Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht in unserem Homestay in Tan Hoa, standen wir am Morgen zeitig auf und packten die restlichen Sachen zusammen. Bevor es heute Mittag zurück in die Zivilisation nach Dong Hoi ging, durften wir gegen 8 Uhr zusammen mit einem Guide mit dem Rad Tan Hoa erkunden. Zunächst fuhren wir mit dem Fahrrad aber zur Tu Lan Lodge, in der wir das Frühstück serviert bekamen.
Das Wetter war leider immer noch schlecht und es regnete mal wieder. Wir zogen daher die Regenjacken über und radelten zur Lodge.
Im Frühstücksraum trafen wir ein paar Touristen vom gestrigen Abendessen wieder, die heute ihre Höhlentour starteten. Allerdings nur einen Tagestrip.
Wir setzten uns zusammen und unterhielten uns ein wenig.
Unser Guide Jay holte uns nach dem Frühstück um 8 an der Lodge ab. Wir sattelten auf und fuhren gemeinsam los.
Eine Gangschaltung gab es an den Fahrrädern nicht, weshalb wir an den Steigungen immer ein wenig Anlauf nahmen, um den Berg hochzukommen. Nix Elektrofahrrad, Biobike 🤣.
Jay hielt an einem der schwimmenden Häuser und erklärte uns die kluge Konstruktion, die dazu führt, dass die Einwohner während der Überschwemmungen nicht mehr in die Berge fliehen müssen, sondern in ihren schwimmenden Häusern bleiben können und ihr Hab und Gut nicht verlieren. Das Haus steht auf dem Boden, ist aber mit schwimmfähigen Materialien (z. B. große Kunststofffässer oder Pontons) unter dem Fundament ausgestattet. Bei Hochwasser steigt das Haus einfach mit dem Wasserstand nach oben. Es ist über stabile Pfosten oder Seile geführt, damit es nicht wegtreibt. Die Führungsschienen oder Anker sorgen dafür, dass das Haus an Ort und Stelle bleibt und sich nur vertikal bewegt. Möbel und wichtige Dinge können im Haus bleiben, weil es mitschwimmt statt überflutet zu werden. Sinkt das Wasser, setzt sich das Haus wieder auf den Boden.
Der Regen wurde stärker aber zum Glück war es nicht kalt.
Zwischen Feldern fuhren wir durch das grüne Dorf, dass von Karstfelsen umgeben war, die wir allerdings auch heute nicht bestaunen konnten. Schade, dass das Wetter drei Tage lang nur nass und grau gewesen war.
Wir radelten zu einem Bauernhof, wo Jay uns die Tiere zeigte.
Danach ging es weiter zu einem Wohnhaus, wo wir heimischen Honig probieren konnten und eine Tasse Tee tranken.
Wir unterhielten uns und machten uns gegen 10 Uhr auf den Rückweg zur Lodge.
Da uns der Shuttle erst um 12 Uhr nach Dong Hoi brachte, hatten wir noch etwas Zeit in Tan Hoa. Vom Balkon der Lodge genossen wir die Aussicht auf die Karstfelsen und die grüne Landschaft. Ein wirklich besonderer Ort.
Dann hieß es Abschied nehmen von Tan Hoa.
Der Shuttlebus brachte uns und ein anderes Pärchen, die nur in der Lodge in Tan Hoa übernachtet hatten, in rund einer Stunde via Phong Nha nach Dong Hoi.
Wir wurden direkt an unserem Hotel „Melia Vinpearl“ abgesetzt und konnten glücklicherweise schon einchecken. Das Wetter in Dong Hoi war bedeutend schlechter als in Tan Hoa und es schüttete wie aus Eimern. Die Ausläufer des Taifuns an der vietnamesischen Zentralküste. Wir waren froh, dass wir den Teil Vietnams gestrichen hatten.
Von unserem Zimmer hatten wir einen Blick auf den Fluss Nhat. Sehen konnte man bei dem ganzen Regen allerdings nicht viel.
Wir entspannten ein wenig und beschlossen am Nachmittag Dong Hoi zu erkunden und in einem Einkaufszentrum etwas essen zu gehen. Marcel wollte außerdem auch noch Schokolade.
Gegen 16 Uhr nutzten wir die Regenpause und peilten das Shoppingcenter an.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Hotels befand sich eine schön angelegte Promenade mit Blick auf den Fluss Nhat. Die Marmorplatten sahen zwar schön aus führten aber bei Regen dazu, dass diese spiegelglatt wurden und ich mich direkt galant auf die Nase legte. Junge, das tat echt weh. Irgendwann werde ich mir im Urlaub noch mal was brechen.
Es regnete leicht und mit dem Schirm vom Hotel zogen wir durch die Straßen von Dong Hoi. Die Stadt hat an sich nicht allzu viel zu bieten aber um uns die Füße zu vertreten reichte es.
Die vielbefahrene Straße zum Shoppingcenter zu überqueren, war allerdings auch hier wieder mal eine Herausforderung. Einfach laufen Mädel.
Im Einkaufszentrum weihnachtete es schon sehr und wir spazierten kurz hindurch und begaben uns dann zu einer Fast-Food-Kette, in der wir uns Burger und Pommes gönnten. So lecker wie das vietnamesische Essen auch ist, jeden Tag muss ich das auch nicht haben.
Danach liefen wir zurück zum Hotel, wo schon alles für die heutige Tannenbaumerleuchtung um 18 Uhr vorbereitet wurde.
Auch wir wollten uns das Spektakel ansehen, denn eine Kindergruppe aus einem Kinderheim trat mit einer Tanzeinlage auf.
Wir zogen uns daher kurz um und begaben uns ins Foyer des Hotels, wo bereits alles für die Nikolausparty aufgebaut war.
Zunächst wurde der Weihnachtsbaum mit Countdown feierlich erleuchtet, danach zeigten die Kinder unterschiedlicher Altersgruppen, was sie sich überlegt hatten.
Nach der kurzen Showeinlage bekamen die Kinder Geschenke und konnten sich am festlich hergerichteten Buffet den Bauch mit allen möglichen Leckereien vollschlagen.
Wir hatten gerade erst gegessen und wollten außerdem niemanden was wegessen aber für ein kleines Dessert war noch Platz.
Danach begaben wir uns noch einmal vors Hotel, wo eine Band Weihnachtslieder spielte und eine Schaummaschine Schnee in die Luft blies. Das hatten wir auch letztes Jahr in Thailand erlebt. Die Kinder freuten sich und auch wir hatten Spaß am „Schneetreiben“. Schon komisch, dass es Gegenden gibt, die keinen Schnee kennen und es nie richtig kalt wird. Das wäre definitiv kein Ort für mich zum Leben. Ich liebe die 4 Jahreszeiten und die Abwechslung im Jahr. Immer nur Sonne und Warm oder Regen und Schwül wäre nicht meine Welt.
Nachdem wir uns genug amüsiert hatten, schlenderten wir noch durch das Shoppingcenter am Hotel und kehrten danach auf unser Zimmer zurück. Der nächste Morgen startete früh und brachte uns weiter ins Inselparadies Con Dao.
