Nach unseren letzten Tagen in Hanoi und der Halong-Bucht, ging es heute mit dem Zug in rund zwei Stunden weiter nach Ninh Binh, wo wir uns den beeindruckenden Landschaftskomplex Trang An während einer Sampan-Bootstour anschauen wollten. Die beeindruckende Karstlandschaft wird oft auch als „trockene Halong-Bucht“ bezeichnet.
Im frühen Morgengrauen um 04:45 Uhr verließen wir die wuselige Hauptstadt Hanoi. Laute Musik hatte uns die halbe Nacht wachgehalten, so dass wir dementsprechend müde waren. Wir checkten aus unserem Hotel aus und ließen uns ein Taxi zum Bahnhof von Hanoi rufen.
Da die Zugtickets begrenzt sind, hatten wir diese vorab im Internet auf der Online-Buchungsplattform Baolau gebucht. Eine kleine Servicegebühr in Höhe von ca. 3-4 Euro wurde erhoben. Auf der Website der vietnamesischen Eisenbahn selbst konnten wir keine Tickets kaufen, da eine vietnamesische Kreditkarte notwendig war. Eine Reservierung für den Zug ist obligatorisch. Einfach im Zug stehen geht nicht.
Der Hotelmitarbeiter im L’Signature Hotel & Spa hatte uns empfohlen, bereits eine Stunde früher am Bahnhof zu sein, was um die frühe Stunde aus unserer Sicht nicht notwendig war, denn am Bahnhof herrschte gähnende Leere.
Wir setzten uns in den Wartebereich und Marcel frühstückte noch etwas. Für mich zu früh zum Essen, so dass wir schweigend auf die Abfahrt des Zuges um 06:00 Uhr warteten. 15 Minuten vor Abfahrt am Bahnhof zu sein hätte definitiv auch gereicht.
Die Abfahrt der Züge und die entsprechenden Gleisen sind im Eingangsbereich auf einer elektronischen Anzeigetafel zu finden. Ebenfalls auch das entsprechende Gleis. Der Ablauf ist daher auch in Vietnam wie in den meisten anderen Ländern auch: Zugnummer und Abfahrt ablesen, zum Gleis gehen und den Wagen mit dem reservierten Sitzplatz suchen.
Der Zug stand bereits am Gleis, so dass wir um 05:30 Uhr zum Bahnsteig 1C gingen und unseren Wagen mit der Nummer 1 suchten.
Für die zwei Stunden Fahrt hatten wir die soft seats gebucht, die sich im Wagen 1 befanden. Wir suchten unsere Sitzplätze, verstauten das Gepäck und warteten auf die Abfahrt des Zuges.
Der Zug war schon in die Jahre gekommen und die Klimaanlage zog gewaltig. Das Gebläse ließ sich auch leider nicht herunter regeln, so dass ich sehr froh war, lange Klamotten angezogen zu haben. Marcel mit kurzer Hose hatte weniger Glück und suchte im Gepäck erstmal nach langen Sachen. Gegen den Windzug konnten wir allerdings nichts machen. Sehr unangenehm.
Das Abteil füllte sich so langsam und pünktlich um 06:00 Uhr fuhr der Zug los.
Wir verließen Hanoi und fuhren raus aufs Land. Ich mag Zugfahrten immer sehr, denn man kann unterwegs viel sehen und einen Eindruck vom Land bekommen. Heute war es allerdings noch dunkel und bis zum Sonnenaufgang zogen wir uns die Kapuzen über den Kopf.
Mit maximal 50 km/h schaukelte der Regionalzug unserer Ziel Ninh Binh entgegen. Zwischendurch kamen Verkaufswagen mit Kaffee, Süßigkeiten und anderem Zeugs durch den Zug.
Während Marcel ein Nickerchen mit Kopfbedeckung einlegte, blickte ich aus dem Fenster und ließ die Landschaft an mir vorbeifahren. Heute war es allerdings sehr diesig.
Um 08;17 Uhr erreichten den Bahnhof von Ninh Binh, wo wir nach unserem Taxifahrer Ausschau hielten, den wir bereits vorab über unserer Unterkunft Trang An Garden Resort gebucht hatten. Uber sind in der Umgebung von Ninh Binh kaum verfügbar und wenn dann nur für einen sehr hohen Preis. Ein Taxi ist da viel günstiger.
