Nach der Golfrunde auf dem Queens Course des Royal Golfplatzes in Ninh Binh, fuhren wir zurück zur Unterkunft, zogen uns um und machten uns direkt wieder auf den Weg zur Mua Cave und dem Lying Dragon Mountain. Zum Sonnenuntergang ist der Aussichtshügel mit Blick auf das Tam Coc-Tal, den Karstfelsen und dem Fluss Ngo Dong ein beliebter Treffpunkt. Wir waren daher gespannt, wie voll es dort war.
Den Roller stellten wir auf einem Parkplatz eines Kiosks ab. 10.000 VND (ca. 0,35 Euro) wurden dafür fällig. Vermutlich hätte man vor dem Kassenhäuschen auch kostenlos parken können. Aber 35 Cent konnten wir gerade noch so entbehren.
Der Eintritt zum Besuch der Mua Cave kostete 100.000 VND / Person.
Wir schlängelten uns an zahlreichen Menschen vorbei und begaben uns direkt zum Aufstieg auf den Hügel. Rund 500 Stufen waren zurück zu legen.
Wir passierten ein Lotusblumenfeld, dass aber nicht mehr in Blüte stand und liefen an einem Hotel vorbei.
Hinter diesem befand sich der Zustieg zum Hang Mua Aussichtspunkt.
Zahlreiche Menschen pilgerten über die breite Treppe hinauf. Ein schweißtreibender Anstieg aber immerhin konnte man die langsameren Gruppen problemlos überholen.
Die Aussicht auf die Landschaft war trotz Nebel großartig. Die Reisfelder waren jedoch mittlerweile abgeerntet.
An einem Abzweig liefen wir zunächst nach rechts hinauf zu einer Pagode, von wo aus man auf den Drachenfelsen blicken konnte.
Was oben los sein würde, konnten wir gut von hier überblicken. Wie Ameisen wuselten sich die Menschen hoch und runter. Jeder auf das beste Selfie bedacht. Wobei ich mittlerweile die Leute am nervigsten finde, die mitten im Weg stehen bleiben, einen Livecall annehmen und den Leuten auf der anderen Seite erstmal in Ruhe zeigen, wo sie sind. Das ist schon ne komische Angewohnheit. Einfach zwischendurch auch mal genießen, dass man hier ist.
Auf ein Foto vor der Pagode verzichteten wir, da wir dafür ebenfalls hätten Schlange stehen müssen.
Wir genossen daher nur kurz die Aussicht und stiegen danach auf selben Weg hinab zum Abzweig, dem wir nun geradeaus bergauf folgten.
Die letzten Stufen hinauf zum Drachen waren echt kräftezehrend. Zum Glück war es nicht so warm.
Eine Aussichtsplattform mit Bänken lud zum Verweilen ein aber wir wollten erstmal hoch zum Drachen, denn schon bald ging die Sonne unter.
Oben wurde es allerdings recht schmal und für die zahlreichen Menschen war der Spot gar nicht ausgebaut. Es staute sich überall und wir beschlossen daher, nicht ganz nach oben zu gehen. Nur für ein Foto vor dem Drachen hätten wir ewig gewartet.
Stattdessen blickten wir auf die atemberaubende Landschaft unterhalb und den wunderschönen Sonnenuntergang. Die anderen Leute blendeten wir einfach mal aus. Ein wirklich toller und trotz des Massenandrangs empfehlenswerter Aussichtpunkt.
Wir machten Platz für die hinter uns drängenden Menschen und liefen zu einer Pagode, von der wir noch einmal auf die gegenüberliegende Seite mit den Karstfelsen und Reisfeldern blicken konnten. Die Pagode auf dem Hügel gegenüber war mittlerweile erleuchtet.
Wir verließen den Hang Mua nach rund 30 Minuten und stiegen hinab zu einem weiteren Aussichtspunkt mit Balkon. Die Sicht war nicht viel anders als vorher aber wenn man schon mal hier ist, nimmt man alles mit.
Da die Selfiejäger schon mit den Hufen scharrten, gingen wir beiseite und folgten den Treppen abwärts.
