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Sizilien: Am Torre del Filosofo und im Valle del Bove

Heute sollte es endlich ins Gebiet der Gipfelkrater des Ätna gehen. Darauf hatte ich schon die letzten Tage hingefiebert. Der Himmel war klar und der Gipfel frei von Wolken. Aktuell kommt man allerdings aufgrund der erhöhten Aktivität des Vulkans nur auf 2.700 m Höhe (mit Bergführer auf 2.900m). Um Zeit zu sparen und einen Vorsprung vor den täglichen Wolken am Gipfel zu haben, beschlossen wir mit der Seilbahn hinauf zu fahren und von dort zu Fuß weiter zugehen.

Die Seilbahn öffnete leider erst um 09:00 Uhr. So konnten wir noch in Ruhe frühstücken und machten uns gegen 08:00 Uhr auf den Weg zur Seilbahnstation am Rifugio Sapienza.

Bevor die ganzen Touristenbusse eintrafen, hofften wir auf Ruhe. Doch was war hier oben auf dem Parkplatz schon los. Anscheinend war heute ein Fahrradrennen. Nur mit Mühe und Not fanden wir noch einen Parkplatz. Immerhin war es an der Seilbahnstation noch leer und wir kauften das Ticket (Hin- und Rückfahrt 33 Euro/Person) bis zur Seilbahnstation Montagnola auf 2.400m Höhe. Eine gute Entscheidung, denn der Weg zu Fuß führte durch steile Aschefelder direkt unter der Seilbahn her. Nicht der schönste Weg zum Laufen.

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Oben angekommen begaben wir uns nach draußen und warfen einen Blick auf den Ätna. Der Vulkan empfing uns direkt mit einer Ascheeruption und aufziehenden Wolken. Wolken… doch nicht schon wieder Wolken. Um 09:30 Uhr morgens 😡>:D🙄 (Ich kann gar nicht genug genervte Emojis für meine Laune finden).

Also entschlossen wir uns, nicht zu Fuß zu gehen, sondern einen der geländegängigen Busse + obligatorischen Bergführer zu nutzen (was uns noch einmal 30 Euro / Person extra kostete). Mit diesem fuhren wir und ca. 20 andere Touristen bis zur Sicherheitshöhe am Torre del Filosofo. Die Wolken wurden dichter und oben angekommen, konnten wir nichts mehr außer weißem Nebel sehen. Das nervte mich doch jetzt ziemlich. 60 Euro für eine Sicht ins Nirgendwo ist schon sehr ärgerlich.

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Mit dem Bergführer liefen wir zu einem der alten Krater – dem Crateri Barbagallo – und umrundeten diesen auf dem Kraterrand. Der Blick auf die dampfenden Fumarolen und erkaltenden Lavaströme vor uns konnte meine Laune jedoch nicht steigern. Am liebsten wäre ich wieder hinab gegangen. Zwischendurch gaben die Wolken mal einen Blick auf die Neben- und Gipfelkrater des Ätna frei aber die beeindruckende Landschaft konnten wir leider nur erahnen. Das war für mich schon sehr traurig. Ich hatte mich sehr auf den Ausflug und den Vulkan gefreut und dann machte uns das Wetter seit Tagen einen Strich durch die Rechnung. Man könnte meinen, Ätna hatte etwas gegen meine Anwesenheit und zickte rum 😀.

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Nach der Umrundung des Kraters hielten wir uns daher nicht mehr lange am Gipfel auf und nahmen den nächsten Geländebus hinab zur Seilbahnstation. Zuerst überlegten wir noch den Escriva Krater zu besteigen aber da die Sicht sowieso gegen Null ging, ließen wir davon ab. Ein Wiederkommen ist also schon jetzt verpflichtend. Einziger Vorteil bei diesem Wetter; die Farben erscheinen viel kräftiger und kommen besser zur Geltung.

Während der Fahrt hinab zum Rifugio Spazienza überlegten wir, was wir mit dem angebrochenen Tag nun anfangen sollten. Im Wanderführer vom Rother Verlag fanden wir eine Tour zum Monte Zoccolaro. Wir hofften, dass die Sicht weiter unten etwas besser war.

Wir parkten das Auto allerdings nicht am empfohlenen Ausgangspunkt „Rifugio Zoccolaro“, sondern auf einem Parkplatz an der SP 92 (Dort befand sich auch die Grotta del Coniglio). Von hier wanderten wir auf einer Schotterstraße, die auch Geländewagen nutzen, knapp 1,4km bis zum Rifugio Zoccolaro.

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Ein freundlicher Souvenirhändler erklärte uns sogar auf deutsch den Weg hinauf zum Gipfel des Monte Zoccolaro. Wir hatten allerdings auch das GPS bei. Die Wegfindung ist aber kein Problem, denn es gibt nur einen Pfad hinauf.