Damit wir nicht beide mit Gepäck beladen auf die Suche gingen, wartete ich an einer Bank, während Marcel sich auf die Suche begab. Der Fahrer hielt ein Schild mit unserem Namen in der Hand, so dass Marcel schnell fündig wurde und wir gemeinsam zum Auto gingen.
Nach etwa 20 Minuten hatten wir die schön gelegene Unterkunft erreicht. Da der Check-In erst gegen 11 Uhr war, konnten wir noch nicht aufs Zimmer. Daher mieteten wir uns spontan einen Roller beim Besitzer der Unterkunft und fuhren zum Eingang vom Trang An Landschaftskomplex – der übrigens seit 2014 zum UNESCO-Welterbe gehört.
Der große Parkplatz lag nur 6 Fahrminuten entfernt. Am Eingang mussten wir eine Parkgebühr für den Roller von 10.000 VND (ca. 30 Cent) bezahlen und erhielten einen Zettel mit dem Kennzeichen, der unbedingt aufgehoben werden muss. Denn nur wer am Ende den Zettel vorzeigt und das Kennzeichen mit dem des Rollers auch tatsächlich übereinstimmt, darf den Parkplatz verlassen. Den Zettel sollte man daher gut wegpacken.
Wir waren nur gespannt, ob wir den Roller nachher wiederfanden, denn der riesige Parkplatz ließ erahnen, dass wir heute nicht die einzigen bleiben würden. Anhand von Bäumen und einem Foto merkten wir uns den Parkplatz.
Zu Fuß liefen wir zum Kassenhäuschen und wählten aus 3 Touren (es gibt auch diverse Kombitouren), die Tour Nummer 3 aus. Während der dreistündigen Bootstour sollte es zu durch drei Höhlen, zu zwei Tempeln und dem pittoresken Wasserpagode Thuy Dinh gehen. Die Tour Nummer führte durch 9 Höhlen und zu 3 Tempeln und Tour 2 durch 4 Höhlen und zu 3 Tempeln. Die Touren überlappen sich in der Regel nicht, so dass man die Routen auch kombinieren kann. Wir wollten jedoch nur eine der Touren unternehmen. Je Tour wurden 250.000 VND / Person (ca. 8 Euro) fällig. Kombitouren sind etwas günstiger.
Durch einen Fußgängertunnel unterquerten wir die Straße und liefen durch ein schier nicht enden wollendes Labyrinth aus Wegen. Zu Stoßzeiten gab es hier drei Warteschlangenreihen, die heute fast alle leer waren. Allerdings entschieden sich die vor uns laufenden Touristen alle für die ganz linke Reihe, während wir die rechte wählten und damit schon einigen Menschen zuvor kamen. So voll wie in der Halong-Bucht war es hier zwar nicht aber die Größe des Komplexes ließ erahnen, dass das nicht der Normalzustand war.
Auf jedem Sampan-Boot können vier Personen mitfahren, so dass uns ein Mitarbeiter des Parks zu einem der vielen Piers schickte, an denen die unzähligen Boote auf ihre Passagiere warteten. Wahnsinn, wie überdimensional hier alles war.
Mit einem Pärchen aus Vietnam nahmen wir auf unserem Boot Platz. Eine wackelige Angelegenheit. Man muss auf jeden Fall gut die Balance halten und sich beeilen, denn die Abfahrtzeit der Boote ist gut durchgetaktet, damit es nicht zu Staus kommt.
Die ältere Dame auf unserem Sampan hatte nun die Aufgabe uns durch die Karstlandschaft zu rudern. Was für ein anstrengender Job. Zur Unterstützung lagen für die Touristen auch Paddel bereit.
Gemeinsam mit den anderen Booten (alle Touren starteten von hier) verließen wir die Anlegestelle und paddelten mit Blick auf die atemberaubende Landschaft durch das Wasser.
Vor uns und hinter uns waren etliche Boote und häufiger wurden wir überholt, da unsere Frau nicht so extrem viel Kraft aufbrachte. Daher halfen wir natürlich alle tatkräftig mit. Zeit für Fotos musste ich mir trotzdem nehmen.
