Vietnam 2025: Flug nach Hanoi und Besuch der Train Street

Eine dreiwöchige Rundreise durch Vietnam stand vor der Tür. Endlich zeigte der Zähler des Handy-Countdowns null an. Von Frankfurt flogen wir mit Condor über Bangkok nach Hanoi. Wir konnten es kaum erwarten, dem nass-kalten deutschen Herbstwetter den Rücken zu kehren. Unsere Reise führte vom Norden des Landes in den Süden. Zentralvietnam ließen wir aufgrund der Taifungefahr zu dieser Jahreszeit außen vor.

Doch zunächst mussten wir erst mal nach Frankfurt kommen. 4 Stunden Autofahrt inklusive einem Ladestopp in Limburg lagen vor, Um die Wartezeit an der Ladestation zu verkürzen, verzehrten wir bei Globus ein richtig gutes Leberkäsebrötchen für einen Euro. Die steigende Inflation war hier anscheinend noch nicht angekommen.

Auf den letzten 60 Kilometern zum Parkplatz MyParken wurden die Straßen sichtlich voller. Ein Stau blieb uns allerdings erspart. Fast pünktlich auf die Minute erreichten wir um 17:00 Uhr den Parkplatz des Anbieters und mussten noch rund eine halbe Stunde in der Kälte ausharren, bis wir endlich zum Flughafen gebracht wurden. Ein Warteraum mit Heizung wäre schon nett gewesen.

Nach 15 Minuten Autofahrt hatten wir das Terminal 1 erreicht. Am Flughafen herrschte gähnende Leere und auch am Schalter von Condor war nichts los. Na ja fast, denn an dem Business Schalter standen doch tatsächlich noch zwei Leute vor uns. Das Upgrade von der Economy in die Business Class hatten wir uns gestern Abend noch spontan gegönnt, denn die Aussicht auf einen elfstündigen Flug in der Eco hatte uns durchaus abgeschreckt. Man wird älter.

Wir gaben das Gepäck auf, erhielten die Tickets und den Hinweis, dass wir uns für den Zwischenstopp in Thailand noch online auf einer Immigration-Seite registrieren mussten (TDAC – Thailand Arrival Card). Dafür sollten wir noch Zeit haben, denn der Abflug war erst um 20:15 Uhr. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass für einen Transfer in Bangkok das Ausfüllen der so genannten Immigration Card nicht notwendig war. Da hatte die Dame am Schalter leider eine falsche Information. Wer den Flughafen nicht verlässt und nicht durch eine Passkontrolle geht, braucht nichts auszufüllen.

Wir liefen zur Sicherheitskontrolle und reihten uns in die Priority Schlange ein. Im Gegensatz zur normalen Schlange war kaum was los war und wenn wir schon Business flogen, wollten wir den Service auch nutzen. Allerdings war die Arbeitszeit der Dame wohl beendet und wenig freundlich wurden wir darauf hingewiesen, uns in eine andere Schlange einzureichen, nämlich in eine der vollen neben uns. Eine andere Business Class Schlange beziehungsweise Priority Schlange gab es nicht.

In Doha hatte es sogar einen eigenen Eingang für die Business gegeben inklusive Sicherheits- und Passkontrolle. Typisch Deutschland und für einen so großen Flughafen wie Frankfurt schon ein Armutszeugnis. 

Wir hatten Glück im Unglück und eine neue Sicherheitskontrolle öffnete, so dass wir dadurch etwas flotter wegkamen. Freundlichkeit war auch hier nicht gegeben. Es ist schon komisch, wie sehr sich die Emotionen seit der Corona Pandemie bei den Deutschen verändert haben. Im Dienstleistungssektor noch freundliche Menschen zu finden ist fast unmöglich und ich wundere mich immer darüber, wie unzufrieden die Leute sind. Nicht umsonst haben wir in der Welt den Kosenamen des Grumpy German.