Wir stiegen die letzten Meter hinab zur Aussichtsplattform mit den Bänken, die sich direkt an einer Pagode befand. Interessanterweise war hier im Verhältnis zum Drachenfelsen echt wenig los und wir bekamen sogar einen Sitzplatz, von dem aus wir einfach mal die Gegend auf uns wirken lassen konnten.
Nachdem es so langsam dunkel wurde, machten wir uns an den Abstieg. Es ist schon faszinierend, wie schlecht manche Leute, die auch noch viel jünger als wir, Treppen hinabsteigen können. Was machen die den ganzen Tag? Manche gingen auf allen Vieren abwärts. Ja die Stufen waren etwas hoch aber auf allen Vieren? Ich bin bei Weitem nicht gut im Absteigen aber das waren doch Treppen. Was würden die im offenen Gelände machen?
Wir amüsierten uns auf jeden Fall prächtig und waren froh, dass die Treppe so breit war, dass wir überholen konnten. Ansonsten wären wir vermutlich erst im Dunkeln unten angekommen.
Nach einem kurzen Abstecher in die Tiger Cave liefen wir in Richtung Ausgang.
Die bunt beleuchteten Lampions boten ein tolles Bild und wir schossen noch ein paar Fotos, bevor wir zum Ausgang gingen.
Da es noch nicht so spät war, überlegten wir, ob wir nun noch zur historischen Stadt Hoa Lu fahren sollten. Der Spot lag rund 9 Kilometer von hier entfernt.
Meine Lust auf eine Rollerfahrt im Dunkeln hielt sich zwar in Grenzen aber jetzt schon zur Unterkunft zurückzufahren wäre auch Blödsinn.
Die historische Stadt hatte allerdings schon um 17 Uhr geschlossen, so dass wir die 9 Kilometer vollkommen umsonst gefahren waren.
Etwas genervt drehten wir um und peilten das historische Viertel Hoa Lu an. Hoffentlich lohnt sich der Aufwand. Öffnungszeiten gab es hier keine, da es sich um eine ganz normale Flaniermeile handelte.
Je näher wir der Stadt kamen, umso voller wurde es auf den Straßen aber es gab zum Glück zwei Spuren und ließen uns nicht stressen.
Der Blick auf die beleuchteten Gebäude rechts und links von uns begeisterten uns.
Parken darf man mit dem Roller übrigens häufig nur auf ausgewiesenen Parkplätzen, wie wir feststellen wollten. Einfach am Straßenrand den Roller abstellen, war nicht gern gesehen und wir wurden von einem Sicherheitsmann scharf darauf hingewiesen, zum offiziellen Parkplatz zu fahren.
Hier saß wieder ein Mann, der uns für 5.000 VND den obligatorischen Parkschein mit Rollerkennzeichen ausstellte.
Wir begaben uns zu Fuß zum Eingang der Altstadt, die hell erleuchtet war und die Umgebung in ein goldenes Licht tauchte.
Der Turm der Vier Grazien erstrahlte hell und spiegelte sich auf der Oberfläche des Ky Lan Sees.
Wir schossen ein paar Fotos und liefen zu einem Aufstieg zum Ky-Lan-Berg.
Da ich für heute definitiv genug von Treppen hatte, ging Marcel alleine hoch. Die hohen Bäume verdeckten allerdings die Sicht auf die Tempel und nach 15 Minuten kam er zurück.
Gemeinsam spazierten wir zum Eingang in die Altstadt, wo es keine Roller oder Autos gab, sondern zahlreiche Restaurants und Street-Food.
Auf der Suche nach einem Lokal schlenderten wir entlang der Flaniermeile bis zu einer Brücke, die über den See führte.
Der Blick auf die beiden Tempel war wirklich toll und wir genossen die Aussicht.
Da ich heute mal wieder Lust auf Pizza hatte, liefen wir zurück zum Eingang der Flaniermeile und kehrten bei Pizza Sen Ninh Binh ein, wo wir den langen Tag und den schönen Abend mit einer leckeren Pizza ausklingen ließen.
Der Ausflug nach Hoa Lu hatte sich wirklich gelohnt und zufrieden fuhren wir mit dem Roller (den wir allerdings erst 10 Minuten mit Hilfe des Parkplatzwächters suchen mussten) zurück ins Trang An Garden Resort.