Während eine der Touren an einem Seitenarm abbog, steuerten wir die erste und mit rund einem Kilometer längste Höhle an. Der davor liegende Den Trinh Tempel war aufgrund von Bauarbeiten geschlossen.
Um durch die Dot Höhle (Hang Dot) zu fahren, mussten wir nun den Kopf einziehen, denn nicht nur die Decke am Eingang ist extrem niedrig, sondern auch im Innern der Höhle war es an einigen Stellen so eng, dass wir uns den Kopf hätten stoßen können. Einen Helm gab es nicht.
In der 20-minütigen Fahrt durch die beleuchtete Höhle konnten wir auf die beeindruckenden Tropfsteine um uns herum blicken. Kopf einziehen nicht vergessen. Beeindruckend wie die Boote durch die enge Höhle navigierten, ohne gegen die Tropfsteine zu fahren. Gekonnt ist gekonnt.
Wir verließen die Höhle und gelangten zurück ans Tageslicht. Die Landschaft um uns herum war spektakulär. Hohe Felswände aus Kalkstein und das satte Grün der umgebenden Vegetation faszinierten uns und wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinsehen wollten.
Im Ruderboot glitten wir über das Wasser zur nächsten Höhle – der Van Höhle (Hang Van).
Mit 400 Metern Länge auch beeindruckend aber nicht so spektakulär wie die Hang Dot. Die Fahrrinne war viel breiter und auch die Decke höher. Es wirkte beinahe künstlich angelegt.



Nach der Höhlendurchfahrt stand der erste Landgang bevor. Am Suoi Tien Tempel (Den Suoi tien) legte unsere Bootsführerin neben den anderen Booten an und wir balancierten gekonnt zum Ende des Bootes und stiegen die Stufen hinauf.
Für die Besichtigung der Anlage hatten wir ca. 15-20 Minuten Zeit. Wir mussten uns nun die Nummer des Boots merken, da unsere Frau nicht an derselben Stelle wartete, sondern ein paar Meter um die Insel herumfuhr und uns an anderer Stelle wieder einsammelte.
Der Tempel befand sich auf einer kleinen Insel und lag eingebettet zwischen den hohen Kalksteinfelsen.
Wir spazierten durch die Anlage und genossen trotz der vielen Touristen die friedvolle Atmosphäre.
An der gegenüberliegenden Anlegestelle der Boote befand sich ein kleiner Kiosk und ein paar Picknickplätze im Schatten. Da das andere Pärchen auch schon am Pier wartete, stiegen wir mit beiden wieder aufs Boot und paddelten weiter.
Wir kamen den Kalksteinfelsen nahe und konnten einen wunderschönen Blick auf die Landschaft werfen. Wirklich ein tolles Fleckchen, dass übrigens auch als Filmkulisse für „Kong: Skull Island“.
Vor dem Dia Linh Mountain konnten wir ein Selfie machen lassen. Die Boote der zweiten Tour trafen übrigens am Suoi Tien Tempel wieder zusammen und fuhren die letzten Spots gemeinsam an. Dementsprechend voll war es nun hier auch.
Wir fuhren von hier in die Dai Cave (Hang Dai), die mit 150 Metern die kürzeste Höhlendurchfahrt war. Allerdings hing die Decke auch hier wieder so tief, dass man sich gut ducken musste. Schon die Einfahrt war schmal und wir waren gespannt, wie es im Innern aussah.
Trotz ihrer Kürze war die Hang Dai sehr beeindruckend. Die dicken Tropfsteine hingen tief von der Decke und die Boote passten gerade so um die Tropfsteine herum.

Viel zu schnell waren wir daher schon wieder am Ende der Höhle angelangt und konnten eines der Highlights der Route 2 und 3 bestaunen – den wunderschöne Wasserpavillon Thuy Dinh und den Vu-Lam-Palast.
Zahlreiche Boote hielten sich bereits vor dem Pavillon auf, um den Blick zu genießen und Fotos zu schießen. Auch unsere Bootsfahrerin paddelte mehrmals herum, so dass wir alle ein Foto machen konnten.
Danach legte sie an der Bootsanlegestelle an und wir konnten dem Vu-Lam-Palast einen kurzen Besuch abstatten.
