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Andorra: Wanderung durch das Val de Juclar

Für unseren heutigen Tag hatten wir uns eine Wandertour aus dem Rother Wanderführer Pyrenäen 3 im Vall de Juclar (Nr. 35) in der Nähe von Soldeu herausgesucht. Es sollte zu zwei Seen, den Estanys de Juclar und auf den Gipfel des Pic d´Escobes gehen.

Nach dem Frühstück im Hotel Sant Eloi checkten wir aus, gingen im Supermarkt einkaufen und fuhren um 09:00 Uhr los nach Soldeu.

Wir parkten an einem Restaurant und wanderten von dort los über eine Asphaltstraße. An einer Touristeninformation lagen diverse Flyer über die Gegend aus. Die Straße ist für Autos gesperrt. Wie wir später feststellten, hätten wir auch den Shuttlebus nehmen können, der uns zum eigentlichen Ausgangspunkt der Tour gebracht hätte. So hängten wir durch unseren Fußmarsch schon mal zwei Kilometer dran. Das machte jedoch nichts, da wir einen wirklich tollen ersten Blick genießen konnten. Es war zwar noch etwas nebelig aber so langsam klarte es auf. Danach hatte es am Morgen nicht ausgesehen.

Die Gegend gefiel uns auf Anhieb und wir freuten uns auf die Wanderung. An Steinhäusern vorbei näherten wir uns dem eigentlichen Beginn der Wanderung.

Am Pont de la Baladosa, wo es auch eine Einkehrmöglichkeit (kleiner Kiosk mit Eis, Getränken und Sitzmöglichkeiten) gab, gingen wir los. Die Zeit bis zum Estany de Juclar war mit 1,5 Stunden angegeben.

Über einen Schotterweg ging es bergauf. Immer am Fluss entlang gelangen wir schnell an Höhe. Die Sonne schien und das Wetter war perfekt zum Wandern.

Welch ein toller Weg. Wir waren wirklich begeistert. Die Sicht auf die umliegenden Berge und die Gegend war wunderschön. Über eine Steinbrücke wanderten wir hinüber und erreichten nach ca. 20 Minuten einen ausgeschilderten Picknickplatz. Dieser bestand jedoch nur aus Bänken. Tische zum Picknicken gab es nicht.

Wir legten dort keine Pause ein, sondern wanderten weiter den Weg hinauf, bis zu einem Steinfeld. Über dieses liefen wir hinüber und folgten dem schmalen Pfad aufwärts.

An einem Wasserfall vorbei, gelangten wir zu einer Holzbrücke, die wir überquerten. Wir genossen erneut einen wunderschönen Fernblick und gingen weiter den Wanderweg hinauf.

Über Stein und Geröll liefen wir weiter, bis wir die Hochebene Pleta de Juclar auf ca. 2200m Höhe erreichten. Eine weite Wiesenlandschaft eröffnete uns einen Rundumblick und wir blickten von einem Aussichtspunkt erneut ins Tal.

Nach 10 Minuten Pause folgten wir wieder dem Grasweg links herum, gingen über eine Betonbrücke und liefen am Rand des Baches entlang.

Vorbei an einem kleinen See, gelangten wir zu einer weiteren Ebene, auf der sich der Sendemast der Hütte Refugi de Juclar befand. An dieser liefen wir vorbei und konnten kurze Zeit später den Blick auf den ersten See – den Estany Primer – werfen.

Um zum Refugi de Juclar zu gelangen, mussten wir nun noch einmal steil den Hang hinaufsteigen. Über Steine kletterten wir in die Höhe und erreichten kurze Zeit die Selbstversorgerhütte auf 2300m Höhe. Ein wirklich schönes Refugi, wo man auch gut hätte übernachten können. Viel los war hier nicht.

Wir folgten dem Weg weiter zu dem hinteren Bergsee. Ein schmaler Pfad zog sich leicht bergauf den Hang hinauf. Immer den Blick auf den Estany Primer und die umliegende Bergwelt gerichtet, wanderten wir weiter.

Der Weg wurde nun etwas alpiner. Hinter der nächsten Biegung konnten wir bereits den kleinen See Estany Segon erblicken. Doch zuvor mussten wir über Steine zu diesem hinabklettern. An einem Seil hätte man sich festhalten können. Dieses war jedoch schon in die Jahre gekommen und ich nahm lieber mit dem Gestein vorlieb.

Über ein großes Steinfeld stiegen wir weiter hinab zum Ufer.

Kurz bevor wir den Verbindungsweg zwischen den beiden Seen überquerten, um auf die andere Seite zu gelangen, legten wir eine Pause am See ein. In der Sonne war es richtig schön und wir genossen den traumhaften Blick. Allein für die Seen und den Weg hinauf, hatte sich die Wanderung bereits gelohnt.

