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Réunion: Wanderung im Forêt de Bébour

Das Frühstück nahmen wir heute bereits um 07:00 Uhr zu uns, da wir einiges auf unserem Plan stehen hatten. Außerdem wird das Wetter auf Reunion gegen Nachmittag schlechter und man sollte alle Touren, die einen Hinauf bringen oder bei denen man eine Aussicht genießen möchte, früh morgens einplanen.

Eigentlich wollten wir schon um 06:00 Uhr los fahren, um den Ausblick in den Talkessel Mafate, einem der drei Talkessel des erloschenen Vulkans Piton de Neiges, genießen zu können. Dafür bietet sich eine Fahrt zum Cap Noir in Dos d’Âne und zum Aussichtspunkt Le Maïdo an.

Am Cap Noir kann man eine ca. einstündige Wanderung unternehmen, um einen ersten Eindruck in die Fauna La Réunions gewinnen zu können.

Aber zu einem Frühstück sagt man auch nicht nein. Allerdings verquatschten wir uns noch mit Gabriele (diesmal auf deutsch, da ihr Mann arbeiten musste) und wir kamen erst gegen 08:30 Uhr los. Viel zu spät, um einen wolkenfreien Blick in den Talkessel genießen zu können.

Der Regen heute Nacht hatte außerdem dafür gesorgt, dass es bereits morgens um 07:00 Uhr schon bewölkt war. Wir hofften, dass es für unsere Aussichtspunkte am Cap Noir und Piton Maïdo nicht zutraf. Gabriele empfahl allerdings erst nach Le Maïdo zu fahren, da es dort meist ab 11:00 Uhr keine Sicht mehr in den Talkessel von Mafate gibt.

Wir beherzigten ihren Vorschlag und machten uns auf den Weg. Auf der Autobahn kamen wir schnell voran aber die letzten 20 km galt es auf einer sehr serpentinenlastigen Straße zurückzulegen. Das dauerte natürlich und ich vermutete aufgrund der tiefhängenden Wolken, dass wir oben bereits jetzt keine Sicht mehr haben würden.

Wie recht ich doch leider hatte. Die Aussicht in den eigentlich fantastischen Talkessel auf 2.205 m Höhe lag bei Null. Das war natürlich extrem schade; stellt Le Maïdo doch einen der Topspots auf Réunion vor. Wir spazierten daher kurz einen asphaltierten Weg entlang und beschlossen, weiterzufahren.

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Allerdings hatte sich die Anfahrt auch schon für die unterschiedlichen Vegetationszonen gelohnt. Im unteren Bereich, der dichter besiedelt ist, gibt es viel Zuckerrohr und andere Nutzpflanzen.

Danach fährt man durch einen dichten Wald, in dem Buchen, Eichen und Akazien wachsen.

Oberhalb von 1.500 m Höhe gibt es nur noch eine sehr karge Vegetation mit Réunions einzigem endemischen Bambus und ansonsten eher baumloser Heidelandschaft.

Da die Aussicht am Maïdo nur noch von dichten Wolken geprägt war, sparten wir uns die Fahrt zum Cap Noir und überlegten, welche Wanderung wir angehen könnten, die nicht in Wolken lag. Zu Hause hatte ich im Rother Wanderführer einige Touren markiert, die mich interessierten (viel zu viele um alle zu schaffen aber man braucht ja erstmal eine Auswahl 😀).

Unser nächstes Ziel war daher der Forêt de Bébour. Bei dem Wald handelt es sich um einen der letzten größeren zusammenhängenden Primärwälder, in den der Mensch noch nicht eingegriffen hat. Moosbewachsene Tamarindenbäume, Flechten, riesige Farne und zahlreiche Wildblumen sollten uns hier erwarten.

Unterhalb der Wolken genossen wir noch einmal den Blick auf das Meer.

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Bis St. Pierre konnten wir der Autobahn N1 folgen und kamen dank der frühen Uhrzeit in keinen Stau. Generell empfiehlt es sich, die Stoßzeiten zwischen 06:00 und 10:00 Uhr und 16:00 und 19:00 Uhr zu meiden.

In St. Pierre legten wir eine kurze Pause ein und gingen im Supermarkt etwas zu Essen und zu Trinken einkaufen. Aufgrund der engen Zeitspanne ließen wir ein Sightseeingprogramm innerhalb der Stadt außen vor.

Danach fuhren wir auf der RN3 weiter in Richtung Le Tampon und gelangten nun in Serpentinen immer höher. Unterwegs kamen wir an unserer Unterkunft für die nächsten zwei Tage vorbei. Da wir aber noch ein paar Meter wandern wollten, verschoben wir das Einchecken auf später.

Je höher wir kamen, desto schlechter wurde allerdings das Wetter. Dicke Nebelschwaden verhießen nichts Gutes für unsere geplante Wanderung.

Um zum Wald zu gelangen, mussten wir einiges an Höhenmetern, die wir hoch gefahren waren, nun wieder hinunter fahren. Das nahm mehr Zeit in Anspruch als ich eingeplant hatte und so war jetzt schon klar, dass wir die komplette Wanderung in die Takamakaschlucht nicht schaffen konnten, da es gegen 18:30 Uhr dunkel wurde.

