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Albanien: Fahrt in die Nationalparks Llogara und Divjaka-Karavasta

Der letzte Tag unseres Albanien-Kurztrips sollte uns in die Nationalparks Llogara und Divjaka-Karavasta bringen. Wir ließen den Tag jedoch ruhig angehen und frühstückten erstmal in Ruhe. Allerdings war das das schlechteste Frühstück, dass ich jemals in einem Hotel zu mir genommen habe. Das Hotel war ja wirklich schön aber an dem Frühstück müssen die noch ein wenig arbeiten. Alles schmeckte irgendwie alt oder war kalt. Das einzig genießbare waren die Honigmelonen…

Wir packten alles zusammen und genossen noch einmal den Blick vom Balkon unseres Hotels.

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Danach führte uns die gut fahrbare SH 8 den Llogara Pass in steilen Kehren hinauf auf bis 1.027 m. Wir genossen eine spektakuläre Aussicht auf das Ionische Meer.

Ein Zwischenstopp bei einem Cache auf halber Höhe ließ uns frösteln, denn es war spürbar kühler und ganz schön stürmisch hier oben. Ohne Fund zogen wir schnell wieder von dannen und mussten aufpassen, durch die Windböen nicht umgeweht zu werden.

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Oben angekommen entdeckten wir einige Wanderschilder und den Einstieg zur Trekkingtour auf den 2.045 m hohen Maja e Çikës und den 2.018m hohen Maja e Qorres. Letzteren hatten wir erst geplant anzugehen aber bei gut 1.000 zu bewältigenden Höhenmetern im Auf- und natürlich über selbigen Weg auch wieder im Abstieg , ließen wir aufgrund von Zeit- und Konditionsproblemen lieber davon ab. Wer auf den Maja e Çikës wandern möchte, sollte sich dafür zwei Tage Zeit nehmen. Der Weg ist einfach aber sehr anstrengend, da er fast nur geradeaus verläuft und die vielen Höhenmeter in relativ kurzer Wanderzeit abgearbeitet werden müssen.

Der Nationalpark selbst wurde 1966 gegründet und umfasst ein Gebiet von 1010 ha. Der Park schützt insbesondere den Bergwald aus Pinien und Sträuchern an der Nordseite des Llogara-Passes.

Ich hatte zu Hause einen Wanderweg fürs GPS in die Karte eingezeichnet, der auch an einem Geocache vorbeikam. Daher wollten wir einen Teil der Strecke wandern und schauen, ob wir den Cache fanden. Für die komplette Runde (12 km) fehlte uns leider die Zeit.

Am Parkplatz wurde jedoch zuerst dickere Kleidung angezogen. Man spürte, dass wir uns auf knapp 1.000 m Höhe befanden.

Wir folgten den Schildern Richtung „Radio Towers“. Über eine breite Schotterpiste stiegen wir nun kontinuierlich aufwärts. Schnell kamen wir trotz der Höhe und des Windes ins Schwitzen.

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Die Aussicht von hier oben auf das Meer und die umliegenden Berge war wirklich grandios. Immer wieder hielten wir an und genossen den Blick in die Ferne.

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Nach einer knappen Stunde befanden wir uns auf einem Hochplateau, von dem wir erneut den Blick genossen und sogar den Geocache fanden. Welch ein Glück.

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Wir beschlossen allerdings, von hier denselben Weg wieder zurück zu gehen, da es aufgrund der verbleibenden Kilometerzahl bis Tirana und dem geplanten Besuch des Nationalpark Divjaka-Karavasta zeitlich etwas eng werden könnte.

Dem Llogara Pass abwärts folgend, erreichten wir den Badeort Orikum, wo wir erneut einen kleinen Zwischenstopp einlegten. Wir wollten etwas am Strand spazieren gehen, was allerdings aufgrund der Windstärke nur ein kurzweiliges Unterfangen war. Der Sand und die Gischt des Meeres wurden uns ins Gesicht geblasen.

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Erfreulich, dass wir in der Nähe ein Café entdeckten, in das wir uns schnellstmöglich begaben und froh waren, vor dem Wind geschützt zu sein.

Danach liefen wir am Strand zum Auto. Unsere Badebucht hatte uns allerdings besser gefallen.

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Nun hieß es Kilometer machen, denn es war schon 13:30 Uhr und bis zum Nationalpark gut 100 km Fahrtstrecke.

Wir folgten einer tollen Küstenstraße, auf der es sich jedoch so stark staute, dass wir einiges an Zeit verloren. Zudem scheinen die Albaner recht unentspannt zu sein, was Verkehrsstaus angeht. Da wird dann einfach zwei oder dreispurig gefahren, auch wenn Gegenverkehr zu erwarten ist. Das vermutete Chaos blieb natürlich nicht aus, wenn die „Geisterfahrer“ bei Gegenverkehr wieder auf die richtige Spur mussten aber aufgrund des Staus auf unserer Fahrspur eigentlich kein Platz war. Wild gehupt wurde allerdings nicht. Das lief dann halt einfach irgendwie.