Vorher genossen wir einen tollen Blick in das Valle del Bove.

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Auf schmalen Pfad ging es durch dichtes Gras und Baumlandschaften stetig – mal steil und mal weniger steil – aufwärts zum 1.739m hohen Gipfel des Zoccolaro.

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Kurz vorm Gipfel ließen wir den Blick von einem Aussichtspunkt in das breite Tal schweifen. Ein herrlicher Anblick auf die bizarre schwarze Landschaft.

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Nach dem anstrengenden und schweißtreibenden Anstieg machten wir eine ausgiebige Pause auf dem Gipfel. Immerhin war es windstill, wenn auch die Sicht nicht ganz klar war.

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Die empfohlene Tour (ca. 10km) wäre eigentlich noch weiter gegangen aber mein Fuß wollte noch nicht so, wie ich wollte und wir marschierten auf selben Wege zurück zum Auto.

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Die Zeit des Abschieds war gekommen und wir fuhren Richtung Comiso. Die Straßen waren frei und wir passten uns der italienischen Fahrweise an.

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir unser Hotel in der Nähe des Flughafens und gönnten uns erstmal eine erfrischende Dusche. Danach entspannten wir noch etwas. Marcel suchte nach einer geeigneten Lokalität für unser heutiges Abendessen. Pizza sollte es sein, denn Italien ohne Pizza wäre eine Schande.

Da es in der Nähe des Hotels ungefähr 0,0 Möglichkeiten zur Einkehr gab, fuhren wir in das knapp 13km entfernte Chiaramonte Gulfi. Über steile und enge Passstraßen ging es hinauf. Einen Parkplatz zu finden war am Abend nicht allzu schwer, wir können allerdings empfehlen, direkt unterhalb der engen Gassen entlang der Hauptstraße zu parken.

Wir suchten das Restaurant „Cortile Chiaramonte“, das bei TripAdvisor auf Platz Eins gelistet war. Nicht umsonst, wie sich herausstellte. Allerdings machte der Laden entgegen der Angaben im Internet erst um 19:00 Uhr statt um 18:00 Uhr auf.

Wir gingen daher noch auf Besichtigungstour durch das beschauliche Örtchen.

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Über Stufen erklommen wir den Hausgipfel und die oben befindliche Kirche. Dort setzten wir uns noch ein wenig in die warme Abendsonne, bevor es hinab zum Restaurant ging.

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Wir waren zwar die ersten, die es sich draußen gemütlich machten aber dafür wurden wir auch schnell bedient. Leider war die Karte nur auf italienisch und unsere Sprachkenntnisse nur sehr schwach ausgeprägt. Im Zeitalter vom mobilen Internet konnten wir allerdings ein paar der Pizzabestandteile ergooglen. Die Auswahl war riesig und die Entscheidung fiel schwer.

Als Vorspeise gönnten wir uns frittierte Antipasti, die wirklich ausgezeichnet schmeckte. Drei verschiendene Sorten bekamen wir serviert und ich wäre schon nach der Vorspeise satt geworden.

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Die Pizza, die aus Sauerteig gemacht wird und daher nicht so magenfüllend ist, wie Pizza aus Hefeteig schmeckte auch ausgezeichnet.

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Pappsatt mussten wir uns nun so langsam auf den Rückweg begeben. Die Abgabe des Mietwagens war bis 21:30 Uhr vereinbart. Allerdings war es gar nicht so einfach, den Abgabepunkt wiederzufinden. Ich hatte den Punkt zwar im GPS gespeichert aber dies schickte uns auf merkwürdige Pfade. Gegen 21:00 Uhr erreichten wir dann das Büro von Hertz und… das Tor war bereits geschlossen. Eine Klingel gab es nicht und so wussten wir auch nicht so recht, was wir machen sollten. Im Hotel hatten wir eine Telefonnummer und die Adresse der Abgabestation bekommen, vielleicht waren wir am falschen Ort. Also ging es zurück zum Hotel, dass sich zum Glück nur 5 Minuten entfernt befand und holten den Zettel. Wir gaben die Straße ein und fuhren erneut zum Büro. Da wir an derselben Stelle wie vorher landeten, rief Marcel nun unter der angegebenen Telefonnummer an. Eine Dame meldete sich und keine 5 Minuten später war das Tor offen. Nachdem sie das Auto abgenommen und abgerechnet hatte, teilte sie uns mit, dass wir das Auto auch einfach morgen früh hätten abgeben können. Tja, hätten wir das mal eher gewusst 😀😀.

Per Shuttle wurden wir ins Hotel gebracht und packten für unsere morgige Heimreise. Ein schöner Kurzurlaub mit einer schönen Landschaft und einigen Niederschlägen ging zu Ende. Sizilien hat uns sicherlich nicht das letzte Mal gesehen. Ätna schuldet mir noch etwas 😀.