Der Ausblick auf den Pavillon und die Karstlandschaft war wirklich magisch.
Wir erkundeten den Vu-Lam-Palast und machten uns gegen 12 Uhr uns auf den Rückweg zum Pier.
Nach fast drei Stunden war der Bootsführerin die Erschöpfung anzumerken und mit vereinten Kräften paddelten wir durch die herrliche Landschaft zurück.
Besonders schön fanden wir, dass es trotz der vielen Boote um uns herum idyllisch und ruhig war, denn Motorboote waren hier nicht erlaubt. Das schuf eine besondere Atmosphäre.
Nach rund drei Stunden waren wir zurück am Bootsanleger.
Es herrschte immer noch ein reges Kommen und Gehen von Touristen. Zahlreiche Busse aus Hanoi waren ebenfalls angekommen und am Kassenhäuschen hatte sich eine lange Schlange gebildet. Wer daher in Ninh Binh übernachtet, sollte unbedingt so früh wie möglich oder erst am Nachmittag nach Trang An aufbrechen, um dem Touristenansturm zu entgehen.
Der frühe Start in den Tag zollte ein wenig seinen Tribut und Marcel gönnte sich erstmal einen Kaffee.
Auf einer Bank im Schatten beobachteten wir das Treiben am Touristenzentrum.
Danach begaben wir uns zum Parkplatz und suchten unseren Roller. Wir hatten uns den Standplatz in etwa gemerkt und mussten jetzt nur noch den Zettel finden, den wir bei Einfahrt erhalten hatten.
Einige Schweißausbrüche später (weil wir geglaubt hatten, den Zettel verloren zu haben) wurde ich fündig und wir konnten uns auf den Rückweg zum Trang An Garden Resort machen, wo wir uns erstmal ein wenig aufs Ohr hauten und auf der Terrasse der Unterkunft entspannten.
Am Nachmittag beschlossen wir mit unserem Roller zur Bai Dinh Tempelanlage zu fahren, die die größte buddhistische Tempelanlage in ganz Vietnam ist. Rund 25 Minuten Fahrt lagen vor uns. Die Straßen waren zum Glück nicht sehr voll und wir kamen im Stadtverkehr rund um Trang An gut zurecht.
Bereits von Weitem war die beeindruckende Pagode zu erkennen und der riesige Parkplatz ließ erahnen, was hier zu Pilgerzeiten los zu sein schien.
Heute war jedoch nichts los und in einem Film wären jetzt vermutlich diese kahlen Gestrüppkugeln (Tumbleweeds oder Steppenroller) durchs Bild gerollt.
Auf dem Rollerparkplatz standen 4 weitere Scooter. Wir bezahlten eine Gebühr von 10.000 VND (0,30 Euro), bekamen erneut einen Zettel mit unserem Kennzeichen ausgehändigt und machten uns zu Fuß zum riesigen Eingangsportal des Tempelkomplexes.
Die Anlage besteht aus dem ursprünglichen alten Tempel und einem neu geschaffenen größeren Tempel und erstreckt sich über eine Fläche von ca. 539 Hektar.
Für den Besuch der Anlage konnte man auch hier wieder aus mehreren Varianten wählen. Entweder konnte man den Komplex zu Fuß besuchen (mit einem Elektrocart wurde man vom Besucherzentrum zum Eingang der Tempelanlage gefahren und auch wieder zurück gebracht, denn der Weg selbst ist von hier viel zu weit zum Laufen) oder man konnte verschiedenen Punkte in der Anlage generell mit einem Elektrocart ansteuern, denn es sind nicht nur einige Kilometer, sondern auch zahlreiche Stufen und somit Höhenmeter zurückzulegen.
Der Eintritt in die Bai Dinh Pagode mit Elektrocart und Besuch der Stupa kostete 150.000 VND pro Person. Wer die ganze Zeit auf das Elektrofahrzeug zurückgreifen möchte, musste rund 300.000 VND / Person einkalkulieren. Es gab außerdem auch noch eine Variante, einen Berg zu besteigen. Aber aufgrund der späten Zeit ließen wir davon ab und entschieden uns für die erste Variante – erst Elektrocart und dann zu Fuß weiter.