Bis zur Stadt Vlora schoben sich die Blechlawinen auf der engen Küstenstraße vorwärts und wir waren froh, als es danach dann endlich wieder schneller vorwärtsging. Ist immer toll, wenn man sehen kann, wie aus der geplanten Ankunftszeit laut GPS, Minute um Minute drauf addiert wird…

Wir genossen die Ausblicke auf die Landschaft um uns herum und erreichten nach 2,5 Stunden Fahrt endlich den Nationalpark.

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Am Eingang zum Park liegt östlich das Städtchen Divjaka, die Städte Rrogozhina und Lushnja liegen nur wenige Kilometer entfernt. Das Schutzgebiet umfasst seit 1994 insgesamt 222,302 Quadratkilometer der Lagune von Karavasta und die umgebenden Pinienwälder. Es ist bewacht und umzäunt.

Der Nationalpark ist ein bedeutendes Refugium für einige selten gewordene Wasservögel, wie bspw. Pelikane und Flamingos und dient auch als Überwinterungsgebiet für Zugvögel.

Sich hier zurechtzufinden, ist jedoch nicht einfach. Trotz GPS und den eingezeichneten Punkten bzw. Wandertouren fanden wir einfach keinen Zugang zu den Routen. Wir fuhren zweimal die Straße auf und ab, entdeckten aber zwischen den zahlreichen Imbissbuden keinen Durchgang.

Wir fuhren daher zurück zum noch nicht fertiggestellten Besucherzentrum und wollten uns dort etwas umsehen.

Hier entdeckten wir den Pelikan „Johnny“, der aufgrund einer Verletzung von der biologischen Station aufgezogen wird. Wir kamen mit einem Mitarbeiter der Station, der gerade rasen mähte, ins Gespräch und kurzerhand erklärte er sich bereit uns zu dem Aussichtspunkt zu bringen.

Er setzte sich auf sein Motorrad und wir fuhren hinter ihm her. Erst über Asphalt und dann direkt auf Sand am Strand entlang. Man möge bedenken, dass wir keinen 4×4 Mietwagen hatten, sondern einen ganz normalen VW Passat.

Die Fahrspuren wurden immer enger, je näher wir unserem Ziel kamen und wir hofften, dass wir nicht im Sand feststecken blieben oder uns der Auspuff abhanden ging, bei den tiefen Spurrinnen.

Nach knapp 15 Minuten Fahrt erreichten wir den Endpunkt, der sich direkt an einer Brücke befand. Auf einem kleinen Parkplatz stellten wir das Auto ab und liefen mit dem Biologen zu dem Aussichtsturm. Alleine hätten wir hier nie hingefunden, denn es gibt nur den Weg über den Strand, der einen hier hin bringt. Und welcher Tourist würde schon einfach hier herfahren? Zudem ist der Aussichtspunkt auch nirgendwo ausgeschildert. Ein echtes Manko für diesen tollen Park.

Wir waren ganz begeistert von der uns umgebenden Landschaft und den Salzwasserlagunen. Es gibt wohl einige Touranbieter, die mit den Touristen auch hier hin fahren aber generell herrscht hier sehr wenig Tourismus.

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Auf dem Aussichtsturm waren wir ganz alleine und konnten in der Nähe Flamingos entdecken. Die Pelikane befanden sich jedoch auf einer Insel, die weit weg war und man nur erahnen konnte, wieviele Tiere sich dort gerade mit ihren Jungen befanden. Ein Fernglas ist ein absolutes Muss. Zum Glück hatte unser Guide eins dabei.

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Da der Wind noch nicht nachgelassen hatte und uns immer noch ordentlich um die Nase wehte, begaben wir uns nach einem kurzen Aufenthalt zurück zum Auto.

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Auf dem Weg dorthin konnten wir Fischer beobachten, die den Fang des Tages sortierten.

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Wir genossen noch einmal den Blick auf die tolle Natur und fuhren über die Strandstraße wieder zurück zum Besucherzentrum.

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Nachdem wir Pelikan Johnny und unserem netten Begleiter lebewohl gesagt hatten, fuhren wir Richtung Tirana.

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Je näher wir die Stadt kamen, umso dichter wurde der Verkehr.

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Gegen 19:30 Uhr erreichten wir das Best Western Hotel direkt in Flughafennähe und checkten ein. Danach brachten wir den Mietwagen zurück, ärgerten uns noch einmal darüber, dass wir vollgetankt hatten (und der Tank jetzt auch leider noch fast halbvoll war) und liefen von der Hertz-Station zum Hotel.

Dort aßen wir im Hotelrestaurant (empfehlenswert) und begaben uns danach ins Bett. Für den morgigen Rückflug hieß es schon wieder früh aufstehen. Glücklicherweise gab es schon ab 04:30 Uhr Frühstück.

Albanien ist ein wirklich tolles Land, dass sehr viel zu bieten hat und vom Tourismus noch nicht so überlaufen ist, wie manch andere Länder. Wir können eine klare Empfehlung geben