strecke sehr profiliert ist und es keine Elektrofahrräder gab.
Marcel aß noch einen Happen und wir begaben uns zum Eingang, wo wir fragten, ob wir auch schon früher mit dem Bus fahren konnten. War zum Glück kein Problem und wir sparten uns weitere 45 Minuten Wartezeit.
Zusammen mit den zahlreichen anderen Leuten stiegen wir in den Bus. Stehen muss übrigens keiner. Ein Mitarbeiter des Nationalparks zählt die verfügbaren Plätze und lässt nur so viele durch, wie Sitzplätze im Bus sind.
Über die gut ausgebaute Asphaltstraße brachte uns der Busfahrer an den drei Zwischenstation Trilha Sao Jorge, Macuco Safari (Parada Macuco) und Belmond Hotel das Cataratas (Hotelstopp) vorbei zum Endpunkt – dem Trilha dos Catarates.
Für die Wanderung sollte man rund 1-2 Stunden einplanen.
Der Weg führte entlang der Steilkante des Flusses und bot immer wieder spektakuläre Panoramablicke auf die zahlreichen Wasserfälle. Am Ende der Wanderung gelangte man über einen Steg direkt an den Rand der Garganta del Diablo (Teufelsschlund). Dort erlebte man die gewaltige Kraft der Wassermassen aus nächster Nähe und wurde vom feinen Sprühnebel erfrischt.
Von einem Aussichtspunkt an der Haltestelle konnten wir auf einen Teil der beeindruckenden Wasserfälle blicken. Wow, was für eine Aussicht und es sollte noch grandioser werden. Nur das Wetter war leider nicht so toll. Wir hofften wenigstens noch auf ein bisschen Sonne.
Wer übrigens ausreichend Kleingeld zur Verfügung hat, kann hier auch im 5-Sterne-Belmont Hotel direkt an den Wasserfällen übernachten. Zu unserer Zeit hätten wir 600 Euro / Nacht hinblättern müssen. Das war uns definitiv zu teuer.
Nach den ersten Fotos pilgerten wir mit den anderen Touristen über den gut ausgebauten Wanderweg bergab.
Unterwegs gab es immer atemberaubende Aussichten auf die atemberaubenden Wasserfälle.
Der Weg führte die gesamte Zeit über abwärts. Aber keine Angst, am Ende muss man nicht zwangläufig wieder hinauflaufen, sondern kann am Ende des Trails auch einen Aufzug nehmen.
Unterwegs trafen wir immer auf die niedlichen Nasenbären. Sie sind an Menschen gewöhnt und klauen gerne Essen oder Rucksäcke – deshalb sollte man sie nicht füttern oder zu nah an sich heranlassen.
Kleine Aussichtspunkte luden nicht nur uns zu Fotos ein, sondern auch die vielen anderen Touristen. Ein wenig nervtötend waren die Selbstdarsteller, die einfach ewig brauchten, bis endlich das richtige Foto geschossen wurde. Leute, macht doch kurzen Prozess, ihr habt doch selbst gewartet und wisst, wie ätzend das ist. Einfach eine Auswahl schießen, da wird schon was passendes für Insta und Co. dabei sein.
Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir endlich dran und blickten auf die Naturgewalt. Natürlich nur kurz, um den Wartenden hinter uns auch die Möglichkeit für passende Foto zu bieten.
Danach liefen wir weiter bergab und schossen zwischendurch immer wieder Fotos, wenn sich eine geeignete Stelle fand.
Auch die Sonne ließ sich blicken und vor den tosenden Wassermassen bildeten sich farbenfrohe Regenbögen.
Immer tiefer führte uns der Weg und an einem Abzweig nahmen wir die Stufen rechts hinab zur Brücke direkt an den Wasserfällen.
Wir sahen die Menschen, die sich auf der Brücke tummelten und wussten: Hier würde es etwas länger dauern.
Der Blick auf die Wasserfälle war einfach einmalig. Was für ein Naturschauspiel.
Über die schmale Metallbrücke zu laufen war nun allerdings alles andere als angenehm. Die Menschen schoben sich vorwärts zur Plattform am Ende mit Blick auf die Wasserfälle.
Da mussten wir jetzt auch durch. Hier würden wir im Leben vermutlich kein zweites Mal hinkommen.
Also durchquetschen und warten, bis sich eine geeignete Lücke ergab, um nach vorne ans Geländer zu kommen und das obligatorische Foto zu schießen. Der Blick war traumhaft und wir nahmen uns kurz Zeit, den Moment zu genießen.
Danach machten wir Platz für die nicht enden wollende Touristenschlange. Was muss hier morgens los sein, wenn die Touranbieter kommen?
Wir schoben uns zurück zum Weg und blickten von der Plattform am Lift ein letztes Mal auf die Wasserfälle. Was für ein beeindruckendes Bild.
Der Trilha das Cataratas gilt als der beste Ort für einen Panoramablick auf die gesamten Iguazú-Wasserfälle, da sich der Großteil der Fälle auf der argentinischen Seite befindet und von Brasilien aus besonders gut zu überblicken ist.
Auf die Fahrt hinauf mit dem Lift verzichteten wir, denn auch diese Schlange war ewig lang.
Wir nahmen es daher sportlich und erklommen die Stufen hinauf zur Hauptstraße. Bei Temperaturen um die 20° Celsius kein schweißtreibender Aufstieg.
Von einem Aussichtspunkt konnten wir ein letztes Mal einen wunderschönen Ausblick genießen und Fotos schießen. Das Stativ hatte ich leider im Hotel vergessen und versuchte eine Langzeitbelichtung aus der Hand. Da es recht düster war, brauchte ich keine Filter und konnte die Verschlusszeit kurz ansetzen.
Blick von oben auf die Iguazu-Wasserfälle
Bevor wir den Shuttlebus zurück zum Ausgang nahmen, suchten wir einen Cache an einem Denkmal, wurden aber nicht fündig.
Dann reihten wir uns abermals in die Warteschlange für den Shuttlebus ein.
Die Busse kamen zum Glück alle paar Minuten und die Schlange war fast immer in Bewegung.
Wir bekamen einen Doppeldeckerbus und setzten uns nach oben, in der Hoffnung, noch Tiere zu Gesicht zu bekommen.
Bei der kühlen Luft des Fahrtwindes zog ich meine Fleecejacke über.
Bis auf einen Caracara sahen wir jedoch keine weiteren Tiere.
Zurück am Ausgang verließen wir die brasilianische Seite der Wasserfälle und nahmen uns ein Uber zurück zum Wish Golf Resort.
Bis das Abendessen in Buffetform um 19 Uhr eröffnete, hatten wir noch eine Stunde Zeit.
Wir duschten noch schnell und begaben uns dann zum Restaurant.
Es gab zahlreiche Salate, warme Speisen und Desserts. Die Auswahl war groß und wechselte täglich. Ich liebäugelte mit der Pizza, während Marcel sich für lokale Spezialitäten entschied.
Gesättigt begaben wir uns zurück auf unser Zimmer und gingen früh ins Bett. Der nächste Morgen startete früh, denn da stand ein Besuch der argentinischen Seite der Iguazu-Wasserfälle an. Um 5 Uhr klingelte daher bereits wieder der Wecker. Und sowas nennt sich dann Urlaub 😂.