Für den Besuch der Anlage sollte man einige Zeit einplanen, denn der Komplex ist sehr weitläufig.
Zusammen mit ein paar anderen Touristen wurden wir vom Besucherzentrum zum Eingang des Tempels gebracht. An Punkt 7 (Internal Three Gates) stiegen Marcel, ich und ein weiterer Besucher aus. Alle anderen ließen sich mit dem Elektrofahrzeug direkt weiter bergauf fahren.
Wir marschierten zum Arhat-Korridor, der mit etwa 1,7 Kilometern Länge der längste seiner Art in Asien ist.
Er beherbergt 500 einzigartige, aus Naturstein gefertigte Arhat-Statuen, die verschiedene Ausdrücke und Positionen zeigen, und verbindet das Tam Quan Tor mit dem Phap Chu Tempel. Der Korridor wurde zwischen 2004 und 2008 von Kunsthandwerkern aus dem Dorf Ninh Van erbaut.
Im Hintergrund der Arhat-Statuen standen zahlreiche goldene Buddha-Statuen.
Über Stufen stiegen wir den Arhat-Korridor hinauf und wurden die ganze Zeit mit spiritueller Musik beschallt. Es lief immer dieselbe Musik, so dass es nach einiger Zeit doch echt nervtötend und sehr eintönig wurde.
An einem Abzweig verließen wir den langen Korridor und liefen zum Glockenturm, in dem sich die Dai Hong Chung befand – mit 36 Tonnen die größte und schwerste Bronzeglocke Vietnams.
Der Glockenturm ist achteckig gebaut und etwa 22 Meter hoch und 17 Meter im Durchmesser, mit drei geschwungenen Dach-Etagen, die an eine Lotusblüte erinnern – ein Symbol für Reinheit im Buddhismus.
Nach dem Besuch des beeindruckenden Monuments folgten wir den Schildern bergauf zum ersten Tempel – der Kuan-yin.
Der Kuan-yin Tempel ist ein großer, traditionell gestalteter Tempelbereich, der dem Bodhisattva Avalokiteśvara gewidmet ist – im vietnamesischen Buddhismus als Quán Thế Âm bzw. Kuan-Yin verehrt. Im Zentrum steht eine riesige bronzevergoldete Statue der Kuan-Yin mit tausend Augen und tausend Armen – sie symbolisiert das allumfassende Mitgefühl und die Fürsorge für alle Lebewesen.
Über Stufen liefen von hier an einem See vorbei weiter bergauf bis zur Buddha-Haupthalle (Buddha Sakyamuni Hall).
Im Innern befand sich eine riesige Bronze-Shakyamuni-Buddha-Statue. Mit 10 Metern Höhe und rund 100 Tonnen schwer gehört sie zu der größten Buddha-Skulptur im Komplex.
Beeindruckt erkundeten wir den Tempel in Ruhe und besichtigten danach den Wishing Bodhi Baum bevor wir weiter hinauf zum Tam Thế-Tempel (Three periods hall) liefen.
Im Bodhi-Garten vor dem Tam Thế-Tempel wurde im März 2023 ein junger Bodhi-Baum gepflanzt, der von einem der ältesten bekannten Bodhi-Bäume der Welt abstammt – dem „Sri Maha Bodhiya“ aus Anuradhapura, Sri Lanka.
Wir genossen die Ruhe und die spirituelle Atmosphäre, die sich uns hier bot. Was für ein unglaublicher Geländekomplex und es waren kaum Menschen vor Ort.
Bevor wir den Tam Thế-Tempel erkundeten, liefen wir zu einem Aussichtspunkt mit Blick auf die beeindruckende Bao Tháp-Pagode.
Highlight des Aussichtspunktes war ein davor installierter Spiegel, bei dem man mit dem richtigen Blickwinkel ein Foto schießen konnte, dass die Pagode spiegeln ließ. Schon ziemlich cool gemacht. Sah aus, als ob ein See vor der Pagode lag.
Bevor wir weiter aufwärts gingen, genossen wir den Ausblick und hatten ein wenig Spaß mit der Spiegel-Spielerei 🤣. Da auch hier niemand war, konnten wir uns ausgiebig Zeit lassen.
