Heute verließen wir die Bergwelt des Omans und fuhren in die Wüste Wahiba Sands. Rund 3 Autostunden mussten wir bis zum Sama Al Wasil Desertcamp – unserer Unterkunft für die nächste Nacht – zurücklegen. Ab Al Wasil lag eine etwa 30-minütige Fahrt durch die Wüste bis zum Wüstencamp vor uns. Alternativ können die zahlreichen Desertcamps auch von Al Mintarib aus erreicht werden.
Über eine gut ausgebaute Asphaltstraße fuhren wir bis zur Ortschaft Al Wasil. An der Al Maha Tankstelle half uns ein Mitarbeiter die Luft aus den Reifen zu lassen, denn für die Wüste ist es empfehlenswert, nicht mit zu viel bar über den Sand zu sausen. Die Wahiba Sands kann übrigens nur mit einem 4×4 befahren werden. Alternativ bieten die Camps auch eine (recht kostspielige) Abholung von einem Treffpunkt in Al Wasil oder Al Mintarib an.
Mit 1,5 bar in den Reifen fuhren wir 3 Kilometer bis zum Abzweig in die Wahiba Sands. Hier trafen wir auf die ersten Kamele, die gemütlich über die Straße trotteten und uns neugierig beäugten.
Die anfängliche Schotterpiste ging schnell in Sand über, der jedoch aufgrund seiner Festigkeit sehr gut zu befahren war. Kein Vergleich zu unserer Sandfahrt in Namibia. Da wir nicht wussten, ob uns tiefgründiger Sand erwarten würde, legte Marcel den 4H des Jeeps ein. Mit dem Gang ist die Geschwindigkeit allerdings nur auf 40 km/h beschränkt. 4L wäre hier auch ausreichend gewesen.
Wir trafen auf die ersten höheren Dünen und waren nach etwa 15 Minuten Fahrt beeindruckt von der weitläufigen Wüste.
Die Wegfindung ist übrigens nicht schwierig, denn die breite Piste ist kaum zu übersehen. Die abgehenden Fahrspuren in die Dünen kann man außer Acht lassen.
Nach einer knappen halben Stunde Fahrt erreichten wir das Sama Al Wasil Desertcamp, wo wir eincheckten und unsere kleine aber feine Steinhütte beziehen konnten.
Wir entspannten uns ein wenig auf der Außenterrasse und beobachteten die Reisegruppen, die nach und nach eintrafen.
Spontan beschlossen wir einen Kamelritt zum Sonnenuntergang zu unternehmen. Nach kurzer Abstimmung mit dem Manager der Unterkunft, wurden wir bereits 20 Minuten später von einem Mitarbeiter in Empfang genommen und zum Beduinen gebracht, der uns mit seinen Kamelen die Dünen hochbrachte.

Marcel und ich setzten uns auf einen Sattel, der auf dem Höcker des Kamels befestigt war. Das Aufstehen des Kamels war tatsächlich ein wenig gewöhnungsbedürftig. Ich denke, jeder der schon mal auf einem Pferd geritten ist, hat damit weniger Probleme.
Gemütlich führte der Beduine die beiden Tiere in Richtung Düne.
Die Sonne ging langsam unter und verfärbte die Dünen vom gleißenden Beige in ein angenehmes Rot-Orange.
Marcels Kamel nutzte zwischendurch die Gelegenheit und fraß sich an den am Rand wachsenden Sträuchern satt. Geduldig warteten wir, bis der Beduine dem Kamel auftrug, weiterzulaufen. Marcels Kamel war bereits 21 Jahre alt, während meines mit 12 Jahren noch Erfahrung sammeln musste.
Wir genossen die herrliche Aussicht und das langsame Vorankommen. Viel schöner als ein Ausflug mit den Jeeps, die nun ebenfalls überall in der Wüste herumsausten.
Zum Glück fuhren an uns nur zwei Autos vorbei – die restliche Tour konnten wir die Ruhe und Abgeschiedenheit in der Wüste genießen. Absolut beeindruckend und atemberaubend.
Die Schatten wurden länger und die Sonne näherte sich dem Horizont.
Auf und Ab ging es über die Dünen der Wahiba Sands. Wobei man sich beim Bergabgehen gut festhalten und nach vorne beugen muss, da das Kamel im Sand ein wenig einsinkt und man dadurch in ordentliche Schräglage gerät. Wir hofften, dass sich die Kamele auf den vier Beinen halten konnten 😉 ein komisches Gefühl.
Zum Glück ging es nicht allzu häufig bergab und nach etwa einer Stunde erreichten wir den höchsten Punkt der Düne, die sich direkt oberhalb des Sama Al Wasil Desertcamps befand. Unser Guide bedeutete den Kamelen, sich hinzusetzen, damit wir absteigen konnten.

Nach einem letzten Foto mit den Kamelen liefen wir durch die Dünen und warteten auf die untergehende Sonne. Unser Beduine machte sich derweil mit den Kamelen auf den Rückweg. Der Abstieg von der Düne erfolgte per pedes direkt hinab zum Camp.
Nachdem die Sonne verschwunden war, machten auch wir uns auf den steilen Weg bergab. Ein dickes Tau half hier beim Auf- oder Abstieg. Wir rutschten jedoch lieber durch den tiefen Sand. Ich zog meine Schuhe aus und genoss den lauwarmen, feinen Sand unter meinen Füßen.
Ein paar Minuten später waren wir am Camp angekommen und begaben uns zurück zu unserer Hütte.
Wir entspannten uns ein wenig und gingen um 19 Uhr zum Abendessen, das in Buffetform serviert wurde. Auch die zahlreichen Gruppen hatten sich hier eingefunden und es war gar nicht so einfach einen Platz zum Essen zu finden.
Das Buffet bot eine gute Auswahl an lokalen Speisen. Außerdem gab es frisch gegrilltes Hähnchen- und Kamelfleisch. Das Essen war gut gewürzt aber nicht zu scharf. Da ich jedoch nie scharf esse, brannte mir der Mund auch schon bei leicht gewürzten Speisen 😁😂.
Gegen 20 Uhr liefen wir zurück zu unserer Steinhütte und während Marcel den lauen Abend auf der Terrasse vor unserer Unterkunft ausklingen ließ, lief ich noch einmal zu den Dünen, um ein paar Fotos von der Milchstraße aufzunehmen. Da jedoch gerade eben der Vollmond aufgegangen war, wurde es mit dem Sternegucken leider nix.
Ich schoss daher noch ein paar Aufnahmen mit Langzeitbelichtung und ging danach zurück zur Hütte.