Nach dem gestrigen wunderschönen Nachmittag im Amazonas mit Sonnenuntergangsstimmung, war am heutigen Morgen von der Sonne nichts zu sehen. Der Himmel war wieder wolkenverhangen und es sah nach Regen aus. Wir frühstückten erstmal in Ruhe. Unser Guide Marcelinho legte den Start der Tour aufgrund des Wetters auf 08:30 Uhr fest. Hoffentlich blieb es trocken. Unsere Klamotten waren vom Regen der letzten Tage immer noch klamm.
Ich setzte mich etwas auf den Balkon und beobachtete die Vögel. Unser Hausvogel – der Schwarzstirn-Faulvogel (Black-fronted nunbird, Monasa nigrifrons) – war heute allerdings nicht zu sehen und auch der Leguan hatte sich woanders hin verzogen.
Wir begaben uns pünktlich zum Pier, stiegen auf das Boot und fuhren ein letztes Mal raus in den Regenwald.
Marcelinho wollte uns heute noch einmal Aras zeigen und fuhr mit uns in eine ganz andere Region.
In einem Baum über uns saß ein Rabengeier (Black vulture, Coragyps atratus).
Wir waren kaum eine halbe Stunde unterwegs als Marcelinho das erste Grünflügelara-Pärchen (dunkelrote Aras; Red-and-green macaw or green-winged macaw, Ara chloropterus) entdeckte. Wieder einmal extrem weit weg aber mit dem Fernglas und dem Teleobjektiv dennoch zu erkennen.
Der Mai war kein guter Monat zur Beobachtung der wunderschönen Vögel.
Unser Kapitän versucht sich näher heranzupirschen und lies das Boot per Paddel mitten durch das Dickicht gleiten.
Leider warnten zwei Papageien die Grünflügelaras und bevor ich die Kamera auch nur ansatzweise eingestellt und ausgerichtet hatte, waren die Vögel weg. Der einzige Auslöser brachte mir nur dieses Foto ein.
Wir fuhren zurück zum Hauptarm des Flusses und kurze Zeit später wieder durch die Nebenarme des Flusses.
Mit Blick auf das ruhige Wasser hielten wir Ausschau nach Tieren, die sich heute nicht so recht zeigen wollten.
Hoch oben in einem Baum hatte sich ein weiteres Grünflügelara-Pärchen häuslich eingerichtet.
Durch die Brutzeit waren die Tiere wirklich weit weg und hielten sich meist in einem Baumloch auf. Aber mit dem Fernglas konnte man die Vögel gut erkennen. Nur für ein schönes Foto waren sie wieder zu weit entfernt.
Wir schipperten weiter durch das ruhige Wasser und ließen die Natur auf uns wirken. Traumhaft schön. Wir hörten Tukane, sahen Mönchsakis und entdeckten einen Lachfalken (Laughing Falcon, Herpetotheres cachinnans) – eine neue Vogelsichtung.
Die Vogeldichte im heutigen Ausflugsgebiet hielt sich aber in Grenzen. Ich freute mich umso mehr über die zwei Ara-Pärchen.
Wir genossen die Fahrt mit dem Boot durch das überflutete Amazonas-Gebiet und kehrten nach rund 2,5 Stunden zurück zur Lodge.
Gegen 11 Uhr waren wir zurück an Lodge und begaben uns zum Mittagessen.
Ein letztes Mal bedienten wir uns am Buffet und verabschiedeten uns von Harvey. Er musste heute allerdings nicht alleine in der Lodge zu Abend essen. Ein weiterer Gast war angereist und gesellte sich zum Mittagessen zu uns.
Da die Abreise erst für 13:30 Uhr angesetzt war, unternahmen wir noch eine kleine Wanderung auf dem zur Lodge gehörenden Eco-Trail.
Auf dem gut angelegten Weg liefen wir durch den Regenwald.
Vögel oder andere Tiere sahen wir nicht, daher folgten wir dem ca. 1,5 Kilometer langen Rundweg, bis wir wieder die ersten Unterkünfte der Lodge erreichten.
Wir begaben uns zurück zur Hütte, duschten noch einmal kalt und packten unsere Sachen für die Abreise.
Da wir die einzigen Gäste waren, die heute zurück fuhren, hatten wir freie Platzwahl auf dem Boot.
Auch unser Guide vom Anreisetag war wieder dabei und brachte uns zunächst zum Hafen, wo wir ins Auto umstiegen.
Auf dem Hinweg waren wir eine schlammige Piste zum Arara-Hafen gefahren, die wir heute jedoch nicht wieder zurückfuhren, da der Untergrund zu rutschig war.
Ein kleiner Umweg führte uns daher direkt auf eine Asphaltstraße und zum Supermarkt vom Hinweg, wo wir erneut eine kleine Rast einlegten.
Von hier fuhren wir zum Hafen von Careiro da Várzea, stiegen auf das pinke Schnellboot und bretterten zurück zum Hafen von Ceasa von Manaus. Unterwegs schüttete es wieder das ein oder andere Mal und auch in Manaus war das Wetter nicht allzu einladend.
Der bereits vor Ort wartende Fahrer brachte uns zum Tryp Hotel Manaus Airport, dass wir gegen 16:30 Uhr erreichten.
Marcels Bitte nach einem ruhigen Zimmer wurde leider nicht beachtet, so dass wir nicht nur ein Zimmer mitten am Fahrstuhl hatten, sondern auch in einer großen Lobby, in der jedes Gespräch und selbst das Telefon der Rezeption nachhallte. Das konnte ja ne tolle Nacht werden.
Viel unternahmen wir heute nicht mehr, da es bereits 17 Uhr war und es in einer Stunde dunkel wurde.
Wir fuhren am Abend noch in das Amazonas Shopping Center und kehrten bei einer Fast-Food-Kette ein. Marcel wollte eigentlich eine Micro SD Karte für die GoPro kaufen aber keiner der Elektronikläden hatte eine 64 GB Speicherkarte.
Daher kehrten wir nach 1,5 Stunden zum Hotel zurück, packten die Klamotten und versuchten irgendwie Schlaf zu finden. Aber selbst mit Ohropax waren der Lärm auf dem Flur und in der Lobby gut zu hören. Schon wieder eine unruhige Nacht.