An einem Kiosk kauften wir uns ein kühles Getränk, denn der Aufstieg war doch echt schweißtreibend. So anstrengend hätten wir uns den Besuch der Tempelanlage nicht vorgestellt und uns war klar, warum die meisten Touristen auf die Elektrocart-Variante zurückgriffen.
Wir gelangten über Stufen hinauf zum Tam Thế-Tempel, in dem sich drei große Buddha-Statuen befinden, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft symbolisieren.
An der Patriarchs Hall vorbei – eine heilige Halle für die Verehrung bedeutender buddhistischer Lehrer oder Meister – erreichten wir den Weg zur Bao Tháp-Stupa.
Bevor wir die Stupa erkundeten, stiefelten wir noch die zahlreichen Stufen zur Maitreya Buddha-Statue hinauf. Die Statue ist auf dem höchsten Hügel im Tempelbereich platziert – etwa 100 Meter über dem Tempelplatz – uns ist etwa 10 Meter hoch.
Die vielen Büsche und Bäume auf dem Hügel versperrten allerdings die direkte Aussicht auf die Umgebung, so dass sich der Aufstieg für uns nicht gelohnt hatte.
Bergab liefen wir zurück zum Hauptweg und zum Eingang der etwa 100 Metern hohen Bao Tháp-Pagode.
Wir zeigten unser Ticket vor und begaben uns mit ein paar anderen Touristen in den Eingangsbereich. Pfeile auf dem Boden markierten die Laufrichtung und wir folgten diesen.
Nachdem wir den Buddha im Erdgeschoss umrundet hatten, ging es mal wieder über Treppen zu einem Aufzug, der uns in die oberste Etage brachte. Bevor wir die Aussicht genießen konnten, statteten wir dem Buddha im 13. Stockwerk einen Besuch ab.
Wir umrundeten die Figur abermals und stiegen in Pfeilrichtung über Stufen hinab zur 10. Etage, von der wir nun einen herrlichen Panoramablick über die gesamte Tempelanlage und die umliegende Landschaft von Ninh Binh werfen konnten.
Ein Weg führte uns einmal rundherum, bevor es mit dem Aufzug wieder nach unten ging.
Die Sonne ging langsam unter und wir wollten nicht im Dunkeln mit dem Roller zurück fahren, so dass wir uns auf den Rückweg machten.
Stufe über Stufe liefen wir am Convention Center, dem Ven Thich Thanh Tu Turm, dem Four Graces Turm und dem Wasserpavillion vorbei hinab zum Treffpunkt für die Elektrocarts.
Anscheinend verpassten wir irgendwo einen Abzweig, denn auf einmal standen wir schon hinter dem Ticketkontrollpunkt direkt vor den Elektrocarts. So ging das in Vietnam natürlich nicht. Ein Mitarbeiter rief uns zum Kontrollpunkt, wo wir ordnungsgemäß das Ticket einscannen mussten, um dann ins Elektrofahrzeug zu dürfen. Ordnung muss in einem kommunistischen Land schon sein 😀.
Die Größe der Tempelanlage hatte uns wirklich imponiert und wir wüssten zu gerne, wann es hier mal so richtig voll sein würde.
Den Roller brauchten wir diesmal nicht suchen, da kaum weitere Touristen nach uns angekommen waren.
Wir fuhren daher zurück zur Unterkunft und hielten unterwegs spontan an einem Aussichtspunkt.
Zahlreiche Menschen hatten sich am Ufer des Flusses versammelt und blickten auf den atemberaubenden Sonnenuntergang, der die Landschaft in ein wunderschönes gelb-orange tauchte.
Auch wir schossen ein paar Fotos und machten uns auf die Rückfahrt.
Da wir ganz schön müde und hungrig waren, beschlossen wir nach Ankunft nur kurz zu duschen und danach zum nahegelegenen Donald Bar Restaurant zu laufen, wo ein leckeres und sehr günstiges vietnamesisches Essen auf uns wartete. Wir waren die einzigen Gäste und ließen uns mit Blick auf die Landschaft das Essen schmecken.
Danach liefen wir zurück zum Trang An Garden Resort und begaben uns zeitig zu Bett. Ein langer Tag mit vielen neuen Eindrücken neigte sich dem Ende.