Das Teleobjektiv in meinem Handgepäck verursachte bei der Sicherheitskontrolle Probleme. Immer wieder musste die Tasche durch das Röntgengerät fahren und schlussendlich auch ein Blick in die Tasche geworfen werden. Das ganze Procedere dauerte tatsächlich 15 Minuten. Hätte ich das eher gewusst, dann hätte ich wohl das Teleobjektiv direkt aus der Tasche rausgeholt. Aber ich dachte, mittlerweile gibt es in Frankfurt auch schon moderne Scanner, bei denen das nicht mehr notwendig ist. So lange hatte ich tatsächlich noch nie auf die Sicherheitskontrolle gewartet.

Die Passkontrolle hingegen passierten wir problemlos und die Zeit bis zum Boarding verbrachten wir nun in der Lufthansa Business Lounge am Gate B 26.

Lufthansa Business Lounge am Gate B 26
Lufthansa Business Lounge am Gate B 26

Hier war es ruhig und wir konnten noch einen kleinen Happen essen. Gemütlich war die Lounge allerdings nicht. Hatte eher so etwas von einem kleinen Kantinenflair. Das Essen war okay aber auch nichts Besonderes.

Um 19:20 Uhr begab wir uns zu unserem Abfluggate B43 und konnten direkt einsteigen. Ein echter Vorteil der Business Class ist, dass man muss nicht erst warten muss, sondern sofort in den Flieger einsteigen kann.

In der neuen Business Class des A330 neo von Condor gab es eine 1,2,1 Bestuhlung.

Condor Business Class A330 neo
Condor Business Class A330 neo

Wir hatten uns für die Mittelsitze 3E und 3F entschieden, damit wir zusammen sitzen konnten.

Condor Business Class A330 neo

Wir bekamen ein Erfrischungsgetränk serviert, richteten uns ein wenig ein und warteten auf den Abflug um 20:15 Uhr.

Mit 15-minütiger Verspätung hoben wir ab nach Bangkok – unseren Zwischenstopp. Wir waren ganz schön platt von der Anreise und warteten auf das Essen. Vorspeise und Dessert waren für alle Gäste gleich. Für die Hauptspeise konnte man aus drei Gerichten auswählen.

Condor Business Class A330 neo

Condor Business Class A330 neo

Nach 2 Stunden Flugzeit startete der Service. Die Vorspeise bestand aus geräucherter Entenbrust, geräuchertem Forellenfilet und einem leckeren Feldsalat.

Vorspeise Condor Business Class
Vorspeise Condor Business Class

Für die Hauptspeise hatten wir uns beide für das Kalbsgeschnetzelte mit Spätzle, Mandelbrokkoli und Pfefferrahmsauce entschieden, das ebenfalls sehr gut schmeckte. Auch das Dessert war wirklich gut.

Hauptgang Condor Business Class
Hauptgang Condor Business Class

Gesättigt warteten wir darauf, dass alles abgeräumt wurde und machten uns bettfertig. Da die Business Class fast ausgebucht war, waren auch die Toiletten fast alle zum selben Zeitpunkt besetzt aber irgendwann kam ich dann doch noch zum Zähneputzen.

Gegen 23:00 Uhr konnten wir uns dann in die Liegeposition begeben und ein paar Stunden schlafen.

k-1t
Gute Nacht

Ein paar Turbulenzen weckten uns immer wieder auf aber dennoch verging die Zeit schneller als gedacht. Nur dass die Flugbegleiter fast den ganzen Nachtflug über irgendwas in der Galley erledigten, störte beim Schlafen doch ein wenig. Zwischendurch zog ich daher die Kopfhörer auf und konnte die Geräuschkulisse etwas dämmen.

2 Stunden vor der Landung wachten wir auf und fuhren unsere Systeme hoch, bevor auch schon das Frühstück serviert wurde. Zwar gab es die angepriesene Marmelade nicht zum Croissant aber ich hatte nach dem Abendessen sowieso keinen großen Hunger. Mir hätte auch nur der Fruchtsalat gereicht. Auswählen konnte man nicht.