Gegen 13:30 Uhr erreichten wir den Ausgangspunkt zur Wanderung bis zur Takamaka Schlucht. Ich hatte diese Tour im Rother Wanderführer (Tour Nr. 49) entdeckt und war sofort begeistert. Durch einen dichten Regenwald sollte es bis zu einer Aussichtsplattform auf die Schlucht gehen.

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Da allerdings Regen eingesetzt hatte, die Tour mit 3,5 Stunden angesetzt war und der Untergrund sicherlich matschig und rutschig war, ließen wir von dem Plan ab und folgten daher einem anderen knapp 1,3 km langen Wanderweg durch den dichten Wald.

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Anfangs war ich noch verwundert, warum die kurze Wegstrecke mit einer Wanderzeit von einer Stunde angegeben war. Als wir die ersten Meter gelaufen waren, wussten wir Bescheid. Der Weg bestand zum größten Teil aus knöchelhohen Schlamm und der jetzige Regen machte den Untergrund nicht besser.

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Aber das war uns jetzt egal, wir folgten dem Weg und versuchten dem schlammigen Boden so gut wie möglich auszuweichen. Zum Glück lagen häufig Steine oder dicke Stöcke auf dem Boden, über die wir laufen konnten. Einige Male sackten wir dennoch tief ein.

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Die Wanderung faszinierte uns jedoch von Beginn an. Dichter Wald, enge Pfade und überall grünte und blühte es. Außer Vogelgezwitscher war nichts zu hören. Eine atemberaubende Gegend. Fehlten nur noch die Dinosaurier. Aber auf Réunion gibt es keine gefährlichen oder giftigen Tiere.

Begeistert war ich vor allem auch von den wildwachsenden Callas und Orchideen und Marcel von den unterschiedlichen Moosen, die hier überall wuchsen.

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Mit Freuden genossen wir den Rundwanderweg und auch der Regen hörte endlich auf. So konnten wir uns in Ruhe auf die Wanderung und das beeindruckende Umfeld konzentrieren.

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In der Hoffnung, dass der Weg besser wurde, gelangten wir immer tiefer in den dichten Wald hinein. Unsere Hosen und Schuhe sahen mittlerweile schon gut aus.

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Zu Beginn der Tour hatten wir uns noch über die Leute gewundert, die ihre Wanderung beendet haben und überall voller Schlamm waren. Nun ja, wir sahen nicht besser aus 🙂.

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Wir konnten uns nicht satt sehen an all der Pflanzen und urrtümlichen Bäume.

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Nach knapp 1,5 Stunden mit zahlreichen Fotostopps erreichten wir jedoch wieder das Auto und fuhren zurück Richtung Unterkunft.

Auch die Rückfahrt zog sich und die Straßen waren jetzt deutlich voller. Wir benötigten gut weitere 1,5 Stunden bis wir an der Pension La Rivière des Sens- Chambre d’hôtes ankamen.

Dort wurden wir bereits von Nathalie und Axel erwartet. Wir wurden herzlich begrüßt und Axel zeigte uns sogleich unser Zimmer für die nächsten Tage. Auf Deutsch erzählte er uns etwas über die Gegend und gab uns Tipps. Auch zur heutigen Essensfrage.

Er empfahl uns unter anderem das L´Olivier. Axel bestellte einen Tisch für 19:15 Uhr (das Restaurant hat am Abend nur von 19:00 – 21:00 Uhr geöffnet).

Wir entspannten noch ein wenig und fuhren um 19:00 Uhr mit dem Auto hinab zum Restaurant.

Noch waren wir die einzigen Gäste. Die Kellner sprachen glücklicherweise ein wenig Englisch aber die Karte war nur auf Französisch.

Wir nahmen das Menü mit Hauptgang und Nachspeise für 28 Euro / Person. Aus drei unterschiedlichen Gerichten konnten wir nun auswählen. Glücklicherweise ist es im Zeitalter des mobilen Internets recht einfach herauszufinden, was auf der Karte angeboten wird.

So entschied ich mich für den Lachs und Marcel für das Lamm.

Vorher gab es noch eine Blumenkohlcremesuppe. Die schmeckte schon sehr lecker.

Der Hauptgang war eine wahre Gaumenfreude. Der Lachs butterweich und mit einer Art Kruste bedeckt. Dazu Reis, Gemüse und eine überbackene Tomate. Die Portionen waren zwar klein aber da ich es sowieso nicht mag, mich bis obenhin vollzufressen, kam mir das sehr gelegen. Zumindest hatte man dann auch noch Lust auf die Nachspeise.

Auch hier konnten wir aus verschiedenen Desserts eine auswählen. Marcel hatte sich für ein Allerlei entschieden und ich für einen Schokokuchen. Auch wiederrum äußerst schmackhaft. Das Essen bei L´Olivier können wir daher nur jedem empfehlen, der Lust auf eine wirklich gute Küche hat.

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Somit neigte sich unser Abend nun dem Ende. Zufrieden und satt fuhren wir hinauf zur Unterkunft und begaben uns ins Bett.


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