Über eine Metallbrücke liefen wir auf die andere Seite, wanderten über einen Graspfad und stiegen im Hang wieder hinauf.

Steil ansteigend führte der Weg über Stein und Wiese von den Seen weg, bis wir einen Sattel erreichten. Von dort konnten wir einen Blick auf die andere Seite werfen. Auch dort befanden sich weitere kristallklare Bergseen.

Hier verloren wir die gelbe Wegkennzeichnung aus den Augen und wollten schon zu den Seen hinabsteigen. Dies wäre jedoch falsch gewesen, denn wir  mussten stattdessen vorher bereits scharf nach rechts abbiegen. Bis wir den Weg jedoch fanden, vergingen ein paar Minuten und wir waren verwirrt, was wir übersehen hatten.

Steil bergauf führte der Wanderweg hinauf bis zum Coll De l´Alba auf 2550m Höhe.

Von hier wollten wir nun den Gipfel zum Pic d´Escobes in Angriff nehmen. Leider ist der Weg zum Gipfel nicht mehr markiert und wir schauten angestrengt in den Wanderführer. Eine richtige Wegbeschreibung lieferte uns dieser aber auch nicht, denn der Weg war kaum zu erkennen.

Über einen Grasweg wanderten wir hinauf, bis wir vor der Felswand zum Gipfel standen. Die letzten Meter gingen über wegloses Gelände mit Kletterstellen im Schwierigkeitsgrad I-II. Die Passagen machten mir an sich keine Sorgen aber der matschige Grasweg zwischen den Steinblöcken schon. Nachdem ich ein paar Meter gegangen, wurde mir das zu heikel und ich entschloss mich dazu, auf einem Felsen auf Marcel zu warten. Er wollte sich zumindest an dem Gipfel versuchen, auch wenn ihm der Weg hinauf genauso wenig zusagte wie mir. Mit alpiner Kletterei hatte das nur wenig zu tun…

Ich entdeckte, wie von oben Leute hinab kamen und leitete Marcel an, einfach über die Steine zu klettern. Das Gras war zu nass und viel zu matschig. Ausrutschen durfte man hier nicht. Während ich wartete, genoss ich den Blick auf die Pyrenäen und ließ mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Zudem konnte ich am Himmel noch zahlreiche Adler erblicken. Ein traumhafter Ort für eine Pause.

Nach ca. 45 Minuten war Marcel wieder bei mir, jedoch war er sich nicht sicher, ob er nun auf dem knapp 2800m hohen Gipfel gewesen war oder nicht, denn ein Gipfelkreuz gab es hier nicht. Wir genossen gemeinsam den Blick hinab auf die beiden Seen und gingen nach 15 Minuten weiterer Pause denselben Weg wieder zurück.

Wir wanderten wieder hinab zu den Seen und überquerten diese über die Metallbrücke. Über das Steinfeld querten wir wieder zur Hütte und stiegen den Pfad abwärts Sendemast.

Wir folgten dem Weg wieder zurück bis zum Aussichtspunkt Pleta de Juclar und legten noch einmal eine Pause ein.

Gegen 17:15 Uhr erreichten wir diesen und ich holte mir in dem Kiosk ein Eis. Während Marcel noch einmal 200 Höhenmeter hinauflief, um einen Cache zu suchen, wartete ich auf einer Picknickbank und genoss die Landschaft.

Eigentlich wollten wir nun mit dem Bus bis zum Parkplatz zurückfahren. Doch der letzte fuhr um 18:00 Uhr und diesen hatten wir leider verpasst. Daher mussten wir die 2km bis zum Auto zu Fuß zurücklegen und uns ein wenig beeilen, denn der Check-In ins Hotel war nur bis 19:00 Uhr möglich.

Um 18:45 Uhr erreichten wir das Auto. Zum Glück lag das Hotel Bruxelles nur 5 Minuten von der Wanderung entfernt in Soldeu. Das schöne kleine Ski-Hotel war mit 29 Euro nicht nur günstig, sondern auch wirklich schön. Die Zimmer waren zwar klein aber sauber und schön eingerichtet. Damit man das Zimmer abdunkeln kann, gab es sogar richtige Rolläden. Das Hotel gefiel uns trotz seiner „nur“ 2 Sterne wirklich sehr gut und auch das Essen im Restaurant war lecker.

Nachdem wir eingecheckt hatten, liefen wir noch ein wenig durch den Skiort. Viel zu sehen gab es allerdings nicht und so befanden wir uns nach einer halben Stunde bereits im Restaurant des Hotels und aßen.

Müde fielen wir ins Bett und ließen den Tag noch einmal Revue passieren. Welch eine schöne Wanderung.