Frühstück Condor Business Class
Frühstück Condor Business Class

Pünktlich um 13:20 Uhr landeten wir am nächsten Tag am internationalen Flughafen von Bangkok. Im Gegensatz zu Deutschland mit 6 Stunden im Plus. Es war jetzt also bereits der 26. November und bis zum Weiterflug nach Hanoi mit Vietnam Airlines hatten wir nach dem Ausstieg in Bangkok noch 2 Stunden Zeit.

Wir folgten den Schildern in Richtung Transfer. Für den Weiterflug mussten wir das Terminal wechseln. Mit dem Zug verließen wir das Satelliten Terminal (S) und gelangten in den alten Bereich des internationalen Flughafens von Bangkok. Unser Ziel war Gate F3. Ein rund 15-minütiger Fußmarsch lag vor uns.

Angekommen am internationalen Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi
Angekommen am internationalen Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi

Im Terminal Bereich war kaum was los und wir warteten auf das Boarding des bereits um 15:15 Uhr startete. Nachdem alle Passagiere eingestiegen waren, ging es fast pünktlich um 15:55 Uhr los. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, jemals so lange bis zum Abflug gebraucht zu haben. Ständig musste der A321 warten, so dass wir erst um 16:30 Uhr abhoben.

Schon wieder ging die Sonne unter
Schon wieder ging die Sonne unter

Knapp 1,5 Stunden Flug lagen vor uns und ohne jegliche Turbulenzen erreichten wir Hanoi. An der Passkontrolle hatte sich bereits eine lange Lange Schlange und es dauerte eine knappe Stunde, bis wir endlich unser Gepäck in Empfang nehmen konnten.

Unser Hotel für die heutige Nacht – das L´Signature Hotel & Spa in der Altstadt von Hanoi – hatten wir über booking.com gebucht. Als Extraservice gab es einen Gratis-Transfer zum Hotel, so dass wir uns darum nicht kümmern brauchten.

Wir begaben uns daher zum genannten Abholpunkt C, an dem die Firma, die alles organisierte bereits am Treffpunkt wartete. Nach 10 Minuten wurde uns ein Auto zugewiesen und nach einer weiteren Stunde Fahrzeit durch den dichten Verkehr erreichen wir das Hotel in der Altstadt von Hanoi.

Das Hotel selbst lag in einer ruhigen Seitenstraße und nicht mitten im lauten Großstadtdschungel.

Wir wurden sehr freundlich begrüßt und bekamen ein Zimmer-Upgrade auf die Royal Suite in der 11. Etage. Das schöne Zimmer wartete mit einem tollen Ausblick auf uns.

L'Signature Hotel & Spa in der Altstadt von Hanoi
L’Signature Hotel & Spa in der Altstadt von Hanoi

L'Signature Hotel & Spa in der Altstadt von Hanoi

Ausblick von unserem Zimmer
Ausblick von unserem Zimmer

Ausblick von unserem Zimmer

Um dem Jetlag vorzugreifen gingen wir nicht direkt ins Bett, obwohl wir echt platt waren. Es war 20 Uhr und wir wollten wenigstens noch bis 21 Uhr oder 21:30 Uhr durchhalten.

Wir machten uns daher auf den Weg durch die Stadt. Unser Ziel war die Train Street – eine berühmte, enge Straße in der Altstadt, wo Züge nur wenige Zentimeter an Cafés und Wohnhäusern vorbeifahren.

Durch die Straßen von Hanoi
Durch die Straßen von Hanoi

Der Trubel in der Innenstadt war für uns gewöhnungsbedürftig. Mopeds über Mopeds sausten an uns vorbei und dazwischen ein paar Autos. Die Straße zu überqueren, erforderte ein wenig Mut und eine gewisse Taktik. Stetig laufen, aber nicht schnell rennen, sondern einfach gemächlich und gemütlich über die Straße gehen.

Durch die Straßen von Hanoi

Es gab zwar Zebrastreifen, aber diese hatten in Vietnam nicht dieselbe Bedeutung wie bei uns, sondern stellten lediglich die beste Variante für den Übergang über die Straße dar. Ampeln waren eher Mangelware. Wenn es allerdings welche gab, dann wurde nicht über Rot gefahren.

Durch die Straßen von Hanoi

Durch die Straßen von Hanoi

Überall waren Touristen und Einheimische unterwegs. Eine Großstadt wie Hanoi bedeutete auch Lärm und Wuselei.

Durch die Straßen von Hanoi

k-18

k-22

k-24

Im Zickzack liefen wir durch die Straßen und konnten so einen ersten Eindruck von der Hauptstadt Vietnams gewinnen.

k-25

Wir waren immer wieder froh, die andere Straßenseite problemlos erreicht zu haben. Irgendwie funktionierte so ein gelebtes Chaos, aber für uns als Deutsche, die eine andere Straßenverkehrsordnung gewohnt sind, war es sehr gewöhnungsbedürftig.

Hunger hatten wir nach dem Essen in Flugzeug keinen mehr und nach etwa 45 Minuten erreichten wir die Train Street.

Hanoi Train Street
Hanoi Train Street

Die Cafés und Restaurants entlang der Gleise der engen Straße waren bunt beleuchtet und boten ein tolles Flair.

Hanoi Train Street
Hanoi Train Street

Hanoi Train Street

Wir liefen entlang der Gleise und ließen das Ambiente auf uns wirken. Ein wirklich einmaliger Ort. In 10 Minuten sollte laut Auskunft der Barbesitzer auch ein Zug durch die enge Straße fahren.

Hanoi Train Street

k-39

In einem der Café setzten wir uns hin und warteten auf die Durchfahrt des Zuges. Die Besitzer der Bars, Restaurants und Cafés sind dabei sehr strikt und verscheuchen die Touristen vehement und mit Druck von den Gleisen. Das ist aber auch unbedingt notwendig, wie wir sehen sollten, denn die Züge fahren wirklich nur zentimeternah an einem vorbei.

k-34

k-36

Neben den Gleisen zu stehen oder am Rand entlang zu laufen war viel zu gefährlich. Man würde von dem Zug angefahren werden. Also bitte an die Regeln halten. Hinsetzen, nicht für Fotos aufstehen und einfach das Ambiente genießen.

Warten auf die Durchfahrt des Zuges in der Hanoi Train Street
Warten auf die Durchfahrt des Zuges in der Hanoi Train Street

Die Einfahrt beziehungsweise die Durchfahrt des Zuges wurde mit mehrmaligem Klingeln angekündigt und in dem Moment brach das finale Chaos aus, denn alle Cafébesitzer mussten nun dafür sorgen, dass die Gleise frei sind. Andernfalls kann es durchaus vorkommen, dass die Cafés dicht gemacht werden und die ganze Straße nicht mehr für Touristen zugänglich ist.

Zugdurchfahrt Hanoi Train Street
Zugdurchfahrt Hanoi Train Street

Mich wunderte, dass das Ganze hier so reibungslos funktionierte, auch wenn ab und an immer wieder Leute dabei waren, die meinten aufstehen oder ihre Hände raus halten zu müssen. Leute das ist echt gefährlich.

Begeistert freuten wir uns wie kleine Kinder über das einmalige Erlebnis.

Zugdurchfahrt Hanoi Train Street
Zugdurchfahrt Hanoi Train Street

Zugdurchfahrt Hanoi Train Street

Zugdurchfahrt Hanoi Train Street
Viel Platz war nicht zwischen Sitzplätzen der Bars und dem Zug

Wir machten zahlreiche Fotos und Videos und genossen das unglaubliche Flair, dass sich uns hier bot.

k-51
Und dann ist es auch schon vorbei

In Ruhe tranken wir aus und verließen die Train Street nach der Durchfahrt des Zuges. 

k-52

k-54

k-56

Zu Fuß ging es zurück zum Hotel, wo wir gegen 22 Uhr endlich ins Bett fielen. Ein tiefer Schlaf sollte zum Glück heute doch möglich sein.

k-58